
Xbox, PlayStation und Nintendo erhöhen Preise – Gaming wird deutlich kostspieliger.
Alistair Berg/Getty Images
Konsolen, Spiele und Abonnements werden weltweit teurer – steigende Speicherpreise belasten die Branche.
Experten sehen die gesamte Gaming-Industrie unter Druck – von höheren Hardwarekosten bis zum KI-Boom bei Halbleitern.
Wer mit älteren Geräten spielt, kann weiterhin günstig zocken, doch aktuelle Hardware und neue Spiele werden zunehmend zum Luxus.
Jahrelang galten neue Videospiele als eines der besten Preis-Leistungs-Angebote der Unterhaltungsbranche: Konsole kaufen, Spiel kaufen, beides an den Fernseher anschließen – und stundenlang spielen.
Heute wirkt dieses Schnäppchen deutlich weniger selbstverständlich. Preiserhöhungen erfassen inzwischen nahezu jede Ebene des Hobbys. Vor allem die Speicherknappheit treibt diese Entwicklung voran und macht Gaming zunehmend zu einem Luxusvergnügen.
Microsoft ist das jüngste Beispiel dafür. Das Unternehmen bereitet für August Preiserhöhungen bei der Xbox von 100 bis 150 Dollar (etwa 85 bis 130 Euro) vor. Als Grund nennt der Konzern stark gestiegene Kosten für Speicher- und Datenträgertechnologien. Bereits im vergangenen Jahr hatte Microsoft die Preise seiner Hardware zweimal erhöht. Die Xbox Series S verteuerte sich im Oktober beispielsweise von 379,99 Dollar (etwa 325 Euro) auf 399,99 Dollar (etwa 340 Euro).
Analysten erklärten gegenüber BUSINESS INSIDER (BI), dass es keine einfache Lösung für den allgemeinen Preisanstieg in der Gaming-Branche gebe.
„Der Grund, warum so viele Bereiche des Gamings gleichzeitig teurer werden, ist, dass das gesamte System unter Druck steht“, sagte James Sheridan, CEO von Sheridan Technologies und ehemaliger Firmware-Ingenieur bei HP. „Die Branche wird von beiden Seiten in die Zange genommen.“
Sheridan verweist auf eine ganze Reihe von Belastungsfaktoren, darunter Zölle, steigende Hardwarekosten und die wachsende Konkurrenz um Halbleiter infolge des KI-Booms.
Lest auch

GTA 6 startet Vorverkauf – Rockstar zeigt erstmals das offizielle Cover
Die Kosten steigen an allen Fronten
Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. Anfang des Monats reagierten viele Gamer schockiert auf die deutlich höheren Preise der mit Spannung erwarteten Steam Machine von Valve. Der für Wohnzimmer-Fernseher konzipierte PC soll direkt mit klassischen Spielekonsolen konkurrieren und startet bei 1.049 Dollar (etwa 900 Euro) – mehrere Hundert Dollar mehr, als viele erwartet hatten.
Bereits im Mai hatte Valve die Preise seines beliebten Handhelds Steam Deck angehoben, um „die aktuelle Entwicklung der Komponentenpreise widerzuspiegeln“. Die günstigste Version kostet inzwischen 789 Dollar (etwa 675 Euro) statt zuvor 549 Dollar (etwa 470 Euro).
Externer Inhalt nicht verfügbar
Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine jederzeit widerrufliche Einwilligung (über den Schalter oder über „Widerruf Tracking und Cookies“ am Seitenende) zur Verarbeitung personenbezogener Daten nötig. Dabei können Daten in Drittländer wie die USA übermittelt werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO). Mit dem Umschalten auf „an“ stimmst du zu. Weitere Infos findest du in unserer Datenschutzerklärung.
An
Nintendos Switch 2 kostet derzeit 449,99 Dollar (etwa 385 Euro), soll im September jedoch auf 499,99 Dollar (etwa 430 Euro) steigen. Das dazugehörige Spiel „Mario Kart World“ kostet 79,99 Dollar (etwa 69 Euro) und gilt als prominentes Beispiel für den Trend hin zu Spielen für 80 Dollar. Auch Rockstar Games bestätigte kürzlich, dass der nächste Teil der „Grand Theft Auto“-Reihe bei 79 Dollar (etwa 68 Euro) starten wird.
Die PlayStation 5 Disc Edition verteuerte sich im April von 549,99 Dollar (etwa 470 Euro) auf 649,99 Dollar (etwa 555 Euro).
Lest auch

Warum die Deutsche Bahn gezielt Gamer rekrutiert – und was andere Unternehmen davon lernen können
Auch Abonnements werden teurer. Das monatliche Essential-Abo von PlayStation Plus stieg im Mai von 9,99 Dollar (etwa 8,50 Euro) auf 10,99 Dollar (etwa 9,40 Euro). Xbox Game Pass Ultimate verteuerte sich im Oktober zunächst um 10 Dollar auf 29,99 Dollar (etwa 25,70 Euro) pro Monat, bevor Microsoft den Preis im April wieder auf 22,99 Dollar (etwa 19,70 Euro) senkte.
PC-Spieler stehen vor eigenen Herausforderungen, da die Preise für Speicherbausteine weiter steigen.
Externer Inhalt nicht verfügbar
Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine jederzeit widerrufliche Einwilligung (über den Schalter oder über „Widerruf Tracking und Cookies“ am Seitenende) zur Verarbeitung personenbezogener Daten nötig. Dabei können Daten in Drittländer wie die USA übermittelt werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO). Mit dem Umschalten auf „an“ stimmst du zu. Weitere Infos findest du in unserer Datenschutzerklärung.
An
Dan Mazei, Principal bei All Tangled Roots und ehemaliger Kommunikationschef von Activision Blizzard, sagte BI, die höheren Preise seien auch auf die enormen Kosten moderner AAA-Spiele zurückzuführen.
„Die Preise für Spiele werden weiter steigen, solange Entwicklungszyklen lang bleiben und gleichzeitig enorme Summen verschlingen“, sagte Mazei. „Gerade bei AAA-Titeln gibt es kaum Spielraum für Einsparungen, wenn ambitionierte Umsatzziele den bereits investierten Milliardenbeträgen gegenüberstehen.“
Wer aktuell bleiben will, zahlt immer mehr
Die Preissteigerungen treffen allerdings nicht alle Spieler gleichermaßen. Wer eine ältere Konsole besitzt und überwiegend Offline-Spiele nutzt, kann weiterhin vergleichsweise günstig spielen.
Lest auch

GTA-Macher ohne Controller: Der disziplinierte Gaming-CEO, der selbst keine Videospiele spielt
Besonders betroffen sind dagegen Gamer, die bei neuer Hardware, aktuellen Blockbuster-Spielen, Online-Abonnements und leistungsstarken PC-Komponenten auf dem neuesten Stand bleiben wollen. Sie sehen sich inzwischen mit Preiserhöhungen aus nahezu allen Richtungen konfrontiert.
„Die ursprüngliche Strategie bestand darin, Nutzer zu gewinnen und Gewohnheiten aufzubauen“, sagte Sheridan. „Heute zahlen Verbraucher nicht nur höhere Listenpreise, sondern bekommen nach dem Einstieg ins Ökosystem immer mehr Möglichkeiten angeboten, zusätzlich Geld auszugeben.“
Lest den Originalartikel auf Business Insider US.