Blick in den Ausstellungsraum mit mehreren beleuchteten Gemälden

AUDIO: Hier tritt Kunst in den Dialog: Galerie der Moderne öffnet neu (3 Min)

Stand: 03.07.2026 17:42 Uhr

Zwei Jahre lang war sie geschlossen und etliche Kunstwerke auf Tour. Aber morgen öffnet die neue Galerie der Moderne auf der Schleswiger Museumsinsel ihre Türen. 350 Werke namhafter Künstlerinnen und Künstler sind ab jetzt zu sehen.

von Isabelle Breitbach

«Galerie der klassischen Moderne» – der alte Name steht zwar noch über dem Eingang, aber drinnen hat sich so einiges verändert in der neuen Galerie der Moderne. Schon auf den ersten Blick wirkt sie farbenfroher, was nicht nur an der Kunst an den Wänden liegt: Die Zeiten des Anstrichs in Museumsweiß sind hier eindeutig vorbei.

Eine Ablenkung von den großen Expressionisten Nolde, Jawlensky oder den Brücke-Künstlern Schmidt-Rottluff, Heckel und Kirchner? Überraschenderweise nicht.

Fassade von Schloss Gottorf

Zwar ist das Schlossmuseum derzeit geschlossen. Zu sehen sind aber das rund 1.700 Jahre Nydamboot und der Gottorfer Globus.

Sammlung Horn teil der Ausstellung

Vielmehr erstrahlen sie in einem neuen Licht: Die Sammlung Horn, deren Schenkung an das Land Schleswig-Holstein hier vor einem Monat bekannt gegeben wurde und die des Museums – ein perfektes Match! «Wichtig war uns, dass man den Charakter der Sammlung erkennt, auch gerade jetzt bei der ersten Präsentation, und das ist auch schön umgesetzt», findet Christina Feilchenfeldt, Vorstand der Stiftung Rolf und Bettina Horn.

 Bettina Horn (r) und Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, unterhalten sich auf Schloss Gottorf.

Kunstsammlerin Bettina Horn hat bei Neueröffnung der Galerie der Moderne auf Schloss Gottorf angekündigt, ihre Sammlung dem Land Schleswig Holstein zu schenken.

Als könnte es nie anders gewesen sein – zumindest wirkt es so in manchen Räumen. Etwa im lichtdurchfluteten Quergang, wo «Der Schwebende» und etliche andere Bronzeskulpturen von Ernst Barlach und Werke seiner engen Freundin Käthe Kollwitz sich, keinesfalls zufällig, begegnen.

Kunstwerke werden in Dialog miteinander gebracht

Die Idee dahinter erklärt Kuratorin Uta Kuhl: «Wir haben hier eine völlig neue Konzeption umsetzen können. Die Werke treten in einen Dialog und wir haben eine chronologische Präsentation von den starken expressionistischen Anfängen um 1900/1910 bis in die Gegenwart.» Sie habe auch das Gefühl, dass die Werke sich durch den Dialog miteinander nochmal stärken, so Kuhl.

Es sind Werke von 130 Künstlern und Künstlerinnen. Neben großen Namen auch solche, die in Vergessenheit geraten sind. Jeder Raum ist eine Reise durch eine andere Zeit. Mitreißend in den wilden Zwanzigern mit Georg Tappert, seinen Clowns und Nackttänzerinnen. Erschütternd während der beiden Weltkriege und der Nachkriegszeit.

Zuhörer lauschen einem Pressepodium

Manche Ausstellungen reichen noch weit ins neue Jahr. Was die Kunsthäuser darüber hinaus planen, zeigt ein Ausblick.

Sackgasse als Teil des Konzepts

Kunst als historische Angelegenheit ist unverkennbar in Werken wie Nussbaums «Zwei Mädchen vor einer Mauer» – genauer gesagt der Mauer eines Vernichtungslagers, in dem auch der jüdische Künstler ermordet wurde.

Brüche, Widersprüche, gleichzeitige Entwicklungen – auf dem Weg bis in die Kunst der Gegenwart finden sie sich immer wieder. Nicht zuletzt, weil der letzte Raum, in dem norddeutsche Realisten und neue Wilde wohnen, nicht etwa zum Ausgang führt, sondern das Ende einer Sackgasse ist.

Neue Perspektiven auf dem Weg zurück

Das hat einen großen Vorteil: «Wir haben sehr darauf geachtet, dass sich bei dem Blick zurück ganz neue Perspektiven, neue Durchblicke ergeben. Gerade auf dem Weg zurück wird man wunderbare Perspektiven auf mehrere Werke sehen, die sich toll ergänzen», erklärt Uta Kuhl.

Auch Einblicke in Räume, die man auf dem Hinweg gar nicht bemerkt hat, sind keine Seltenheit. Bei all den neuen Perspektiven und Abzweigungen können schnell ein paar Stunden vergehen.

Alles auf einmal in sich aufsaugen? Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Aber wiederkommen ist ja auch eine Option.

Menashe Kadishmans Bronze "Kissing Birds" steht auf einer Wiese in einem Park.

Die Stiftung in Neumünster lädt zum Betrachten von Malereien, Skulpturen und Installationen ein – drinnen und im prächtigen Landschaftspark.

Ballon-Pinguine im Foyer

Die dänische Künstlerin Benedikte Bjerre will mit ihrer Installation auf den Klimawandel und den Konsum aufmerksam machen.

Ein Militärjet liegt auf einem schwarzen Auto.

Bis Anfang Oktober können Besucher Werke aus aller Welt bestaunen. Auch Führungen und Konzerte sind geplant.

Blick in die Ausstellungsfläche der Galerie der Moderne

Kunst tritt in den Dialog: Galerie der Moderne eröffnet neu

Die Galerie auf der Schleswiger Museumsinsel zeigt nach Renovierungen 350 Werke in neuem Licht mit neuem Konzept.

Datum:
03.07.2026, 11:00 Uhr

Ort:

Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf

Schlossinsel 1

24837

Schleswig

Telefon:
+49 (0) 4621 813 222

E-Mail:
service@landesmuseen.sh

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 11 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr

Preis:
Erwachsene: 7,00 Euro
ermäßigt: 5,00 Euro
Familien: 15,00 Euro
Kinder/Jugendliche: 3,00 Euro

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