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Seite 1Hier wird nicht erzählt, sondern geballert


Seite 2Wo sich Fuchs und Wolf zum Ballern treffen

Endlich kann man die Schnurrhaare erkennen! Im neuen Star Fox für die Nintendo Switch 2 sind der namensgebende Hauptcharakter Fox McCloud und seine anthropomorphen Tierfreunde
so realistisch, dass es fast schon irritierend ist. Warum schnappt der
Fuchs nicht nach dem Hasen? Warum trocknet der Frosch nicht aus? 

Die nicht besonders niedlichen Tiere sehen aus, als sollten
sie erwachsen gewordene Fans ansprechen, die nun beruhigt feststellen können,
dass die Zeit auch an Fox McCloud nicht spurlos vorübergeht. Immerhin dürften auch videospielaffine Kinder den Fuchs wiedererkennen.
Fox McCloud sieht im Remake von Star Fox nämlich sehr ähnlich aus wie im
Super Mario Galaxy Film, der kürzlich
im Kino lief. Im Film wirkte der Auftritt eher willkürlich. Aber das nun
erschienene Star Fox liefert eine
Erklärung nach, wozu der Gastauftritt gut war: Werbung für das neue Star-Fox-Spiel.

Im Kern ist Star Fox
dasselbe Spiel wie 1997. Es sieht sogar besser aus als in der Erinnerung alter
Fans. Und genau die werden hier angesprochen. Denn Star Fox ist eher
kein Kinderspiel. Das liegt weniger an der in Deutschland überraschend strengen
Freigabe ab zwölf Jahren oder den seltsamen Tieren, sondern mehr an der
Spielidee, die sich ein bisschen nach Spielhalle anfühlt. Star Fox ist im Kern ein sogenannter Rail-Shooter: Wie auf Schienen
fliegt man durch schlauchförmige Level und ballert Gegnerformationen vom
Bildschirm.

Das klingt nicht nur recht einfach, das spielt sich auch so.
Wer nur einmal alles durchspielen will, ist nach ein paar Stunden fertig. Dafür
ist der Titel auch etwas billiger als andere Games. Tiefe bekommt Star Fox,
wenn man Levels mehrfach spielt, um alternative Pfade durch die Spielwelt zu
öffnen und besondere Herausforderungen zu lösen. Dazu gibt es einen unterhaltsamen
Mehrspielermodus und halb gare Kooperationsmöglichkeiten. Und wenn man wieder
und wieder spielt, ist das Spiel auch nicht zu kurz.

Dürftiger Inhalt, unterhaltsames Spiel

Zugegeben: Der Inhalt mag für moderne Maßstäbe dürftig
wirken. Er ist aber sehr unterhaltsam, wenn man intensive Action und große
Explosionen mag. In kurzen, schicken Videosequenzen besprechen Star Fox und
seine Freunde den nächsten Einsatz, dann startet auch schon der Level, und nach
ein paar Minuten ist er vorbei. Mit wenigen Ausnahmen fliegt das eigene
Fahrzeug immer einen linearen Pfad entlang. Wer abbiegen will, wird sanft
zurückgeschubst.

Die Attacken der Endgegner folgen einem bestimmten Muster, das man auswendig lernen sollte. © Nintendo

Die Gegner verhalten sich so wie einst in Shoot ‚em ups:
Leuchtend rücken sie in verschiedenen Formationen auf den Bildschirm und müssen
schnell getroffen werden, bevor sie Schaden anrichten. Gelegentlich werfen sie
heilende Leuchtringe ab. Außerdem schweben Power-ups oder Hindernisse herum.

Für alles einen Knopf

Das eigene Raumschiff steuert sich simpel. Man fliegt
automatisch in die richtige Richtung und steuert nur ein bisschen hin und her,
um auszuweichen oder Dinge aufzusammeln. Um das Spiel nicht nur irgendwie auf
dem leichtesten Schwierigkeitsgrad zu durchfliegen, muss man einen überraschend
voll belegten Controller meistern: Es gibt spezielle Knöpfe für Loopings, fürs
Boosten und Bremsen. Man muss Bomben werfen und Schüsse aufladen, damit sie ihr
Ziel automatisch treffen. Besonders wichtig ist die Fassrolle auf Knopfdruck,
mit der man kurz unverwundbar wird.

© ZEIT ONLINE

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Das Spiel steuert sich in den wenigen Levels auf Land oder
im Wasser noch einfacher. Deutlich fordernder wird es dagegen in Arenen:
Mehrfach kommt es in der Kampagne zu Höhepunkten am Ende eines Levels, in denen
man doch abbiegen und sogar eine Wende fliegen darf. Hier stellt man sich Gruppen
stärkerer Gegner, die ebenfalls frei herumfliegen.

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So komplett neu die Präsentation wirkt, so traditionsbewusst
bleibt das Spiel. Wer will, kann es sogar mit der Originalknopfbelegung von
1997 spielen. Damals erschien Star Fox 64,
in Europa als Lylat Wars, für die
Spielekonsole Nintendo 64. Und damals war es noch sehr viel normaler, dass
Spiele wenig Inhalt hatten. Man spielte sie immer wieder, um besser zu werden,
um Levels fehlerfrei zu absolvieren. Genau das gilt auch im neuen Star Fox. Geheimnisse, Bonuspunkte und
alternative Pfade verstecken sich in jeder Mission.

Vielleicht die wichtigste Neuerung im Spiel der
Herausforderungsmodus. Der erfindet neue Ziele für Levels: etwa alle Gegner
einer Gruppe abschießen oder den meckernden Tierkollegen helfen, bevor sie abgeschossen
werden. Plötzlich geht es nicht mehr um schnelle Reaktionen, sondern darum, den
Parcours auswendig zu lernen, einen Plan abzuarbeiten und einen Rhythmus zu
finden.