Gerade endete die Jahresausstellung des Landsberger Kunstvereins in der Säulenhalle. Der Publikumspreis ging an das Werk „Deep Silence“ von Monica Gayer, die nun ihre jährliche Einzelausstellung dort eröffnete. „Das ist für mich wie Urlaub“, freute sich die Künstlerin, der es mit einzigartigem Duktus gelingt, ihre feinsinnigen Gedanken und Gefühle in kraftvolle Werke umzusetzen.

„Back to me“ soll an ihre Anfänge mit der ersten Einzelausstellung vor zehn Jahren erinnern. „Ich kannte kaum jemanden, schön war es, als ich in den Kunstverein aufgenommen wurde und dort ist es immer noch schön“, erzählt Monika Gayer in ihrer sehr persönlichen Begrüßung. Auf eine Vernissage mit Rahmenprogramm hat sie heuer bewusst verzichtet, ihre neu geschaffenen Bilder sollen für sich sprechen. Deswegen fehlen auch die gewohnten Zitate zu den Arbeiten, was einer Besucherin sofort auffiel. „Ich möchte keine Richtung zur Wahrnehmung geben“, erklärte die Künstlerin. Ein Bild fehlt noch. „Parallel“ hängt aktuell in Memmingen, wo es den Kunstpreis für „Das große Format“ der Sparkasse Schwaben-Bodensee erhielt.

Ausstellung in Landsberg: Faszinierende Details der Serie „Kontinuum in Grau“

Bei einem längeren Verweilen vor der langen Wand rechts vom Eingang werden faszinierende Details der Serie „Kontinuum in Grau“ sichtbar. Die neun Bilder in 70 mal 70 Zentimetern Spachteltechnik stehen in einem lückenlosen, ununterbrochenen Zusammenhang. Die ausdrucksstark dargestellte Gefühlslage zweier Menschen, die auf eine Weise verbunden sind, voneinander abhängig oder ineinander verborgen, wechselt sich ab mit in Form- und Farbgebung einzigartigen komponierten Landschaften. Dabei wandert eine bestimmte Farbe in einem Kontinuum oft in nur kleiner Dosierung von einem Bild zum anderen weiter. Die beeindruckenden Werke haben Titel wie „Womöglich“ oder „Wie weit“, die beziehungsmäßig alles offen lassen, damit Betrachtende eigene Interpretationen finden.

„Suspicion/Verdacht“ und „Synthesizer“ sind unter anderem in der Landsberger Säulenhalle ausgestellt.

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„Suspicion/Verdacht“ und „Synthesizer“ sind unter anderem in der Landsberger Säulenhalle ausgestellt.
Foto: Thorsten Jordan

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„Suspicion/Verdacht“ und „Synthesizer“ sind unter anderem in der Landsberger Säulenhalle ausgestellt.
Foto: Thorsten Jordan

Zu „Sirren“ gibt Monica Gayer ihren Tipp: „Bei genauem Hinhören könnte ein bestimmter Geräuschpegel in der Hitze beschrieben sein“. Sie erklärt weiter: „Die feinen Gräser habe ich mit Gerstenhalmen aufgetragen, denn mit keinem Pinsel hätte ich so feine Linien ziehen können.“ Die Künstlerin beschränkt sich in ihren weiteren, teilweise großformatigen Arbeiten auf reduzierte Farbigkeit, was den Fokus auf das Wesentliche lenkt und mit den Räumlichkeiten perfekt harmoniert. Wenn Farbe, dann dezent verwendet, wie in „Yellow Filtered“, dessen glanzvoll eingefangene Lichter einer Stadt sich im Wasser spiegeln. Bei „Glimmer“, mit unterschiedlichen Blautönen, ist die Struktur auf Packpapier gespachtelt. In den schwarz/weiß gehaltenen „Compartments“ sieht die Künstlerin Menschen in einem Zug zusammen im Sechser-Abteil sitzen, was das Zusammenleben in jeder Situation eindrucksvoll symbolisiert.

Elemente einer städtischen Sommernacht verschmelzen in „Puls“ mit dem Hintergrund

Elemente einer städtischen Sommernacht verschmelzen in „Puls“ mit dem Hintergrund. Eine potenzielle Käuferin interessierte sich für „Surrounded“ (umschlossen). Das einzigartige, in schwarz-weiß gehaltene und intime Momente einfangende Gemälde, auf dem eine Person in Badekleidung zusammengekauert auf dem Beckenboden eines Schwimmbads verharrt, als würde sie einen Moment der Ruhe suchen, erzeugt berührendes Gänsehautgefühl. Der Lichteinfall beschert der Situation zusätzlich Tiefe. Freiheit und Ausweg könnte die kleine Leiter im Hintergrund symbolisieren. „Back to me“ ist neben einer sehenswerten Präsentation auch ein Angebot an Kunstliebhaber, die sich gerne mit der eigenen Wahrnehmung auseinandersetzen.

„Back to me“ ist der Titel der Ausstellung von Monica Gayer in der Säulenhalle in Landsberg. Das Foto zeigt „Wie weit“ und „Womöglich“.

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„Back to me“ ist der Titel der Ausstellung von Monica Gayer in der Säulenhalle in Landsberg. Das Foto zeigt „Wie weit“ und „Womöglich“.
Foto: Thorsten Jordan

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„Back to me“ ist der Titel der Ausstellung von Monica Gayer in der Säulenhalle in Landsberg. Das Foto zeigt „Wie weit“ und „Womöglich“.
Foto: Thorsten Jordan

Die Ausstellung in der Säulenhalle in Landsberg kann bis zum 19. Juli dienstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr besichtigt werden. Die Künstlerin ist zu den Öffnungszeiten anwesend.