Zwei der bekanntesten Hedgefonds-Manager Chinas warnen davor, dass sich der KI-Boom an den globalen Aktienmärkten zu einer Blase entwickelt hat, die jetzt platzt. Darüber berichtet Bloomberg.
KI-Blase schon geplatzt laut chinesischer Hedgedonds-Manager
Wealspring Asset, dessen Gründer Yang Dong in China dafür bekannt ist, 2007 den Hochpunkt der Aktienmärkte vorhergesagt zu haben, erklärte laut einem Investorenbrief, der Bloomberg News vorliegt, dass globale KI-Aktien zu einer „Superblase“ geworden seien und der „Zusammenbruch möglicherweise nicht mehr fern“ sei. Das Shanghai Banxia Investment Management Center erklärte, „der Auslöser für das Platzen der KI-Blase sei bereits aufgetreten“, und verwies dabei auf den Druck hinsichtlich des rasanten Umsatzwachstums bei Anthropic PBC.
Mindestens vier weitere chinesische Hedgefonds äußerten bereits im Mai Vorbehalte gegenüber KI, wie aus einer von CSC Financial Co. zusammengestellten und von Bloomberg News eingesehenen monatlichen Zusammenfassung der Fondsmeinungen hervorgeht.
KI-Aktien erlebten einen Boom – Aktien wie SK Hynix und Micron Technology haben sich mehr als verdreifacht. Doch die Rally ist nicht mehr ungetrübt – zuletzt gab es heftige Kursrückgänge. Offensichtlich werden die zuvor extrem euphorischen Investoren zunehmend vorsichtiger werden.
Wealspring, das ein Vermögen von mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar verwaltet, schrieb, dass vielen chinesischen KI-Infrastrukturunternehmen ein langfristiger Wettbewerbsvorteil fehle, sie „ziemlich gewöhnliche“ Geschäftsmodelle verfolgten und ständige Investitionen benötigten, um ihr Wachstum aufrechtzuerhalten.
„Wir hätten wirklich nicht erwartet, dass ein bloßer Boom, der von einer Welle massiver Nachfrage angetrieben wurde, zu derart hohen Bewertungen und Marktkapitalisierungen hochgejubelt werden könnte“, teilte das Unternehmen den Anlegern mit. „Damals während des Bullenmarkts 2015 gab es den Begriff ‚brainless buying‘ – und derzeit befinden wir uns wahrscheinlich wieder in einer ähnlichen Situation.“
Banxia, das ein Vermögen von mehr als 294 Millionen US-Dollar verwaltet, weist auf Warnsignale außerhalb der chinesischen Grenzen hin. Das Unternehmen prognostizierte, dass die annualisierte Umsatzrate von Anthropic – eine von KI-Optimisten genau beobachtete Kennzahl – hinter den Markterwartungen zurückbleiben werde. Große Technologieunternehmen würden angesichts der steigenden Kosten für Token zurückschrecken, während die Konkurrenten von Anthropic dessen Beliebtheit unter Computerprogrammierern untergraben könnten, so der chinesische Fonds in seinem Anlegerbrief.
Chinas CSI-Index für künstliche Intelligenz ist in diesem Jahr um mehr als 35% gestiegen und hat damit den Anstieg des Leitindex von rund 5 % weit hinter sich gelassen. Dennoch liegt er deutlich hinter den Entwicklungen in anderen Ländern zurück: Der südkoreanische Kospi ist um fast 100% gestiegen, angetrieben von einer rasanten Rallye bei SK Hynix und Samsung Electronics Co. Aber auch der Kospi – ein Index, der vor allem von Spekulanten angetrieben wird – wird immer volatiler und verlor heute mehr als -5%.
An der Wall Street zeigt vor allem der Abverkauf der amerikanischen Hyperscaler, dass die Frage, ob sich die gigantischen Investitionen in KI sich jemals werden rechnen können, zunehmende Zweifel. Aber diesmal ist sicher alles anders..
FMW/Bloomberg
Über den RedakteurMarkus Fugmann
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