Wie ein „Werkstattwochenende“ empfinde er die Ausstellung, sagt Gregor Bonin Kostenpflichtiger Inhalt in der Schriefersmühle. 72 Bilder hat er mitgebracht, die im Erdgeschoss und auf der ersten Etage an den Wänden und auf einer kleinen Leiter präsentiert werden, andere liegen auf Tischen oder stecken in Stellagen, in denen die Besucherinnen und Besucher durch die Arbeiten auf Papier „blättern“ können.

„Welcome back“ lautet der Titel der Ausstellung mit den Werken von Gregor Bonin, die von Freitag, 19. Juni, bis Sonntag, 21. Juni, in der Mühle präsentiert wurden. Denn mit dem Gruß „Willkommen zurück“ habe ein Künstlerkollege darauf reagiert, dass er wieder als Maler tätig sei, sagt Bonin. Schon von 1989 bis 2005 stand er gemeinsam mit dem Künstlerkollegen Udo Carmanns unter dem Künstlernamen „A-Quadrat“ mit Malerei und Rauminstallationen in der Öffentlichkeit. Seit mehr als 30 Jahren ist Bonin Mitglied der Künstlerförderung c/o Mönchengladbach. Seine Mitgliedschaft ruhte, während er sich seiner beruflichen Tätigkeit als Stadtplaner widmete.

Schon einige Jahre, bevor Bonin 2023 in den Ruhestand ging, begann er, seine Beschäftigung mit der Kunst wieder aufzunehmen. Die in der Schriefersmühle gezeigten Bilder sind in den vergangenen Jahren eigens für diese Präsentation entstanden. Mit ihnen begibt sich Bonin wieder in eine breitere Öffentlichkeit – „Welcome back“ eben.

Gregor Bonin arbeitet mit Acry- und Sprayfarben sowie mit Lacken

Das Malen hat einen großen Stellenwert in seinem Alltag eingenommen. „Ich fühle mich frei, zu machen, was ich möchte.“ Und: „Ich male nicht, ich komponiere und bringe Formen und Farben zusammen“, erklärt Bonin. Seine Vorgehensweise beschreibt er als „schieben, spachteln, ziehen“. Damit quäle er das Papier, sagt er lachend. Genauer heißt das: Acryl- und Sprayfarben sowie Lacke werden auf das Papier aufgebracht und anschließend partiell mit dem Spachtel verschoben, abgetragen oder verwischt. Andere Blätter werden satt mit Farbe bearbeitet, auf ein zweites Blatt gelegt und wieder abgenommen. Eine verwandelte Version des ersten Blatts entsteht. Durch den gelenkten Zufall, sagt Bonin, entstehen Bilder wie das „Seestück“. Obwohl abstrakt, wecken die Verteilung der blauen Farbe und die weiße Fläche Assoziationen an das Meer, den Himmel und ein Boot. Häufig sind seine Werke Landschaftsmotive, die durch die Farbschichten aufblitzen und durch Bonins Nachbearbeitung betont werden.

Früher, so erklärt Bonin, habe er auf Titel verzichtet, weil er der Meinung gewesen sei, dass der Betrachter und die Betrachterin in ihrer Interpretation frei sein sollten. Diese Meinung habe sich geändert. Er wolle stattdessen gern den Menschen erzählen, was das Bild für ihn erzähle und bedeute. So gibt er den Arbeiten nun Titel wie „Im Inneren“, „Dorf“ oder „Inferno“.