Prenzlauer Berg und Spandau teilen sich seit zehn Jahren ein Berliner Denkmal, kein Witz: „1986 wurde das monumentale Werk des sowjetisch-ukrainischen Künstlers Lev Kerbel im Thälmann-Park enthüllt – und bereits vier Jahre danach der Abbau beschlossen“, schreibt die Spandauer Zitadelle um Museumschefin Urte Evert. 1990 ließ der Stadtbezirk Prenzlauer Berg (gehört seit 2001 zu Pankow) die Stelen entfernen.
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Im Sommer 1990 verschwanden demnach die Spruchstelen mit Zitaten von Erich Honecker und Ernst Thälmann, die neben dem Denkmal standen und seit 2016 in der Ausstellung „Enthüllt“ zu sehen sind. Hier das Tagesspiegel-Foto vom Thälmann-Sockel in den Ausstellungsräumen der Spandauer Zitadelle.
Die Stelen. Durch die Frau links auf dem Foto ist die Größe besser vorstellbar.
© André Görke
„Der Thälmann-Kopf blieb auf seinem Platz und sorgt seither immer wieder für Aufregung“, so Museumschefin Evert. Die FDP regte vor einigen Jahren an, auch die 15 Meter hohe Skulptur mit dem Kopf nach Spandau zu holen – die Idee fand aber keine Mehrheit.
„Mit der Gestaltung des Sozialismus in der Deutschen Demokratischen Republik setzen wir Ernst Thälmann / dem kühnen Streiter für Freiheit / Menschlichkeit und sozialen Fortschritt unseres Volkes / ein würdiges Denkmal“, heißt es beispielsweise von Honecker auf der Stele, die in Spandau mit bunten Original-Graffiti in der Ausstellungshalle zu finden sind.
1986
kam die Skulptur nach Berlin – zum 100. Geburtstag Thälmanns. Das 15 Meter hohe Denkmal steht auf einem Sockel aus rotem Granit und war ein Geschenk der ehemaligen Sowjetunion an die DDR.
Die Spandauer Zitadelle um Museumschefin Urte Evert bereitet nun im Jubiläumsjahr von „Enthüllt“ eine Diskussion vor Ort in Prenzlauer Berg vor. Geplant war diese bereits am Sonntag, 28. Juni, direkt am Ernst-Thälmann-Denkmal an der Greifswalder Straße 52.
„Aufgrund der Wettervorhersage von 40 Grad im Schatten am 28. Juni wird das Stadtgespräch verschoben“, teilte die Zitadelle jetzt mit. Mehr unter www.zitadelle-berlin.de.
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