Aus JBLs Soundbar-Sortiment mit Dolby Atmos haben wir uns dieses Mal jene Variante herausgepickt, die wohl das beste Preis-Leistungs-Profil besitzt: die JBL BAR 800MK2. JBL bietet in der aktuellen Baureihe quasi dieselbe Soundbar mit sehr unterschiedlichen Ausbaustufen und vergleichsweise großen Preisunterschieden an. Das beginnt mit der „puren“ Soundbar JBL BAR 300MK2 zu 300 Euro. Die JBL BAR 500MK2 packt für 500 Euro den Funk-Subwoofer drauf. Unser Testgerät, die JBL BAR 800MK2, hat dazu die Funk-Surround-Lautsprecher, die sich vielfältig einsetzen lassen, und kostet 630 Euro. Das Topmodell JBL BAR 1000MK2 hat dann noch insgesamt vier Höhen-Lautsprecher Richtung Decke dabei und kostet 900 Euro.
JBL BAR 800MK2 mit angedockten Funk-Surroundlautsprechern (Foto: R. Vogt)
Damit ist die JBL BAR 800MK2 klar das beste Angebot fürs Budget. In Sachen Klang und Leistungsfähigkeit gleichen sich die Modelle weitestgehend, daher kann man hier ruhig nach Geldbeutel und Ausstattung gehen. Aber Atmos ohne Höhenlautsprecher? Ja. Zum einen sind die nicht zwingend vorgeschrieben. Zum anderen ist diskretes Surround – also Abbildung links/rechts plus vorne/hinten – als Umhüllung evolutionär viel bedeutender für unser menschliches Gehör als die Information für oben/unten. Also ist die 800er mit bis zu 7.1 Kanälen plus Virtualisierung für die abwesenden Deckenlautsprecher gut bestückt.
JBL BAR 800MK2 mit separaten Funk-Surroundlautsprechern (Foto: R. Vogt)
Wie schon bei der JBL BAR 1300, die LowBeats 2023 testete, sind die abnehmbaren äußeren Lautsprecher das signifikanteste Merkmal. So hat man wahlweise eine größere Soundbar, was klangliche Vorteile bringt, oder separate Funk-Surround-Lautsprecher, die zusätzlich noch ein paar Tricks auf Lager haben. Mit den diskreten Surround-Lautsprechern kann man das Klangbild im gesamten Raum aufspannen und beste Surround-Darstellung und tolle Effekte genießen.
So bekommt man wahlweise eine schon ausgewachsene Soundbar mit 116 Zentimetern Breite, wenn die Funklautsprecher angehängt sind, oder eine kompakte Variante mit 85 Zentimetern. Dank einer Höhe von nur 5,2 cm passt sie praktisch unter jeden Fernseher, der auf eigenen Füßen steht – ohne, dass das Bild verdeckt wird.
Hinter dem dezenten Frontgitter verbergen sich immerhin sechs Breitband-Chassis, deren ovale Konusmembranen mit 44 x 80 Millimeter gar nicht klein sind. Hinzu kommen zwei Kalottenhochtönern mit 25 Millimetern Durchmesser. Die Verstärkerleistung gibt JBL mit einer Summe von 400 Watt an.
Die abnehmbaren Surroundlautsprecher
Hängt man die mobilen Lautsprecher an die Soundbar – einfach von oben einklinken –, werden deren Akkus geladen und sie werden zu den äußeren Lautsprechern der Soundbar für eine breitere akustische Bühne. Damit das beim separaten Benutzen nicht hässlich aussieht, gibt es Endstücke, die einfach anzustecken sind.
Angedockt werden die Funklautsprecher zu den äußeren Lautsprechern der Soundbar und der Akku wird geladen. Die magnetischen Endstücke verkleiden die Seiten, wenn die Funklautsprecher abgenommen werden (Foto: R. Vogt)
Es kann auch nichts verwechselt werden, denn welche mobile Box wohin gehört, ist klar durch „L“ und „R“ für die Seiten gekennzeichnet, und beim Anhängen an die Soundbar passt ohnehin jede Box nur an die korrekte Seite.
Die mobilen Funklautsprecher sind für ihre jeweilige Seite gekennzeichnet (Foto: R. Vogt)
Jeder dieser separaten Funklautsprecher besitzt natürlich seine eigene Elektronik mit immerhin 40 Watt Verstärkerleistung. Und jeder dieser Andock-Lautprecher hat zwei dieser ovalen Breitbandlautsprecher-Chassis (44 x 80 Millimeter).
