«Junge, komm‘ bald wieder»
Zurückgezogen bei Hamburg: Schlagerlegende genießt Ruhestand
Aktualisiert am 12.02.2026 – 15:27 UhrLesedauer: 3 Min.
Haus im Grünen: Hier soll Freddy Quinn nun leben. (Quelle: Citynewstv)
Zur See gefahren ist Freddy Quinn nie. Trotzdem ist er einer der bekanntesten Seemänner Deutschlands. Heute lebt der Sänger zurückgezogen bei Hamburg.
Mit Liedern wie «Junge, komm‘ bald wieder» und «Heimweh» wurde Freddy Quinn zu einem der größten Unterhaltungsstars im Nachkriegs-Westdeutschland. Am 27. September 2026 feiert der Sänger, Schauspieler und Zirkusartist seinen 95. Geburtstag.
Freddy Quinn, 1931 geboren als Manfred Franz Eugen Helmuth Nidl in Österreich, wurde Anfang der 1950er-Jahre in einer Hamburger Hafenkneipe entdeckt. In der «Washington Bar» auf St. Pauli sang er, dazu Gitarre spielend, Hillbilly-Songs und internationale Folklore für Seeleute und Damen des horizontalen Gewerbes. Der NDR-Reporter Jürgen Roland – später Erfinder des «Großstadtreviers» – saß einmal mit dabei und verschaffte dem talentierten Sänger seinen ersten TV-Auftritt – der Beginn einer beispiellosen Karriere.
Mit seiner kraftvollen Bariton-Stimme traf Freddy Quinn mit sehnsuchtsvollen Schlagern wie «La Paloma» oder «Die Gitarre und das Meer» den Nerv der Deutschen in den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Bis zur Jahrtausendwende verkaufte er über 60 Millionen Tonträger und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehr als ein Dutzend Goldene Schallplatten und das Bundesverdienstkreuz im Jahr 1984.
Freddy Quinns eigenes Leben blieb stets geheimnisvoll. Seine Biografie ist von verschiedenen Versionen geprägt: Sein Vater soll ein Kaufmann irischer Abstammung gewesen sein, der bereits 1943 in den USA starb. Abenteuerliche Reisen führten Quinn nach Algerien, wo er vor Fremdenlegionären sang. Auch gab es einen Stiefvater, eine Zeit lang hieß er Manfred von Petz. Später durfte er seinen Namen offiziell in Quinn ändern.
Mit seinem Liebesleben hielt sich Freddy Quinn ebenfalls bedeckt. Erst durch einen Gerichtsprozess wegen Steuerhinterziehung im Jahr 2004 wurde bekannt, dass er mit Lilly Blessmann verheiratet war, die jahrelang offiziell nur als seine Managerin fungierte. Sie starb 2008 mit 89 Jahren. Quinn sagte später über sie: «Sie war mein guter Stern.»
