Verbraucher setzen zunehmend auf Selbstoptimierung, große Konzerne steigen ein und neue Trends wie „Fibermaxxing“ entstehen in den sozialen Medien.

Unilever startet Elektrolyt-Pulver in Deutschland

Anfang Juli 2026 hat Unilever den Vertrieb des Elektrolyt-Pulvers Liquid I.V. in Deutschland gestartet – zunächst über digitale Kanäle. Der Schritt ist Teil einer größeren Strategie: Der Konsumgüterriese will durch gezielte Zukäufe und Markteinführungen im Supplement-Segment wachsen.

Auch bei Tiernahrung zeigt sich der Trend zur Konsolidierung. Burgess Pet Care übernahm Anfang Juli die deutsche Kleintiermarke Bunny Nature. Das Unternehmen will seinen internationalen Umsatzanteil von zehn auf 35 Prozent steigern – der Gesamtumsatz soll von 2,5 auf 12,5 Millionen Pfund klettern.

Protein-Boom: Preise steigen, Aktien legen zu

Die Nachfrage nach Proteinprodukten bleibt ein zentraler Wachstumsmotor. In München erreichen Proteinpulverpreise teilweise 50 Euro pro Kilogramm – ein Anstieg seit Mitte 2023. Die Nachfrage hat seit der Pandemie in allen Altersgruppen zwischen 16 und 80 Jahren zugenommen.

Experten mahnen jedoch zur Vorsicht. Professor Hauner betonte, dass eine zusätzliche Eiweißzufuhr für den Durchschnittsverbraucher meist nicht nötig sei.

Die Finanzmärkte spiegeln den Trend: Die Aktie des Proteinanbieters Glanbia stieg seit April 2026 um 43 Prozent. Marktprognosen zufolge könnte sich das globale Volumen für Proteinprodukte bis 2035 mehr als verdoppeln.

„Fibermaxxing“: Der neue Ballaststoff-Trend

Parallel zu Proteinen etabliert sich in sozialen Medien der „Fibermaxxing“-Trend. Er propagiert eine erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen – vor allem durch Hülsenfrüchte wie Körnererbsen, Ackerbohnen und Süßlupinen. Diese liefern sowohl Ballaststoffe als auch Proteine.

Hintergrund: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Die tatsächliche Aufnahme in Deutschland liegt aber bei nur 18 bis 19 Gramm. Stephan Arens, Geschäftsführer der UFOP, hob die Vielseitigkeit der pflanzlichen Rohstoffe hervor.

Türkei: Supplement-Markt wächst um 56,7 Prozent

Besonders dynamisch entwickelt sich der Markt in der Türkei. 2025 wuchs das Segment für Nahrungsergänzungsmittel um 56,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Türkische Lira. Magnesium legte um 106,5 Prozent zu, Vitamin D um 72,1 Prozent.

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Die Nutzungsrate von Supplements in der türkischen Bevölkerung stieg innerhalb weniger Monate von 49,2 auf 74,8 Prozent. Haupttreiber ist der Wunsch nach Optimierung der Lebensspanne.

Health-Tech: 90 Prozent besitzen mindestens ein Gerät

Technologie spielt bei der Selbstoptimierung eine wachsende Rolle. Eine Studie von Oliver Wyman und der GFU ergab: 90 Prozent der Befragten besitzen mindestens ein Health-Tech-Gerät. Rund 55 Prozent nutzen diese Technologien gezielt zur Förderung ihrer Langlebigkeit. In Deutschland verfügen bereits 33 Prozent der Nutzer über fünf oder mehr solcher Geräte.

Reishi-Supplements und NNMT-Inhibitoren: Spezialisierte Segmente wachsen

Auch spezialisierte Wirkstoffgruppen rücken in den Fokus. Der globale Markt für Reishi-Supplements (Ganoderma Lucidum) soll bis 2032 stetig wachsen. Große Anbieter wie GNC, Vita Green und Zhejiang Shouxiangu bedienen eine wachsende Nachfrage.

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Im Gewichtsmanagement gewinnen NNMT-Inhibitoren an Bedeutung. Sie zielen auf den Fettstoffwechsel und finden zunehmend Anwendung in Nahrungsergänzungsmitteln.

Neue Studie: Diabetes-Medikamente senken Alzheimer-Risiko

Eine im Juli 2026 veröffentlichte Studie der National Institutes of Health (NIH) liefert neue Impulse für die Präventionsforschung. Bestimmte Wirkstoffklassen aus der Diabetes-Therapie könnten das Alzheimer-Risiko senken. SGLT2-Hemmer reduzierten das Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Wirkstoffe um 33 Prozent. Als entscheidender Angriffspunkt wurde das Enzym cPLA2 identifiziert.