Die Funk-Surround-Lautsprecher können auch per USB-C geladen oder dauerhaft betrieben werden (Foto: R. Vogt).
Die Speaker verfügen über Füßchen zum Hinstellen sowie ein Stativgewinde für etwaige Halterungen. Eine Ladebuchse im USB-C-Format erlaubt die dauerhafte Stromversorgung und das Laden des Akkus, der bis zu 10 Stunden Betrieb ermöglichen soll. Das einzige direkte Bedienelement ist eine Powertaste.
Der Funk-Subwoofer
Der Subwoofer wirkt beinahe wie eine kleine Tonne, so stark sind die Ecken abgerundet. Seine 8,1 Kilogramm stehen auf einer Grundfläche von circa 33 x 33 Zentimetern und er ist 40 Zentimeter hoch. Rückseitig gibt es einen „Rasierapparat“-Stromanschluss (IEC 603020 C8) und eine Powertaste.
Der 26-cm-Tieftöner hat dank 300-Watt-Endstufe ordentlich Wumms (Foto: R. Vogt)
Stromanschluss und Powertaste – mehr braucht es am Subwoofer nicht. Das Signal kommt per Funk (Foto: R. Vogt)
Das wars. Mehr gibt es unter der faustgroßen, abgerundeten Bassreflexöffnung nicht zu sehen. Kippt man den Subwoofer auf die Seite, sieht man zwischen den vier Füßchen die 26-Zentimeter-Papiermembran des Tieftöners, der mit immerhin 300 Watt angeschoben wird.
Zentralorgan: Die Soundbar
JBL BAR 800MK2 spielt über HDMI sowie per Tidal und AirPlay 2 Dolby Atmos (Foto: R. Vogt)
Die Soundbar selbst besitzt, wie das üblich ist, um Stecker zu verdecken, nach innen versetzte Anschlüsse. Links im Bild eine Eurobuchse (IEC 603020 C8) für den Stromanschluss, gefolgt von einer USB-Buchse für Servicezwecke und dem Netzwerkanschluss. Ein Eingang gemäß HDMI-2.3-Standard nimmt einen Player oder eine Konsole auf und dann braucht es natürlich noch die Ton-Buchsen für den Fernseher in Form von eARC für alle Tonformate bis Dolby Atmos und einen Toslink-Eingang für alte TV-Geräte aus der Zeit vor ARC oder eARC. Nicht zu sehen, weil die Antennen innen verbaut sind, ist die Kommunikation mit Bluetooth und WLAN. Hinweis: DTS oder DTS:X decodiert JBL nicht, verwendet aber dessen Virtualizer DTS Virtual:X zum Verbreitern der Stereobasis und Emulation der Deckenkanäle.
Handliche Fernbedienung, nur minimale Bedienelemente an der Soundbar selbst (Foto: R. Vogt)
Die Infrarot-Fernbedienung bietet alle Funktionen für den Alltag und ist sehr handlich. Auf der Soundbar selbst gibt es nur die Lautstärke und eine Eingangswahl – das war es auch schon.
Das Display der JBL BAR 800MK2 ist gut ablesbar obwohl es hinter einem Frontgitter steckt (Foto: R. Vogt)
Hinter dem Metallgitter, das die Front umspannt, zeigt sich ein großes, recht helles, einzeiliges Siebensegment-Display, das klar abzulesen ist. Hier zeigt JBL, was gerade ein- oder umgeschaltet ist, welcher Soundmodus und welche Lautstärke eingestellt sind. Nach ein paar Sekunden verschwindet es dann wieder dezent.
Kontrolle für Alles: JBL One App
Richtig ausreizen kann man die JBL BAR 800MK2 tatsächlich erst mit der JBL One App. Die nimmt per Bluetooth den Kontakt auf und bietet eine Vielzahl von Funktionen, die die Fernbedienung nicht adressieren kann. Die App erlaubt zahlreiche Einstellungen für die verschiedenen Betriebsmodi, das Streaming von Musik und genauere Optionen zur Klangeinstellung.
