In China hat sich offenbar ein dramatisches Ereignis rund um einen Hund abgespielt: Ein berühmter Influencer-Hund wurde mutmaßlich gestohlen, an ein Restaurant verkauft, geschlachtet und dort verspeist, berichtet South China Morning Post. Der Border Collie namens „Chutou“ gehörte Guo, einem Reiseinfluencer. Die Accounts, mit denen beide in den chinesischen sozialen Medien auftraten, hatten auf dem Festland mehr als 1,5 Millionen Follower. Guo zeigte oft Aufnahmen aus seinem Auto, wie „Chutou“ ihn auf seinen Reisen im Beifahrersitz treu begleitete. Oder aus kalten, schneebedeckten Orten, an denen die beiden unterwegs waren.
Guo soll den Welpen „Chutou“ im Jahr 2018 von einem Straßenhändler für 2.000 Yuan (300 US-Dollar) im Alter von drei Monaten gekauft haben. Kürzlich war der Influencer auf Reisen in Georgien und ließ „Chutou“ bei seinen Eltern. Am 11. Mai 2026 soll Guos Vater bemerkt haben, dass der berühmte Influencer-Hund fehle. Überwachungsbilder zeigten später zwei fremde Personen, die den Hund auf einem elektrischen Roller mitnahmen, informiert South China Morning Post.
Als der Reiseblogger über „Chutous“ Verschwinden informiert wurde, brach er seine Reise ab und eilte nach China zurück, um nach seinem geliebten Border Collie zu suchen. Am 26. Mai 2026 konnte Guo den Mann finden, der wegen des Diebstahls von „Chutou“ beschuldigt wurde, und bot ihm 10.000 Yuan (1500 US-Dollar) für die Rückgabe des Tieres. Laut South China Morning Post behauptete der Mann, er habe „Chutou“ für einen Streuner gehalten. Dem widersprach Guo, denn sein Hund soll ein Halsband und einen Tracker getragen haben. Auf dem Ackerland der Eltern habe sich der Hund nur ausruhen wollen.
Influencer-Hund „Chutou“ soll an ein Fleischrestaurant verkauft worden sein
Später erfuhr der Reiseblogger, dass „Chutou“ für 180 Yuan (27-US-Dollar) an ein Restaurant verkauft wurde, das auch Hundefleisch auf seiner Speisekarte anbietet. Der Hund sei bereits gegessen worden und der mutmaßliche Dieb soll sogar gesagt haben: „Der Hund ist tot, also hört auf, solch ein Theater zu machen. Ich habe kein Gesetz gebrochen,“ so South China Morning Post.
Guo konfrontierte auch den Restaurantmitarbeiter, der „Chutou“ getötet hatte, um seine Überreste oder das Fell zu erhalten. Doch Guo erhielt die traurige Antwort, dass beides bereits im Müll gelandet sei. Verzweifelt erstattete der Reiseblogger Anzeige bei der Polizei. Er legte Beweise für den Marktwert seines Hundes vor, in der Hoffnung, dass der Fall so zu einer Anklage führen würde.
Welches Recht gilt in China gegenüber Haustieren?
Du Wei, ein Anwalt der Firma Sichuan Weixu sagte der Presse, dass Diebstahlfälle nur dann verfolgt werden können, wenn der Wert des gestohlenen Gutes über 2000 Yuan (circa 275 US-Dollar) habe. Sollte sich der Wert von „Chutou“ bestätigen, könnte dem Verdächtigen eine Anklage wegen Diebstahls drohen. Laut South China Morning Post könne das eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bedeuten.
Anwälte sagten zudem, Guo könnte Entschädigungen für seinen Verlust fordern. Es sei aber schwierig nachzuweisen, welchen Wert der Influencer-Hund habe. Auch der emotionale Verlust für Guo sei ebenfalls schwer zu beweisen. Der Fall wird zudem erschwert, da es in China kein Gesetz zum Schutz von Haustieren gibt. Sie werden wie Eigentum behandelt und wenn es zu Streitigkeiten kommen, werden diese durch zivilgerichtliche Maßnahmen wie Entschädigungszahlungen gelöst, informiert South China Morning Post.
Hund geschlachtet und verspeist: Wie konnte das passieren?
Wie bereits erwähnt, gibt es in China kein Gesetz zum Schutz von Haustieren. Laut der Organisation Human World for Animals hat China auch keine Tierschutzgesetze. Hinzu kommt, dass es Chinaweit nicht verboten ist, Hundefleisch zu essen, obwohl Hunde seit 2020 nicht mehr im Nutztierkatalog geführt werden. Laut South China Morning Post haben Städte wie Shenzhen und Zhuhai den Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch verboten.
Laut Human World for Animals sei es in China nicht weitverbreitet, Hunde- und Katzenfleisch zu essen, und der Fleischhandel konzentriere sich auf drei Regionen: Südchina, Zentralchina und Nordostchina. In Südchina steht besonders das umstrittene Hundefleischfestival in Yulin in der Kritik. Dort wurden zu Hochzeiten mehrere Tausend Hunde geschlachtet, obwohl es lokale Maßnahmen wie Verbote der Straßenschlachtung, strengere Marktüberwachung und Hygieneinspektionen gibt, informiert South China Morning Post.
Doch es komme weiterhin landesweit vor, dass Tiere gestohlen werden, denn der Handel mit Katzen- und Hundefleisch in China wird laut Human World for Animals vorwiegend kriminell betrieben. Viele Tiere werden aus Gärten gestohlen und sind eigentlich Haustiere. Manchmal handle es sich auch um Straßentiere.
Tod von Influencer-Hund „Chutou“ löst große Trauer und Bestürzung aus
In den sozialen Netzwerken findet Guo viele empathische Reaktionen über das tragische Schicksal seines Hundes „Chutou“ vor. Unter einem Video auf YouTube schreibt ein Nutzer: „Ich habe dieses Video gesehen und geweint“. In einem anderen Kommentar heißt es: „Mach dir keine Vorwürfe, gib China die Schuld, weil es keine umfassenden Tierschutzgesetze gibt.“
Um die Situation zu verarbeiten, ist der Reiseblogger wieder unterwegs. In den aktuellsten Videos auf YouTube zeigt er Orte in Tibet. Ein Reiseziel ist auch der Berg Kailash. Dort möchte Guo seinem Border Collie „Chutou“ gedenken. Hierfür hat Guo Fotos von gemeinsamen Erlebnissen ausgedruckt.