Sie kommen aus Marokko, der Türkei, Vietnam und Kamerun. Für eine Gemeinschaftsarbeit wählten alle für sich ein charakteristisches Motiv des Heimatlandes. Nicht alle der einbezogenen Auszubildenden arbeiten im Seniorenheim „Azurit“. Doch das Projekt realisierten sie gemeinsam im Atelier der Korschenbroicher Künstlerin Astrid Puttins.
Eine der Beteiligten ist die Vietnamesin Yen. Die Aktion sei eine schöne Gelegenheit gewesen, wieder zu malen, sagt die junge Frau. Die Arbeit, an der sie ihren Anteil hat, ist eingebunden in die erste Kunstausstellung des „Azurit“. Ergänzend zeigen acht Kreative der Gruppe „Künstler in Korschenbroich“ vielfältige Facetten zum Thema „Lebensfreude“.
Hausleiterin Elke Korten ist begeistert vom Ergebnis. Wie groß das Potential für Gesprächsstoff ist, zeigt die Führung der Beteiligten zur Vernissage. Kunstschaffende und Gäste sind sich einig: Rita Würzingers Gemälde der drei vergnügten Damen auf einer Bank atmet Lebenslust. Die Malerin lässt sich gerne von großen Vorbildern anregen, um eigene Akzente zu setzen, so etwa in Anlehnung an Picassos Bild von Frauen am Strand.
Die experimentierfreudige Rosemarie Bernauer ergänzt das Spektrum um Dialoge zwischen Bild und eigenen Gedichten. Beim Gemälde der in Farben badenden Frau habe sie die Farbverläufe mit dem Fön beeinflusst, erzählt sie. Das von Rot dominierte Bild gegenüber beweist ebenso ihr Temperament wie das großformatige Wandrelief mit plastisch gestaltetem Rosenmeer.
„Eine Nacht in Bangkok“ betitelt Dieter Wyen eine seiner abstrakten Komposition im schillernden Farbspiel. Seine Arbeit „Farbendusche“ besitzt bei klarer Struktur doch lebensfrohe Leichtigkeit. Barbara Liebing zeigt eindrucksvolle Fotografien von Momenten, die die Zeit anzuhalten scheinen und doch den Verlauf andeuten. So ist etwa über Lichtspuren der Salto eines Mannes mit Blitzen in der Hand nachvollziehbar.
Inspiriert vom Kubismus ist Detlef Klestils liebenswürdige Hommage an das Fagott zwischen Streichinstrumenten. Es sei sein persönlichstes Bild, sagt der einst langjährige Solofagottist der Niederrheinischen Sinfoniker mit einem Faible für lebhafte Farben.
Gisela Vincenzotti-Ballauff zeigt Beispiele ihrer Auseinandersetzung mit Farben, Licht und Schatten. Seit 30 Jahren widmet sich Eduard Thewalt der informellen Malerei. Die Farben seiner Bilder scheinen sich mit dem Lichteinfall zu verändern. Rita Böing zeigt vorwiegend plastisch und lebendig anmutende Tierbilder. Die meisten stammen aus ihrer frühen, noch gegenständlich bestimmten Phase, die später der Abstraktion wich. Heute mag die Künstlerin beide Richtungen. Ausstellungsende: voraussichtlich Anfang Juli.