Musikstreaming: Sogar High-Res bis 24 Bit/48 kHz und Dolby Atmos sind möglich (Foto: R. Vogt)
Einer der ersten Handgriffe sollte nach der Inbetriebnahme der Soundbar deren Einmessung auf den Raum sein. Das geht zwar auch mit der Papieranleitung und der Infrarot-Fernbedienung, aber die App zeigt das Schritt für Schritt in anschaulichen Grafiken, wie oben in der Animation zu sehen.
Kinderleicht und akustisch notwendig: Die Kalibrierung von Soundbar, Subwoofer und Surrounds (Foto: R. Vogt)
Für das Prozedere, das primär die richtige Balance der Lautstärke zwischen Soundbar, Subwoofer und Surroundlautsprechern herstellt, nimmt man zunächst die Surrounds ab und legt sie auf das Sitzmöbel in Höhe der Hörposition. Nach der ersten Messung, übrigens mit den in der Soundbar integrierten Messmikrofonen, werden im zweiten Schritt die Surrounds dort platziert, wo man sie später auch verwenden möchte. Nächste Messung. Fertig.
Und tatsächlich: Polterte der Bass ab Werk noch ungebührlich laut aus dem Subwoofer und die Balance aus Front versus Surround stimmte ebenfalls nicht, so passte alles nach der Kalibrierung ziemlich harmonisch zusammen. Nur der Bass war noch eine Spur zu laut, aber das ist eher gefällig und womöglich Absicht. Der Vorgang jedenfalls funktionierte intiutiv-leicht: das kann wirklich jeder. Großes Lob! Wer danach noch etwas dosieren möchte, für den gibt es Tasten für mehr oder weniger Subwoofer oder Surround auf der Fernbedienung und, etwas feinfühliger, einen 7-bandigen Equalizer in der App.
Im Alltag sollten die drei Klangmodi reichen, die JBL integriert hat. Standard gibt alles neutral wieder. Music bleibt tonal neutral, verwendet aber den Virtualizer. Damit verbreitert sich die Bühne spürbar und verteilt – falls die Surround-Lautsprechern hinten aufgestellt sind – die Rauminformation sehr effizient. Das Ganze wirkt wie ein Upmixer und klingt ansprechend räumlich, ohne dabei aufdringlich oder verfärbt zu sein. Der Modus Movie nutzt natürlich ebenfalls DTS Virtual:X und gibt im Bass spürbar mehr Gas, ohne aber zu sehr zu übertreiben.
Es gibt noch weitere Hinweise, dass JBL es mit der hochwertigen Musikwiedergabe ernst meint. So lässt sich über AirPlay 2 und Tidal Connect Musik sogar in Dolby Atmos streamen. Und auch Roon Ready für hochwertigstes Audiostreaming ist an Bord. Selbst per DLNA kann man Musik vom eigenen Server spielen. Alle anderen Musikdienste lassen sich entweder via Bluetooth, AirPlay oder Google Cast zuspielen. Letzteres klappte beispielsweise mit hochauflösender Musik von Qobuz ohne Probleme.
Konfiguration der Musikstreaming-Optionen der JBL BAR 800MK2 (Foto: R. Vogt)
Noch zwei Tricks, die die App bereitstellt: Mit dem Nachtmodus spielen nur noch die Surrounds, die ja typischerweise näher am Ohr sind als die Soundbar; auch der Subwoofer schweigt. Damit bleibt die Atmosphäre erhalten und die Dialoge sind kristallklar, aber es dringt nichts mehr in die Nachbarzimmer. Und mit der Funktion „Übertragung“ bekommt man eine Summe des Tons auf einen Surroundlautsprecher geliefert. Der hat ja einen Akku und bekommt sein Signal per Funk. So kann man den Ton aus dem Wohnzimmer einfach mitnehmen, etwa in die Küche oder auf die Terrasse.
Klang und Variationen
Für die Stereo-Musikwiedergabe ist die JBL BAR 800MK2 überraschend gut – erst recht, wenn man den Preis und die Features bedenkt. Stimmen kommen klar und ohne Färbung, Instrumente bilden sich schön separat ab und sogar ein wenig Tiefenstaffelung ist klar wahrnehmbar. Im Standard-Modus klingt die 800 MK2 wie eine kleine HiFi-Anlage, erst recht mit angedockten Surroundlautsprechern, weil das die reale Stereobasis spürbar verbreitert. Im Music-Modus erscheint die Bühne locker doppelt so breit und bildet sich auch außerhalb vom Sweetspot erstaunlich stabil und weitläufig ab, ohne zu sehr Verfärbungen zu verursachen.
