Der Schweizer Bundesrat hat am Freitag seine Pläne zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur vorgestellt. In der sogenannten Botschaft 2027 sind rund eine Milliarde Franken für den Ausbau des Bahnhofs SBB im Westen vorgesehen.
Dort soll mit der neuen Margarethenbrücke und dem Bahnsteigzugang Margarethen ein neuer ÖPNV-Umsteigeknoten entstehen. Für die Kantone sei es erfreulich, dass der Bundesrat als Nächstes eine erste Etappe der Durchmesserlinie finanzieren will, wie es in einer Stellungnahme heißt. „Damit können die Planungen für den Bahnausbau in Basel weiter vorangehen“, wie das Basler Bau- und Verkehrsdepartement darlegt.
„Für die Region besonders erfreulich ist, dass der Bund seine positive Haltung zur Durchmesserlinie bekräftigt und für die Botschaft 2031 Mittel für eine erste Etappe reservieren will“, sagt Regierungsrätin Esther Keller, Vorsteherin des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt.
Verkehrsengpässe beseitigen
Nun sei es zentral, dass der Bund die entsprechenden Planungen engagiert weiterführt. Ziel der Region sei es, dass bis in etwa 25 Jahren eine ihrer Größe und wirtschaftlichen Bedeutung angemessene trinationale S-Bahn entsteht, so Keller weiter. Diese soll die größten Verkehrsengpässe beseitigen, die Erreichung der Klimaziele unterstützen und die drei Länder grenzüberschreitend miteinander verbinden.
Die Basler Regierung strebt den Bau einer unterirdischen Durchmesserlinie an, um den Bahnknoten Basel sowie das triregionale S-Bahn-System fit für die Zukunft zu machen. Indes: Das sogenannte Herzstück hat mittlerweile viel Gegenwind erfahren. Die ursprünglichen Dimensionen mussten eingedampft werden: Von den zunächst vorgesehenen Halten in der Basler Innenstadt und der Abzweigung zum Bahnhof St. Johann hat man aus Kostengründen Abstand genommen.
Spitzkehre soll überflüssig werden
Das Herzstück mit seiner sechs Kilometer langen Durchmesserlinie soll die umständlichen Spitzkehren in den beiden Bahnhöfen überflüssig machen. Weil im Gegenzug auf den Westasttunnel und unterirdische Haltestellen in der Stadt verzichtet werde, könne das Projekt für die Hälfte der Kosten und zudem schneller verwirklicht werden, hieß es im vergangenen Dezember. Damals wurde das Herzstück im Gutachten „Verkehr 2045“ herabgestuft.
Neue Haltestelle wird nicht unterstützt
Nicht hinnehmbar sei die Absicht des Bundes, die S-Bahn-Haltestelle Basel Neuallschwil nicht zu unterstützen, moniert Regierungsrat Isaac Reber, Vorsteher der Bau- und Umweltschutzdirektion Basel-Landschaft. „Die Haltestelle ist für die Erschließung von Großbasel-West und für Allschwil als größte Gemeinde der Schweiz ohne eigenen Bahnanschluss von großer Bedeutung.“ Beide Basel forderten deshalb den Bau der Haltestelle. Gemeinsam mit den Planungspartnern werden die beiden Kantone nun die Auswirkungen der Pläne des Bundes auf den Bahnausbau in der ganzen Nordwestschweiz analysieren.
Mit der Botschaft 2027 zeigt der Bundesrat auf, welche Ausbauten er bis 2045 bei der Bahn und bei den Nationalstraßen realisieren will.