Der neue Hugo Ball Almanach befasst sich mit den Künstlerpaaren Hugo Ball/Emmy Hennings und Hans Arp/Sophie Täuber-Arp.

Am Beispiel dieser vier Künstler wird die Dynamik von Paarkonstellationen untersucht, die sich über den Tod der Partnerin oder des Partners hinaus fortschreibt. Es schließt sich eine Analyse von Hugo Balls bruitistischem „Krippenspiel“ an, das 1916 im Cabaret Voltaire in Zürich uraufgeführt, jedoch erst 70 Jahre später aus dem Nachlass veröffentlicht wurde. Es gilt heute als zentraler Text des Dadaismus.

Rekonstruiert werden Leben und Werk des an Dada Berlin beteiligten, jedoch kaum bekannten Künstlers Jefim Golyscheff (1897–1970). Ein weiterer Beitrag zeigt Berlin als Schauplatz mehrerer spektakulärer „Revolutionsbälle“, die innerhalb weniger Jahre in verschiedenen künstlerischen wie gesellschaftspolitischen Kontexten (Sezession, Expressionismus, Räterevolution) stattfanden. Daneben wird Ferdinand Hardekopfs Rezeption des Futurismus belegt, und die vor Kurzem gegründete Emmy-Hennings-Gesellschaft stellt sich vor. Zudem dokumentiert der aktuelle Band die jüngsten künstlerischen Aktivitäten des heutigen Cabaret Voltaire in Zürich. Abschließend werden im Rezensionsteil neue Publikationen zu Hugo Ball und Dada besprochen.

Neben dem vielfältigen Werk seines Namensgebers beschäftigt sich der 1977 von der Stadt Pirmasens als Forum der Hugo-Ball-Forschung ins Leben gerufene Hugo Ball Almanach auch mit Autoren und Künstlern aus dem Umkreis Balls und des Züricher Dadaismus.

Lesezeichen

Hugo Ball Almanach (neue Folge 17), Stadt Pirmasens in Zusammenarbeit mit der Hugo-Ball-Gesellschaft (Herausgeber), Verlag Edition Text + Kritik, München, Juni 2026, 205 Seiten mit 32 Abbildungen, 28 Euro, auch E-Book.