«Bleibt nur noch die Kertsch-Brücke übrig»

Verliert Putin die Krim?

Aktualisiert am 02.07.2026 – 07:18 UhrLesedauer: 3 Min.

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Wladimir Putin bei der Trauerfeier für den ehemaligen Verteidigungsminister Sergei Iwanow: Die auf Putins Befehl hin besetzte Krim wackelt. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Mikhail Metzel/imago)

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Die Ukraine verstärkt die Angriffe auf die Infrastruktur der russisch besetzten Halbinsel. Kiew verfolgt ein bestimmtes Ziel.

Am Montag wurde auf der Krim der Ausnahmezustand von den russischen Besatzungsbehörden ausgerufen, nun soll eine Evakuierung vorbereitet werden. Wie der russische Telegramkanal «VChK-OGPU» berichtet, soll es bereits einen Plan geben, wie ein Teil der Bevölkerung von der Halbinsel gebracht werden soll. Außerdem sollen Mitglieder der Leibgarde von Gouverneur Sergej Aksjonow Öldepots und Speditionsbetriebe unter ihre Kontrolle gebracht haben, so der Kanal.

«VChK-OGPU» wird von den russischen Behörden als ausländischer Agent eingestuft und hat in der Vergangenheit häufig Informationen aus russischen Regierungskreisen geleakt.

Der ukrainische Militärexperte Oleksandr Kowalenko hält eine Flucht russischer Privatpersonen und Beamter für möglich. Über das Meer wäre eine Evakuierung schwierig, die Ukraine hat das Asowsche Meer faktisch unter Kontrolle und auch im Schwarzen Meer wurden mehrfach russische Schiffe angegriffen, sagte er der österreichischen «Krone». Der Landweg über Tschonhar und Armjansk wird ebenfalls von ukrainischen Drohnen angegriffen.

«Tatsächlich bleibt nur noch die Kertsch-Brücke übrig», erklärte Kowalenko. Noch sei Russland in der Lage, Personen und Güter über diese Krim-Brücke, den wichtigsten Versorgungsweg, zu transportieren. Doch es könnte eine Frage der Zeit sein, bis ukrainische Drohnen oder Raketen dieses Bauwerk treffen, das Wladimir Putin 2018 selbst einweihte.

Ob das Erstarken der Ukraine mit ihren Drohnenattacken bereits eine Wende in dem seit mehr als vier Jahren dauernden russischen Angriffskrieg darstellt, ist unter Experten aber umstritten. Der deutsche Militärfachmann Carlo Masala äußerte sich bei einem Besuch in Südkorea skeptisch. «Ich bin noch zurückhaltend, ob das wirklich strategische Erfolge sind. Es wird in ganz vielem davon abhängen, ob die Ukraine in der Lage ist, diesen Druck weiter aufrechtzuerhalten», sagte er.

Ex-US-General: «Die Krim ist der entscheidende Schauplatz»

Das Ziel der Ukraine ist klar. Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow sagte vergangene Woche in einem Interview mit lokalen Medien: «Im Grunde genommen wird die Krim durch Drohnen isoliert. Und es sieht so aus, als würde sich die Krim in naher Zukunft in eine Insel verwandeln.»

Für die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform schätzte der ehemalige US-General Ben Hodges die Lage ein: «Die Krim ist der entscheidende Schauplatz, der Brennpunkt dieses Krieges. Und welche Seite auch immer die Krim kontrolliert, wird den Krieg gewinnen. Ich kann mir kein Ende des Krieges und keine Herstellung eines langfristigen, nachhaltigen Friedens vorstellen, solange Russland die Krim weiterhin kontrolliert.»