Alle kommenden Sharp-Fernseher sollen das europäische Titan-Betriebssystem nutzen. Das Linux-basierte Smart-TV-Betriebssystem Titan OS arbeitet anders als die meisten TV-Betriebssysteme webbasiert: Streaming-Apps werden hier nicht lokal installiert, sondern als HTML-5-App per URL eingebunden. Die Zuschauer rufen dadurch keine lokale App auf, sondern den externen Webserver des App-Anbieters. Der Vorteil dieser sogenannten Web-Apps: Sie benötigen weniger leistungsstarke Hardware als beispielsweise Google TVs. Das dürfte auch für Sharp ein gewichtiges Argument gewesen sein, komplett auf Titan OS umzuschwenken.
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Philips-Fernseher integrieren das in Barcelona entwickelte Smart-TV-Betriebssystem bereits seit einigen Jahren für TV-Geräte bis zum mittleren Preissegment. Bei den Highend-TVs setzt Philips dagegen bislang auf das Google-Betriebssystem Android TV. Auf seiner jüngsten Produktpräsentation hatte das Unternehmen etwas überraschend angekündigt, künftig alle neuen Philips-TVs ab sofort mit Titan OS auszustatten
Keine Updates am TV
Ein weiterer Vorteil der Web-Apps liegt darin, dass am TV keine Updates eingespielt werden müssen; das erledigt der App-Anbieter stattdessen zentral auf seinem Server. Der OS-Entwickler Titan erweitert dieses Konzept und legt die sogenannten Titan Channels als native App direkt in den System-on-Chips (SoC) der TVs ab – jedenfalls sofern diese einen MediaTek-SoC nutzen. Dieser hybride Ansatz als Kombination aus Webtechnik mit nativen Elementen soll die Verfügbarkeit erhöhen und die Zugriffe beschleunigen. Die Titan Channels haben eine eigene Taste auf der TV-Fernbedienung und erscheinen als Rubrik oben auf dem Homescreen.
Die Titan OS-Oberfläche ähnelt der von Google TVs, oben in der Leiste finden sich die Channels.
(Bild: Ulrike Kuhlmann, heise medien)
Native App im MediaTek-Chip
MediaTek ist der größte Anbieter von SoCs für den TV-Markt: 70 Prozent aller TVs weltweit seien mit einem MediaTek-Chip ausgestattet, erklärt das Unternehmen. Man findet die SoCs in sehr vielen auch namhaften Smart-TVs entweder als Standard-SoC oder als modifizierte Herstellervariante. Die Firma Titan erhofft sich durch die direkte Integration der App in die Chips eine schnelle Verbreitung ihrer FAST-Channel-App, da diese prominent auf der Benutzeroberfläche liegen wird.
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Die Titan Channels sind ein Sammelsurium aus werbefinanzierten Streamingkanälen, sogenannte FAST-TV-Sender; FAST steht für Free Ad-Supported Streaming TV. Von ihnen versprechen sich die TV-Hersteller hohe Einnahmen durch die vor Beginn der Videostreams ausgestrahlten Werbung. Unter den FAST-Kanälen gibt es einige Schätze zu heben, aber auch eine Menge Trash.
Das Konzept der vorangestellten Werbung ist den Zuschauern von YouTube bekannt. Zugleich können die Hersteller über die werbefinanzierten Dienste sehr viel Persönliches über ihre Nutzer herausfinden , etwa den Wohnort, zu welcher Tageszeit eine Person Videos schaut und welche Inhalte sie bevorzugt. Anhand dieser Daten können Werbetreibende ein sehr genaues Nutzerprofil zeichnen, um dann zielgerecht Werbung einzuspielen. Hier wollen Titan und Sharp künftig enger zusammenarbeiten.
Während Google solche Werbeeinnahmen auf Google- und Android-TVs für sich einstreicht, verspricht Titan, die Gerätehersteller an den Werbeeinnahmen zu beteiligen. Auch das macht das europäische Betriebssystem Titan OS für Hersteller ohne eigenes Betriebssystem interessant.
(uk)
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