Wenn sich Bücher in neuem Kontext zeigen, Steine zu Worten werden und Farben ganze Landschaften entstehen lassen, dann ist wieder Zeit für „Petrus & Freunde“. Vom 11. bis 26. Juli verwandelt sich die Friedberger Archivgalerie in einen Ort voller Ideen, Perspektiven und künstlerischer Handschriften. Zehn Künstlerinnen und Künstler präsentieren dort ihre Werke.
Initiator der Ausstellung ist der Friedberger Bildhauer, Maler und freischaffende Künstler Petrus. Im mittleren Raum der Archivgalerie zeigt er seine Künstlerbücher, die er in einem ganz neuen Kontext sprechen lässt. Sie erzählen Geschichten des jeweiligen Buches in Farben und Formen. Begleitet wird er im rechten und linken Ausstellungsraum von der Künstlergruppe „Petrus & Freunde“, die längst zu einem festen Bestandteil der Friedberger Kunst- und Kulturszene geworden ist.
Die Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre ganz eigenen Herangehensweisen
Sabrina Sodel zeichnet vor allem Menschen. Sie interessiert sich dafür, wie sie wirken, wenn nicht alles von ihnen sichtbar ist. Ihre Arbeiten kreisen um Verletzlichkeit, Kontrolle und das, was zwischen den Zeilen erzählt wird. Christiane Ossan erzählt mit ihren fein gearbeiteten Miniaturfiguren aus Lindenholz kleine Geschichten voller Ausdruck. Eindrücke und Begegnungen setzt sie immer wieder bildhauerisch in unterschiedlichen Dimensionen um.
In den Werken von Brigitte Kronschnabl zeigt sich eine verborgene Welt, in der wundersame Lebewesen und Pflanzen jenseits des Sichtbaren ihr Eigenleben führen. Tobias Freude, vielen Friedbergern durch den Schriftzug „Friedwärts“ auf der Stadtmauer bekannt, zeigt mit seinen sogenannten Wortsteinen den Wandel der Zeit und setzt Denkanstöße in einer schnelllebigen Gegenwart.
Peter Schlichterle präsentiert unter anderem sein Ölgemälde „Der Ginkgobaum“. Für ihn steht der Baum – ganz im Sinne Goethes – als Sinnbild für Liebe, Freundschaft und Zusammenhalt. Jochen Eger richtet mit seinen Fotografien den Blick auf das scheinbar Gewöhnliche. Seine Motive zeigen urbane Details, Plätze, Zeichen und Gegenstände, die im Alltag oft unbeachtet bleiben.
Vernissage der Ausstellung von Petrus und Freunden ist am 11. Juli
Brigitta Rossel arbeitet bevorzugt mit Ton. Das Material bedeutet für sie zugleich kreativen Ausdruck und Entspannung. Werke wie „Hyronnimus“ oder „Der Musiker“ verbinden plastisches Arbeiten mit collageartigen Elementen. Doris Herschke dagegen beschäftigt sich vor allem mit Acrylmalerei und vielschichtigen Farbaufträgen. Daneben entstehen plastische Arbeiten aus Pappmaschee und Draht. Ihre Werke erzählen von Beziehungen, Begegnungen und dem menschlichen Miteinander.
Martin Oster widmet sich insbesondere Wasser- und Wellenlandschaften, deren Dynamik auf der Leinwand beinahe hörbar wird. Ingeborg Prein gestaltet aus Dachziegelton stilisierte Pflanzenelemente, die sie zu kleinen Gärten zusammenfügt. Mit reduzierten Formen schafft sie ruhige, klare Kompositionen.
Eigentlich hätten auch Sophia Sandler und ihr Mann Tobias ebenfalls an der Ausstellung teilgenommen. Doch das Künstlerpaar erwartet Nachwuchs und legt eine kreative Pause ein. Musikalisch begleitet wird die Ausstellungseröffnung in der Archivgalerie von Victoria Herschke.
Öffnungszeiten
Die Vernissage findet am Samstag, 11. Juli, 19.30 Uhr statt. Die Ausstellung ist vom 12. bis 26. Juli geöffnet, jeweils Samstag von 14 bis 17 Uhr und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Auch die Künstlerinnen und Künstler sind dabei anwesend. Gruppenführungen sind möglich, Anmeldungen unter Petruskunst@web.de.