Pérez und Co. hatten kein ernsthaftes Interesse an Wirtz – REAL TOTAL-Grafik: Getty Images
Kein Platz für Florian Wirtz bei Real Madrid
KÖLN/MADRID. Am Ende stellte sich nur noch die Frage: England oder weiter Deutschland? FC Liverpool oder FC Bayern München? Als im Laufe der Saison 2024/25 irgendwann klar wurde, dass Florian Wirtz Bayer Leverkusen verlässt, galt es schnell als wenig realistisch, dass es ihn gemeinsam mit Xabi Alonso zu Real Madrid zieht.
Einerseits, weil im zentral-offensiven Mittelfeld und auf dem linken Flügel bei den Königlichen schlicht kein Bedarf herrscht. Und zum anderen, weil das deutsche Offensiv-Ass parallel dazu viel zu teuer gewesen wäre. Er heuerte letztlich bei den „Reds“ an, die allein als fixe Ablöse satte 125 Millionen Euro auf den Tisch gelegt haben sollen.
Dass aus Real und Wirtz zumindest vorerst nichts geworden ist, bedauert einer, der die größte deutsche Erfolgsgeschichte in Spaniens Hauptstadt über eine Dekade hinweg hautnah miterleben konnte: Volker Struth, langjähriger Berater von Toni Kroos. Der Kölner pflegt eine hervorragende Beziehung zur Führungsriege der Madrilenen, betreut mit seiner Agentur Sports360 inzwischen auch Wirtz, wenn auch nur in Vermarktungsangelegenheiten. Sein Agent ist er nicht.
Struth wünscht sich Wechsel zu Real Madrid
Nichtsdestotrotz war Struth bemüht darum, den 22-Jährigen zu Real zu lotsen. Das hat er jetzt im BILD-Fußball-Podcast „Phrasenmäher“ erzählt. „Ich war nicht tief genug drin in den Anfragen, die auf dem Tisch lagen. Mein großer Wunsch wäre natürlich gewesen, Florian bei Real Madrid zu sehen – und ich glaube, damit bin ich nicht exklusiv. Auch aufgrund meiner Geschichte mit Toni, aufgrund meines Verhältnisses zu den Verantwortlichen bei Real Madrid. Ich glaube auch, da wäre er sehr gut aufgehoben. Er macht es in Liverpool jetzt ganz gut, ist ein ganz junger Spieler und wer weiß, was in dieser Karriere noch passiert“, so Struth.
Alonso „wäre nicht unerfreut gewesen, wenn er ihn hätte mitnehmen können. Aber manchmal ist man nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das hat in diesem Jahr einfach nicht gepasst aufgrund des Kaders, Budgets und all dem, was dazugehört. Auch bei Real Madrid sind die Kassen mal nicht so voll“.
„Habe Xabi gesagt: ‚Nimm den Jungen mit‘“
Der 59-Jährige habe mit dem Mitte Januar bei den Merengues entlassenen Alonso über Wirtz gesprochen. Struth: „In der Phase, als es um Bayern München und Liverpool ging, grundsätzlich um den Wechsel, hatte ich Kontakt mit den Eltern und habe irgendwann Xabi angerufen und gesagt: ‚Hör mal, nimm den Jungen mit. Versuch doch da mal, mit Florentino zu sprechen.‘ Da hat er mir gesagt: ‚Du musst mit ihm sprechen.‘ Ich habe ihm dann eine Nachricht geschickt. Die Türen waren zu dem Zeitpunkt leider nicht geöffnet. Ich glaube schon: Wenn da ein Bedarf gewesen wäre, hätte Florian noch eine Nacht mehr über seine Entscheidung geschlafen.“
Wie genau kann man sich seine SMS an den Real-Boss vorstellen? So: „Hallo Florentino, wie geht es dir? Ich habe dir schon mehrfach gesagt, ich hätte hier einen interessanten Spieler, den ich dir gerne ans Herz legen würde.“ Es sei dann auch „eine nette Antwort“ gekommen, „aber die ging nicht dahin, dass jetzt irgendwo eine Tür aufgeht“. Und zwar: „Danke, lieber Volker. Du weißt, mir sind deine Ratschläge immer sehr wichtig. Hast du mit José mal darüber gesprochen?“
Gemeint: José Ángel Sánchez, Reals Generaldirektor und Kopf der Kaderplanung. Struth habe hinsichtlich seines Wirtz-Vorschlags dann „über andere Quellen“ erfahren, „dass das da kein Thema ist“. Vielleicht wird es das früher oder später ja noch mal. Der bekannteste deutsche Spielervermittler über die Blancos: „Sie waren schon mal besser, als sie jetzt sind. Und ganz klar: Florian Wirtz macht jede Mannschaft besser.“ Sein Vertrag in Liverpool, wo er bisher auf sechs Tore und acht Vorlagen in 35 Pflichtspielen kommt, läuft bis Mitte 2030.
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