«Der Industrie 25 Jahre voraus»
Wie die Ukraine von Formel-1-Technik profitiert
21.06.2026 – 12:16 UhrLesedauer: 2 Min.
McLaren-Formel-1-Auto: Die Ukraine profitiert von der Technik. (Quelle: IMAGO/imago)
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Britische Entwickler bringen Wissen aus dem Motorsport in den Krieg gegen Russland. Neue Langstreckenwaffen sollen leichter, schneller und unabhängiger von US-Bauteilen werden.
Britische Rüstungsunternehmen nutzen Formel-1-Technik für neue Langstreckenwaffen in der Ukraine. Nach Informationen der «Daily Mail» fließen Aerodynamik, Sensorik und Karbontechnik aus dem Motorsport in Drohnen ein, die künftig russische Ziele angreifen sollen.
Im Mittelpunkt steht das Unternehmen MGI Engineering. Es wurde von Mike Gascoyne gegründet, der früher für die Formel-1-Teams McLaren, Lotus und Jordan gearbeitet hat. Seine Firma entwickelt autonome Drohnen, die leichter und schneller sein sollen als vergleichbare Systeme.
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«Formel 1 ist als Industrie 25 Jahre voraus, weil Teams jeden Betrag ausgeben, um einen Vorteil zu bekommen», sagte Gascoyne der «Daily Mail». Großbritannien sei bei Formel 1 und Aerodynamik weltweit führend. «Wir sind also ideal aufgestellt, um ein tiefes Wissen und Technologie in den Verteidigungssektor zu bringen.»
Rennsporttechnik für das Schlachtfeld
Nach Angaben des Berichts sollen unter anderem Karbon-Verbundstoffe und aerodynamische Verfahren aus dem Rennsport zum Einsatz kommen. «Diese Langstreckendrohnen sind nicht so weit von einem Rennwagen entfernt», sagte Gascoyne. «Ein großer Teil der Technik, Materialien und des Designs hat sich daher nahtlos übertragen lassen.»

Mike Gascoyne bei der Formel 1: Nun baut er Waffen. (Quelle: imago sportfotodienst/imago)
Auch Sensoren aus der Formel 1 sollen in den Drohnen verbaut werden. Sie sollen das Gelände erfassen und eine zusätzliche Zielerfassung ermöglichen, falls russische Störsysteme die GPS-Navigation blockieren. Damit könnte die Technik aus dem Motorsport nicht nur Tempo und Gewicht der Drohnen beeinflussen, sondern auch ihre Einsatzfähigkeit unter elektronischer Störung.
Ein weiterer Aspekt ist die Herkunft der Bauteile. Wie andere britische Hersteller setzt MGI laut «Daily Mail» auf Materialien und Komponenten aus Großbritannien. Das ermöglicht es der Ukraine, die Waffen auch gegen Ziele auf russischem Gebiet einzusetzen. Systeme mit US-Bauteilen können dagegen Lizenzregeln unterliegen, die Angriffe außerhalb der Ukraine ausschließen oder erschweren.
