Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe
In ihrer Publikation betonen die Wissenschaftler jedoch auch, dass mRNA-Impfstoffe Nebenwirkungen haben können. Gefährliche, unerwünschte Ereignisse, etwa Myokarditis (Herzmuskelentzündung), treten aber nur so selten auf, dass der Nutzen der Impfstoffe, die zuverlässig vor schweren Krankheitsverläufen, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen schützen, überwiegt.
Die analysierten Daten zeigen demnach, dass mRNA-Impfstoffe in verschiedenen Bevölkerungsgruppen, darunter Kinder, Schwangere und Menschen mit einem schwachen Immunsystem, einen starken Schutz vor schweren Infektionskrankheiten wie Covid-19 bieten. Die Auffrischungsimpfungen (Booster) haben diese Schutzwirkungen im Zeitverlauf verlängert und verstärkt und mit den regelmäßigen Anpassungen dafür gesorgt, dass auch ein Schutz vor neuen Virusvarianten besteht.
„Bei jedem neuen Impfstoff oder Medikament ist es wichtig, dass wir die Sicherheitsdaten und die strengen Prüfungen, die ihren Einsatz stützen, klar und transparent kommunizieren. Das ist entscheidend, um öffentliches Vertrauen aufzubauen, Desinformation entgegenzuwirken und fundierte Entscheidungen über Impfungen zu unterstützen.“ Dr. Manish Sadarangani
Erbgut des Menschen wird nicht verändert
Kritiker der mRNA-Impfstoffe haben, während der Covid-19-Pandemie oft damit argumentiert, dass diese das Erbgut des Menschen permanent verändern würden. Die nun publizierte Metastudie geht auch darauf ein und erklärt, dass das Erbgut des Menschen durch die Impfstoffe nicht verändert wird. Die mRNA liefert lediglich einen „Bauplan“, mit dem die Zellen des Menschen einen harmlosen Virusbestandteil produzieren können, um das Immunsystem für einen späteren Kontakt mit dem Virus zu trainieren. Die mRNA und das Lipid-Nanopartikel-Transportsystem werden anschließend schnell vom Körper abgebaut und entfernt.
Innovationen durch mRNA-Technologie
Die positiven Erfahrungen mit den mRNA-Impfstoffen, während der Covid-19-Pandemie sowie die laufenden Studien, etwa zu einer mRNA-Impfung, die vor altersbedingte Makuladegeneration (AMD) schützt, deuten darauf hin, dass die Technik in der Medizin einen immer höheren Stellenwert einnehmen wird.
„Es geht hier wirklich darum, was als Nächstes kommt. Wir sehen, dass dieselbe Plattform für die Krebsbehandlung und andere Krankheiten eingesetzt wird. Zu verstehen, wie diese Impfstoffe funktionieren – und warum sie sicher sind – hilft dabei, Vertrauen in die nächste Generation von Arzneimitteln aufzubauen.“ Dr. Blakney
In Anbetracht des hohen Potenzials ist es laut den Autoren essenziell, Vertrauen in sie aufzubauen. Zudem muss für mehr Gerechtigkeit beim Zugang gesorgt werden. Während der Covid-19-Pandemie gab es global starke Unterschiede bei der Nutzung, die sowohl auf die unterschiedlichen Gesundheitssysteme als auch auf Desinformation und Misstrauen zurückgehen. Bessere Informationen und ein leichterer Zugriff auf wissenschaftliche Erkenntnisse können laut den Forschern aber dabei helfen, diese Probleme abzubauen.
„Menschen sollten sich bestärkt fühlen, Fragen zu ihrer Gesundheit und zu dem zu stellen, was sie ihrem Körper zuführen. Unser Ziel ist es, klare, glaubwürdige Belege bereitzustellen, um diese Gespräche und Entscheidungen zu unterstützen.“ Dr. Blakney
Die Wissenschaftler sprechen sich zudem dafür aus, global den Zugang zur mRNA-Technologie deutlich zu verbessern, etwa durch höhere Investitionen in die Produktion in Ländern mit geringen und mittleren Einkommen.
„mRNA-Impfstoffe haben bereits verändert, wie wir auf globale Gesundheitsbedrohungen reagieren. Mit anhaltender Innovation, starker Sicherheitsüberwachung und einem klaren Bekenntnis zu gerechtem Zugang können sie eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Krankheiten und der Verbesserung der Gesundheit spielen.“ Dr. Sadarangani
Quellen:
Studie im Fachmagazin The Lancet, doi: 10.1016/S0140-6736(26)00512-X
2. Juli 2026
– Robert Klatt