Viel Material fürs Geld: JBL BAR 800MK2 (Foto: R. Vogt)
Nimmt man die mobilen Lautsprecher ab und positioniert sie als Surround, verschmälert sich zwar die Bühne etwas, aber die Räumlichkeit nimmt drastisch zu – erst recht bei Surround-Musik in Dolby Atmos von Tidal oder Apple Music. Aber auch das, was der DTS Virtualizer aus Stereo extrahiert, klingt wirklich gut.
Größter Schwachpunkt: Ausgerechnet der Subwoofer klingt erstaunlich undifferenziert und stets etwas polternd. Löblich andererseits: Er kann für seine Größe unfassbar laut spielen und bietet daher für Filme auch bei größeren Lautstärken ordentlich Druck, ohne in die Begrenzung zu fahren. Und die Filmwiedergabe macht tatsächlich echt Laune mit klar separierten Effekten und – für die kompakten Maße der Lautsprecher – verblüffend üppigen dynamischen Reserven.
Fazit JBL BAR 800MK2: wirklich universell
Die JBL BAR 800MK2 ist ein volles Paket an durchdachten Funktionen und Einsatzmöglichkeiten mit beachtlicher klanglicher Performance. Dank der abnehmbaren Funklautsprecher ist das System wandelbar von einer breiteren, potenteren Soundbar zu mehr Räumlichkeit wenn man die Funklautsprecher als Surround-Kanäle verwendet und bietet es sogar die Möglichkeit, etwa während einer Sportübertragung, den Sound mitzunehmen.
Dass die BAR 800MK2 keine Höhenkanäle projiziert, fällt im praktischen Betrieb kaum auf. Und wenn, dann eben nur bei sehr effektgeladenen Filmen. Wirklich gefehlt hat mir dieser Effekt nie, weil die Funklautsprecher als Surrounds mit der Soundbar ein angenehm lückenloses Gesamtbild in den gesamten Hörraum aufspannen. Die drei Klangmodi sind praxisgerecht und die Detaileinstellungen mit der JBL One App vielfältig.
Lob und Tadel gehen an den Subwoofer: Einerseits klang er etwas polternd und undifferenziert, andererseits bot er für seine Größe erstaunliche Lautstärkereserven, die insbesondere der Filmwiedergabe zugutekamen. Wichtig ist dabei die automatische Einmessung. Die ist simpel durchführen und die klangliche Balance danach ist weitgehend ausgewogen. Bei all dem muss man auch das Preisschild im Blick haben: Überschaubare 630 Euro möchte JBL für dieses wirklich komplette Paket haben. Das echt sehr anständig!
JBL BAR 800MK22026/06
ÜberrragendBewertungen
Klang
Praxis
Verarbeitung
Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.Kraftvoller, klarer Sound mit erstaunlich pegelfesten BässenSuperflach, abnehmbare Funk-SurroundsGut funktionierende und einfach handhabbare automatische EinmessungDolby Atmos per AirPlay 2 und TidalTechnische Daten und MessungenJBL BAR 800MK2Technisches Konzept:7.1-Soundbar mit abnehmbare Surround-Funkboxen, Funk-Subwoofer
Dolby Atmos und DTS Virtual:XBestückung:Soundbar: 6 Ovaltreiber (44 x 80 mm), 2 Hochtöner (25 mm)
Surroundlautspecher: 2 Ovaltreiber (44 x 90 mm)
Subwoofer: 1 Tieftöner (26cm)max. empf. Raumgröße
25 Quadratmetermax. empf. Hörabstand:3 MeterEingänge:HDMI, Toslink, Bluetooth, AirPlay 2, Google CastAusgänge:
1x HDMI (eARC)Decoding:PCM bis 48kHz, Dolby Atmos, DTS Virtual:XAbmessungen (B x H x T):Soundbar max: 116,3 x 5,2 x 12,8 cm
Soundbar min: 85,4 x 5,2 x 12,8 cm
Surround separat: 16,9 x 5,2 x 12,8 cm
Subwoofer: 40 x 32,5 x 32,5 cmGewicht:Soundbar: 5 kg
Surround einzeln: 0,7 kg
Subwoofer: 8,1 kgAlle technischen DatenMehr von JBL:
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