«Ein komischer Moment»: So beschreibt Kybun-Joya-Co-CEO Claudio Minder den heutigen Tag. Gemeinsam mit Co-CEO Karl Müller wurde er in den vergangenen Wochen oft gefragt, weshalb ein Ostschweizer Schuhhersteller überhaupt in ein Stadionsponsoring investiert habe. Ob sich ein solches Engagement rechne, ob es sinnvoll sei und ob man das Geld nicht besser anders hätte einsetzen können.

Die ehrliche Antwort falle differenziert aus, sagt Minder sinngemäss. Rein auf Excel-Basis wäre ein solches Engagement vermutlich nie entstanden. In den vergangenen zehn Jahren sei der Kybunpark aber weit mehr gewesen als ein Stadionname. Er sei ein Symbol für die Verbundenheit eines Ostschweizer Unternehmens mit der Region geworden.

Kybun Joya habe in dieser Zeit lokale Vereine, den Nachwuchssport, zahlreiche Veranstaltungen und das Thema gesunde Bewegung fördern dürfen. Gleichzeitig habe der Name Kybunpark die Ostschweiz und das Unternehmen weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar gemacht. Daraus seien viele Geschäftsbeziehungen entstanden, die man nicht direkt monetarisieren könne.

Nun geht diese Ära zu Ende.

Minder sieht darin auch einen Beweis dafür, dass unternehmerischer Mut Spuren hinterlässt. Erfolg bedeute nicht, an allem festzuhalten. Erfolg bedeute auch, zu erkennen, wann ein Kapitel abgeschlossen sei und wann die Zeit für das nächste gekommen sei.

Einen schöneren sportlichen Schlusspunkt hätte sich Kybun Joya kaum wünschen können: Der FC St.Gallen 1879 krönte die Abschiedssaison des Kybunparks mit dem Gewinn des Schweizer Cups. Für Minder sei das ein Geschenk, das man sich nicht schöner hätte vorstellen können.

Der Schriftzug geht, die Erinnerungen bleiben. Und ganz verschwinden wird der Kybunpark-Schriftzug offenbar nicht: Laut Minder wartet bereits das nächste Projekt. Was genau mit den Buchstaben geschieht, bleibt vorerst offen. Fest steht nur: Der Name verschwindet vom Stadion, seine Geschichte in der Ostschweiz aber bleibt.