Das beste Gericht auf der Karte sieht kleiner aus, als es schmeckt: «Fried Chicken»-Slider im Doppelpack. Zwei weiche Brötchen, hausgemacht, inspiriert vom japanischen Milchbrot Shokupan: zarte Krume, die alles zusammenhält, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Dazwischen Pouletschenkelfleisch, über Nacht in Salz-Zucker-Lake eingelegt, durch Buttermilch gezogen, paniert und frittiert. Saftig innen, knusprig aussen. Dazu zwei Saucen. Eine «Alabama White Sauce»: helle, säurebetonte Mayonnaise mit Essig, Zitrone, Knoblauch, Pfeffer und eingelegten Jalapeños. Und statt der üblichen Hot Sauce eine Variante mit ’Nduja, inspiriert vom «Prince’s Hot Chicken Shack» in Nashville: fett, scharf, würzig, aber nie plump. Die Buttermilk Biscuits mit Honigbutter gehen kaum besser: salzig, mürb, buttrig, am Schluss eine Spur süss. Beim Caesar Salad sorgt hausgemachtes Panko für Crunch in jedem Bissen, dazu reichlich Parmesan – Boquerones auf Wunsch. Die frittierten Zucchiniblüten mit Salzzitronen-Dip wiederum zeigen, dass das «Bayou» nicht stur bei den Südstaaten-Klassikern bleibt. Passt: New Orleans war kulinarisch schon immer ein Gumbo der Kulturen – französisch, kreolisch, amerikanisch, immer offen für Neues.