Sitzung im UN-Sicherheitsrat

Melnyk warnt Russland: «Verschwindet, bevor es zu spät ist!»

Aktualisiert am 23.06.2026Lesedauer: 2 Min.

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Der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk: Er will mit Russland sprechen. (Quelle: IMAGO/Lev Radin/imago)

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Melnyk signalisiert im UN-Sicherheitsrat Gesprächsbereitschaft mit Moskau. Zugleich droht er mit einem Kurswechsel.

Andrij Melnyk, ständiger Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen, zeigt sich bereit, mit Russland zu sprechen. So habe sich die Dynamik im vergangenen Monat deutlich geändert und Russland habe erkannt, dass es den Krieg nicht gewinnen könne, sagte er in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats.

Man sei bereit, zu verhandeln, um einen gerechten und dauerhaften Frieden im Einklang mit der UN-Charta zu erreichen, sagte Melnyk, der früher ukrainischer Botschafter in Deutschland war. Allerdings sei die Geduld der Ukraine «nicht unbegrenzt». Er könne daher nicht ausschließen, «dass die Ukraine ihre Position überdenkt und ihr Angebot ändert.»

Zudem warnte er Russland: «Sie werden die besetzten Gebiete niemals halten können. Niemals.» Er forderte: «Verschwindet aus der Ukraine so schnell ihr könnt, bevor es zu spät ist!»

Die Sitzung wurde auf Antrag Kiews nach den jüngsten russischen Angriffen auf ukrainische Städte und Kulturstätten einberufen. Nach Angaben der Ukraine gab es dabei zahlreiche zivile Tote und Verletzte.

Melnyk sprach von einem beispiellosen Ausmaß des russischen «Raketenterrors» gegen die ukrainische Bevölkerung. Allein in der Nacht zum 15. Juni habe Russland mehr als 70 Raketen und über 600 Drohnen eingesetzt. Ziel der Luftangriffe sei vor allem die ukrainische Hauptstadt gewesen.

Scharfe Vorwürfe gegen Putin

Besonders ausführlich sprach Melnyk über den Angriff auf das Kiewer Höhlenkloster, eine Unesco-Welterbestätte aus dem 11. Jahrhundert. Russland habe damit erneut eine rote Linie überschritten, betonte er. Der Angriff sei «eine Ohrfeige für die gesamte zivilisierte Welt».

Im Video | Kiew: Weltkulturerbe steht in Flammen

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Der ukrainische Diplomat warf Kremlchef Wladimir Putin vor, sich durch die Angriffe auf Kulturstätten «einen Platz unter den finstersten Figuren der modernen Geschichte» gesichert zu haben. Zudem beschuldigte er Russland, gezielt die kulturelle Identität der Ukraine anzugreifen. Als Beispiel nannte er Schäden am Dowschenko-Filmstudio in Kiew, das Melnyk als das «ukrainische Hollywood» bezeichnete.

Weiterhin sprach der Botschafter von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Russische Streitkräfte würden gezielt zivile Infrastruktur angreifen und hätten zuletzt auch Handelsschiffe auf dem Weg zu ukrainischen Häfen attackiert.