Ermittlungen eingeleitet
26 Rekruten sterben bei Training – Ukraine-Kommandeur suspendiert
Aktualisiert am 26.06.2026 – 17:49 UhrLesedauer: 3 Min.
Ukrainische Soldaten nehmen an einem Training teil (Archivbild): In der «Skelia»-Einheit kam es mutmaßlich zu massiven Verstößen vonseiten der Kommandeure. (Quelle: UKRAINIAN ARMED FORCES/reuters)
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Ein ukrainisches Sturmregiment steht wegen mutmaßlicher Gewalt gegen eigene Soldaten unter Druck. Die Vorwürfe treffen eine Einheit, die viele neu mobilisierte Männer aufnimmt und regelmäßig an riskanten Einsätzen beteiligt ist.
Die ukrainische Armee hat den Kommandeur des 425. Separaten Sturmregiments «Skelia», Oberstleutnant Jurij Harkawyj, vorläufig vom Dienst suspendiert. Das teilte ein Sprecher des ukrainischen Heeres am Donnerstag vor Journalisten mit. Hintergrund sind Ermittlungen zu mutmaßlichen Verstößen gegen die Rechte von Soldaten und Berichte über mindestens 26 Todesfälle unter Rekruten, die nicht im Zusammenhang mit Kampfhandlungen stehen sollen.
Auslöser war eine Recherche des ukrainischen Mediums «Babel». Darin ist von Misshandlungen, Zwang, unzureichender medizinischer Versorgung und Todesfällen in Ausbildungslagern des Regiments die Rede. Angehörige und frühere Soldaten erhoben demnach schwere Vorwürfe gegen Verantwortliche der Einheit. Es sollen in den vergangenen sechs Monaten 26 Soldaten in Ausbildungszentren des Regiments gestorben sein, viele von ihnen weniger als einen Monat nach ihrer Ankunft in der Einheit.
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Das Staatliche Ermittlungsbüro der Ukraine leitete am Dienstag ein Vorverfahren ein und prüft, ob Militärvertreter unter dem Vorwand des Kriegsrechts ihre Befugnisse überschritten haben.
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«Skelia»-Einheit bestätigt 25 von 26 Todesfällen
Das Regiment bestätigte inzwischen einen Teil der Angaben. Ein Sprecher von «Skelia», Andrij Suraj, sagte nach Angaben ukrainischer Medien, man könne die Todesfälle von 25 der 26 in der Recherche genannten Soldaten bestätigen. Eine Person habe man nicht identifizieren können, sie habe keinen Bezug zu dem Regiment gehabt. Zu den Umständen der Todesfälle äußerte sich Suraj zurückhaltend: Es gebe laufende Prüfungen und Verfahren, diese müssten klären, wie belastbar die Vorwürfe seien.
Das Regiment erklärte, 18 der genannten Soldaten seien in Krankenhäusern oder auf dem Weg dorthin gestorben. Als mögliche Ursache nannte die Einheit Krankheiten oder einen schlechten Gesundheitszustand mobilisierter Soldaten.
Die Einheit wies zugleich einzelne Vorwürfe zurück. Sprecher Oleksij Bratuschtschak sagte laut dem Sender «Suspilne», es gebe bei «Skelia» keine «Gruben» – wohl eine Anspielung auf Berichte über Orte, an denen Soldaten bestraft oder festgehalten worden sein sollen. Jeder Fall müsse einzeln geprüft werden, erklärte das Regiment.
Der suspendierte Kommandeur Harkawyj hatte noch im Januar 2025 den Orden als «Held der Ukraine», die höchste Auszeichnung des ukrainischen Staats, erhalten. Seine Einheit feierte die Auszeichnung und seine «einzigartigen Führungsqualitäten» mit diesem Beitrag auf Instagram:
