65 Zoll gelten inzwischen für viele Haushalte als die ideale Bildschirmgröße. Die Geräte bieten echtes Kino-Feeling im Wohnzimmer, benötigen aber noch keinen riesigen Aufstellort. Doch die Unterschiede zwischen aktuellen Fernsehern sind enorm: Während einige Modelle mit perfektem Schwarz und beeindruckender HDR-Darstellung überzeugen, punkten andere mit besonders günstigen Preisen oder starker Gaming-Ausstattung.

IMTEST hat vier aktuelle 65-Zoll-Fernseher ausführlich geprüft. Neben Laborwerten zu Farbgenauigkeit, Kontrast, Helligkeit und Stromverbrauch standen auch Bildqualität im Alltag, Bedienung und Ausstattung auf dem Prüfstand. Das Ergebnis zeigt: OLED bleibt die Referenz für Bildqualität, doch auch günstigere Modelle können überraschen.

65-Zoll-Fernseher-Test: Diese Modelle begeistern

Im Test landet der LG C5 auf dem ersten Platz und überzeugt mit der besten Gesamtleistung. Wer weniger ausgeben möchte, findet im deutlich günstigeren Sharp 65JP7765E eine starke Alternative, die sich den Preis-Leistung-Sieg sichert.

Testsieger: LG C5

Der LG C5 (getestetes Modell: OLED65C54LA) sichert sich den Gesamtsieg. Ausschlaggebend sind vor allem die herausragende Bildqualität und die exzellenten Laborwerte. Dank OLED-Technik erzielt das Gerät einen praktisch perfekten Schwarzwert und damit ein Kontrastverhältnis, das von LCD-Fernsehern nicht erreicht werden kann.

Anders als bei herkömmlichen LCD- oder Mini-LED-Fernsehern erzeugt bei OLED-Technik jedes einzelne Pixel sein eigenes Licht und kann bei Bedarf vollständig abgeschaltet werden. Dadurch entstehen perfekte Schwarzwerte, ein praktisch unendlicher Kontrast und besonders plastische Bilder – vor allem bei Filmen und Serien mit vielen dunklen Szenen.

LG C5LG C5

Auch die Farbdarstellung überzeugt: Mit einer durchschnittlichen Farbabweichung von nur 1,28 Delta-E in SDR und 2 Delta-E in HDR stellt der Fernseher Farben äußerst präzise dar. Die maximale Helligkeit von 1.190 Candela pro Quadratmeter sorgt zudem für eindrucksvolle HDR-Effekte.

Spielerinnen und Spieler profitieren von 144 Hertz Bildwiederholrate, VRR, ALLM, G-Sync und FreeSync. Der Input Lag fällt mit unter 17 Millisekunden ebenfalls sehr niedrig aus.

PRO Bestes Bild im Test Perfekter Schwarzwert Sehr hohe HDR-Helligkeit Umfangreiche Gaming-Ausstattung Sehr präzise Farbdarstellung

IMTEST-Ergebnis:

gut 1,62

Preis-Leistungs-Sieger: Sharp 65JP7765E

Der Sharp mit Mini-LED-Technik ist das günstigste Gerät im Test: Für einen aktuellen Marktpreis ab 500 Euro (UVP 899 Euro; Stand: Juni 2026) bietet er eine überraschend ordentliche Bildqualität. Im SDR-Betrieb erzielte der Fernseher sogar die beste Farbgenauigkeit im Testfeld: Mit nur 0,73 Delta-E werden Farben äußerst präzise dargestellt.

Der Delta-E-Wert gibt an, wie stark die dargestellten Farben vom Original abweichen. Je niedriger der Wert, desto natürlicher und originalgetreuer wirken Farben – Werte unter 3 gelten bereits als kaum mit bloßem Auge erkennbar. Im HDR-Modus steigen die Abweichungen beim Sharp jedoch deutlich auf 7,22 Delta-E an. Dadurch können Farben bei HDR-Filmen und -Serien etwas weniger natürlich wirken.

Sharp 65JP7765ESharp 65JP7765E

Die größte Schwäche ist das 60-Hertz-Panel. Gerade bei Sportübertragungen und Spielen fehlt die Flüssigkeit moderner 120- oder 144-Hertz-Fernseher. Für Gamerinnen und Gamer ist zudem der sehr hohe Input Lag von über 100 Millisekunden problematisch.

Dafür überzeugt der Sharp beim Energieverbrauch. Mit lediglich 55 Watt in SDR und 59 Watt in HDR arbeitete kein anderes Gerät im Test sparsamer.

PRO Günstiger Preis Sehr niedriger Stromverbrauch Gute SDR-Farbwiedergabe Einfache Bedienung KONTRA Nur 60 Hertz Hoher Input Lag Schwächen bei HDR-Farben

IMTEST-Ergebnis:

gut 2,35

So testet IMTEST Fernseher

Jeder Fernseher muss sich bei IMTEST einem umfangreichen Praxis- und Labortest stellen. Die Tester prüfen unter anderem die Bildqualität bei Filmen, Sport und Spielen, bewerten den Klang der integrierten Lautsprecher, die Bedienung, das Smart-TV-System sowie die Ausstattung mit Anschlüssen und Funktionen. Auch Kriterien wie die Fernbedienung und der Energieverbrauch fließen in die Bewertung ein.

Messung der Farbtreue Im Labor misst IMTEST die Farbtreue mit einem Colorimeter. © IMTEST

Zusätzlich werden alle Geräte objektiv vermessen. Mithilfe der Kalibrierungssoftware HCFR und eines professionellen Farbmessgeräts analysiert IMTEST unter anderem Farbtreue, Weißabgleich, Graustufen, Kontrast, Schwarzwert und maximale Helligkeit. So lässt sich exakt bestimmen, wie nah ein Fernseher an den Bildstandards der Film- und Fernsehbranche arbeitet und wie gut HDR-Inhalte dargestellt werden.

Latenzmessung Auch in puncto Latenz werden die Fernseher genau unter die Lupe genommen. © IMTEST

Für Gamerinnen und Gamer spielen außerdem die Bildwiederholrate und die Eingabeverzögerung (Input Lag) eine wichtige Rolle. Deshalb misst IMTEST auch diese Werte und überprüft, ob Funktionen wie 120 oder 144 Hertz, VRR und ALLM zuverlässig arbeiten. Aus allen Einzelbewertungen ergib sich schließlich das Gesamtergebnis, das sowohl die technische Leistung als auch die Alltagstauglichkeit eines Fernsehers berücksichtigt.

65-Zoll-Fernseher-Test: Weitere Kaufempfehlungen

Auch wenn pro Kategorie nur jeweils ein Testsieger und ein Preis-Leistungs-Sieger ausgezeichnet werden, konnten im Test noch weitere aktuelle 65-Zoll-Fernseher mit starken Leistungen überzeugen.

Sony Bravia 5: Starker Allrounder mit natürlichem Bild

Der Sony Bravia 5 (Modellnummer: K65XR55B.CEI.B) landet knapp hinter dem LG C5. Im Labor zeigte das Mini-LED-Modell eine sehr gute Farbgenauigkeit von 1,49 Delta-E in SDR und 3,16 Delta-E in HDR. Nach der Kalibrierung erreichte der Fernseher nahezu den D65-Referenzwert.

D65 ist eine international festgelegte Normlichtart mit rund 6.500 Kelvin, die durchschnittliches Tageslicht nachbildet und als Referenz-Weißpunkt für Bildschirme und Fernseher dient. Je näher ein Fernseher diesem Referenzwert kommt, desto natürlicher und originalgetreuer werden Farben und Weißtöne wiedergegeben.

Sony Bravia 5Sony Bravia 5

Besonders positiv fiel der hohe Kontrast auf. Die intelligente Hintergrundbeleuchtung (Local Dimming) arbeitet effektiv und sorgt für tiefe Schwarzwerte, ohne Details in dunklen Bildbereichen zu verschlucken. Mit 891 Candela pro Quadratmeter erreichte der Sony zudem eine hohe HDR-Helligkeit.

In der Praxis überzeugte das Gerät vor allem mit einer natürlichen Bildabstimmung. Filme wirken ausgewogen und detailreich, während Sportübertragungen von der 120-Hertz-Technik profitieren.

Eine Besonderheit im Labor: Der Stromverbrauch lag im HDR-Modus sogar unter dem Wert im SDR-Betrieb. Das ist ungewöhnlich, kann bei modernen Local-Dimming-Systemen aber durchaus auftreten, wenn große Bildbereiche dunkel bleiben.

