Hollywood bebt: Das US-Justizministerium hat die 111-Milliarden-Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount überraschend ohne Auflagen genehmigt. Doch trotz der Freigabe für den Mega-Deal hagelt es heftige Kritik und erste Klagedrohungen.

Nach einem monatelangen Bieterstreit sah alles danach aus, als würde Netflix das traditionsreiche Medienunternehmen Warner Bros. Discovery für rund 83 Milliarden US-Dollar übernehmen. Allerdings wollte sich der Streaming-Riese lediglich die Filmstudios und die Streaming-Plattform HBO Max sichern, während das lineare TV-Geschäft abgespalten werden sollte.

Genau hier grätschte dann Paramount Skydance, angeführt von David Ellison – kräftig unterfüttert durch das Milliardenvermögen seines Vaters, Oracle-Gründer Larry Ellison – mit einem All-Cash-Angebot von 31 Dollar pro Aktie dazwischen, übernahm kurzerhand die Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar, die Warner wegen des geplatzten Netflix-Deals zahlen musste, und kaufte den gesamten Laden auf einmal.

Nun hat genau dieser Mega-Deal die wohl wichtigste Hürde genommen – und scheint damit so gut wie besiegelt zu sein.

US-Justizministerium erteilt grünes Licht

Wie Variety und auch Deadline berichten, hat das US-Justizministerium (DOJ) die astronomische 111 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance jetzt nämlich offiziell durchgewunken – und das völlig überraschend ohne jegliche Auflagen oder Zugeständnisse.

Begründet wurde das grüne Licht am gestrigen Freitag nach einer achtmonatigen Prüfung und der Sichtung von über zwei Millionen Dokumenten damit, dass die Film- und Fernsehindustrie „hochgradig dynamisch“ sei.

„Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass die Transaktion voraussichtlich nicht zu einer Schädigung des Wettbewerbs oder der amerikanischen Verbraucher führen wird. Im Gegenteil: Das fusionierte Unternehmen wird den Wettbewerb voraussichtlich stärken, indem es den Verbrauchern eine robustere Alternative zu den größeren Streaming-Angeboten bietet“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme der Kartellrechtsabteilung des Justizministeriums.

Widerstand aus Hollywood und der Politik

Doch während sich die Führungsriege von Paramount rund um David Ellison über den Meilenstein freut, geht in Hollywood die nackte Angst um. Über 5.500 Filmschaffende und Schauspieler – darunter Stars wie Pedro Pascal, Florence Pugh und Robert De Niro – haben eine Petition gegen die Fusion unterzeichnet.

Der Grund: Paramount hat angekündigt, durch den Zusammenschluss über sechs Milliarden Dollar an „Synergien“ einsparen zu wollen. Deshalb wird eine der größten Entlassungswellen der Entertainment-Geschichte befürchtet. Zudem ist davon auszugehen, dass der Spardruck auch vor den Gaming-Studios nicht Halt machen wird.

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Allerdings formiert sich derzeit auch heftiger politischer und rechtlicher Widerstand durch die einzelnen US-Bundesstaaten. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta stellte umgehend klar, dass die Ermittlungen auf Staatsebene weiterlaufen: „Die Fusion von Warner Bros. und Paramount ist keine beschlossene Sache und bleibt von meinem Büro untersucht.“

Noch deutlicher wurde US-Senatorin Elizabeth Warren, die die Nähe der Ellison-Familie zur Trump-Regierung scharf kritisierte: „Dies ist eine schreckliche Nachricht für jeden Amerikaner, der nicht möchte, dass mit Trump verbündete Milliardäre kontrollieren, was sie sehen und wie viel sie bezahlen. Der Paramount-Warner-Bros.-Deal stinkt nach Korruption und Vorteilsnahme. Dieser Kampf ist nicht vorbei. Die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten müssen diese Fusion blockieren.“

Nächste Hürde Europa: Wird die EU zum Endgegner für Paramount?

Fest steht: Obwohl das US-Justizministerium bereits zugestimmt hat, schauen die europäischen Behörden noch ganz genau hin. Bis zum 7. Juli 2026 wird die Entscheidung der EU-Wettbewerbshüter erwartet. 

Und hier könnte es komplizierter werden, da rund 24 Milliarden Dollar des Kaufpreises durch Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Katar und Abu Dhabi finanziert werden – die EU prüft deshalb intensiv, ob ein Verstoß gegen die Verordnung über drittstaatliche Subventionen vorliegt. Auch die britische CMA hat bereits eine tiefergehende Untersuchung eingeleitet.

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Paramount Skydance gab sich in einem offiziellen Statement nach der DOJ-Freigabe dennoch demonstrativ siegessicher:

„Dieser Deal ist wettbewerbsfördernd und führt zu einem stärkeren Unternehmen, das besser positioniert ist, um mit den dominanten Technologieplattformen in einer Branche zu konkurrieren, die zunehmend durch intensiven Wettbewerb geprägt ist. Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, die Transaktion so schnell wie möglich abzuschließen und ihre Vorteile für Verbraucher, Kreative und die gesamte Unterhaltungsindustrie nutzbar zu machen.“

Somit soll die Übernahme von Warner Bros. Discovery trotz aller Hürden bis zum 30. September 2026 komplett abgeschlossen werden. 

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