Sebastian Beccacece betonte sofort, dass Ecuadors dramatischer 2:1-Sieg gegen Deutschland nicht um ihn ging. «Das ist für die Menschen», sagte er. «Die Spieler haben ihnen die Qualifikation [für die Runde der letzten 32] beschert, also sollen sie gemeinsam feiern und es genießen.»

Doch auch Beccacece hatte es verdient, diesen Moment zu genießen – und das tat er: Der Trainer kletterte auf die Tribüne, um seine Familie zu umarmen, sowohl nach dem späten Siegtreffer Ecuadors als auch nach dem Schlusspfiff.

Es waren starke Szenen, die zeigen, warum man die Weltmeisterschaft verfolgt, und die noch emotionaler wirkten, weil Beccacece wohl entlassen worden wäre, hätte Ecuador in New Jersey nicht für eine große Überraschung gesorgt.

Der Argentinier hatte Ecuador zwar auf Platz zwei in der südamerikanischen Qualifikation geführt, doch Kritiker zweifelten an seiner defensiven Taktik – vor allem nach vier torlosen Remis in Serie.

Nach zwei torlosen Partien zu Beginn der WM schien sein Schicksal besiegelt. Das 0:0 gegen Curaçao zählte dabei als besonders schwacher Auftritt. Der 45-Jährige wusste, dass nur ein Sieg über Deutschland «La Tri» im Turnier halten und zugleich seinen Job sichern würde.

Beccacece verdient daher höchste Anerkennung dafür, dass er einen verdienten Sieg über eine Mannschaft mit einer Serie von elf Siegen herbeigeführt hat – obwohl sein Team bereits nach zwei Spielminuten in Rückstand geraten war.

«Das ist der größte Sieg für Ecuador bei einer Weltmeisterschaft», sagte der Trainer nach demErfolg gegen den viermaligen Weltmeister, der Ecuador den Platz in der K.o.-Runde sicherte. «Wir haben dafür gearbeitet, wir sind mit dem Traum hierhergekommen, Ecuadors beste WM aller Zeiten zu spielen, und das haben wir nun geschafft.

Wir haben die Ruhe bewahrt. Wir sind bei unserer Spielidee geblieben. Jetzt machen wir weiter – mit Bescheidenheit und Umsicht.» Und mit einem argentinischen Trainer, der plötzlich zum Helden Ecuadors wurde.