PRO Sehr natürliche Bilddarstellung Hohe Farbtreue Starker Kontrast Umfangreiche Smart-TV-Funktionen Sehr gute Gaming-Eigenschaften KONTRA Menü anfangs etwas komplex Nicht ganz so hell wie der LG C5

IMTEST-Ergebnis:

gut 1,81

Philips 65PUS9000: Gute Ausstattung mit Ambilight-Funktion

Der QLED-LCD-Fernseher Philips 65PUS9000 (Modellreihe: The One) bietet eine umfangreiche Ausstattung und eine solide Bildqualität, erreicht aber nicht ganz das Niveau der beiden Spitzenreiter. Ein besonderes Merkmal ist Ambilight: LEDs auf der Rückseite des Fernsehers projizieren die Farben des Bildes parallel auf die Wand. Das vergrößert subjektiv die Bildfläche und sorgt für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Philips 65PUS9000Philips 65PUS9000

Die SDR-Farbgenauigkeit fällt mit 1,89 Delta-E gut aus. Im HDR-Betrieb steigt die Abweichung auf 3,72 Delta-E, was sich vor allem in anspruchsvollen HDR-Szenen bemerkbar machen kann.

Im Labor zeigte sich zudem eine vergleichsweise geringe Spitzenhelligkeit von 512 Candela pro Quadratmeter. Dadurch wirken HDR-Effekte weniger spektakulär als bei den Konkurrenzmodellen.

Positiv fällt dagegen die hohe Bildwiederholrate von 144 Hertz auf. Auch die Bedienung gelingt unkompliziert.

Während der Sichttests zeigten sich bei dunklen Graustufen zeitweise großflächige Aufhellungen, die nach einigen Sekunden wieder verschwanden. Solche Effekte können bei LCD-Fernsehern durch die Hintergrundbeleuchtung oder eine ungleichmäßige Ausleuchtung des Panels entstehen und fielen in der Praxis vor allem in düsteren Bildszenen auf.

PRO Gute Farbtreue 144-Hertz-Panel Umfangreiche Ausstattung Einfache Bedienung KONTRA Begrenzte HDR-Helligkeit Teilweise sichtbare Aufhellungen Tonqualität nur durchschnittlich

IMTEST-Ergebnis:

gut 2,01

65-Zoll-Fernseher: Häufig gestellte Fragen

Im Folgenden hat die Redaktion die wichtigsten Fragen zu 65-Zoll-Fernsehern beantwortet.

Welcher Sitzabstand ist für einen 65-Zoll-Fernseher ideal?

Ein 65-Zoll-Fernseher besitzt eine Bildschirmdiagonale von rund 165 Zentimetern. Für 4K-Inhalte gilt ein Sitzabstand von etwa drei Metern als ideal. So lassen sich die hohe Auflösung und feine Bilddetails optimal erkennen, ohne dass das Bild überdimensioniert wirkt.

OLED oder QLED – welche Technik ist besser?

OLED-Fernseher bieten perfekte Schwarzwerte und einen nahezu unendlichen Kontrast, da jedes Pixel selbst leuchtet. QLED-Fernseher arbeiten mit einer LCD-Hintergrundbeleuchtung und einer Quantum-Dot-Schicht. Sie erreichen häufig höhere Spitzenhelligkeiten und sind oft günstiger, können beim Schwarzwert jedoch meist nicht ganz mit OLED mithalten. In sehr hellen Räumen lassen sich Inhalte auf QLED-TVs aber oft besser erkennen.

Wie viele Hertz sollte ein moderner Fernseher haben?

Für Filme reichen 60 Hertz grundsätzlich aus. Wer häufig Sport schaut oder Videospiele spielt, profitiert jedoch von 120 oder sogar 144 Hertz. Bewegungen wirken dadurch deutlich flüssiger, außerdem unterstützen viele aktuelle Spielekonsolen diese Bildraten.

Worauf kommt es bei der Bildqualität besonders an?

Nicht nur die Auflösung entscheidet über ein gutes Bild. Ebenso wichtig sind ein hoher Kontrast, eine natürliche Farbdarstellung, eine ausreichende HDR-Helligkeit und eine gleichmäßige Ausleuchtung des Panels. Diese Eigenschaften beeinflussen den Bildeindruck im Alltag oft stärker als einzelne technische Daten auf dem Papier.

Welche Anschlüsse sollte ein 65-Zoll-Fernseher besitzen?

Ein aktueller Fernseher sollte mindestens vier HDMI-Anschlüsse bieten, idealerweise mit HDMI 2.1 für moderne Spielekonsolen. Ebenfalls sinnvoll sind USB-Anschlüsse für Speichermedien, ein optischer Audioausgang für Soundbars sowie WLAN und Bluetooth für die kabellose Verbindung mit anderen Geräten.