Die Strecke Stuttgart–Zürich ist ein Sorgenkind der SBB. Der Grund: häufige Verspätungen oder gar Ausfälle, was wiederum einen Einfluss auf die Verbindung zwischen Singen, Schaffhausen und Zürich hat. Zum Fahrplanwechsel im Dezember sollte ein «Pflaster» das Problem entschärfen: Auf der Bahnstrecke zwischen Stuttgart und Zürich über Schaffhausen fährt nur noch jeder zweite Zug direkt, die anderen machen einen Zwischenhalt in Singen. Von dort fährt dann ein Anschlusszug in die Schweiz.
Ziel dieser Teilkappung war es, dass zumindest jener Anschlusszug eine Pünktlichkeit aufweist, die mit dem Standard des Schweizer Bahnnetzes mithalten kann. Das forderten auch Stadt und Kanton Schaffhausen schon länger. Wie eine Auswertung des «Südkuriers» nun aber zeigt, ist das nicht wirklich gelungen.
Kaum ein pünktlicher Zug
Die Tageszeitung untersuchte rund 500 Fahrten der Gäubahn zwischen Stuttgart und Singen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Kaum eine Fahrt kam pünktlich am Ziel an. Im Schnitt betrug die Verspätung rund sechs Minuten, über 40 Züge (also 8 Prozent) kamen überhaupt nicht an. Lediglich 15 Prozent der untersuchten Bahnfahrten waren auf die Minute pünktlich in Stuttgart, rund 20 Prozent waren rechtzeitig in Singen.
Artikel vom 10. Februar 2026

Auf der Strecke Erzingen–Schaffhausen kommt es mit der Deutschen Bahn (DB) regelmässig zu Verspätungen. Bild: Roberta Fele
Bei der SBB gilt ein Zug als pünktlich, wenn er weniger als drei Minuten Verspätung aufweist. Das erfüllten laut «Südkurier» etwas mehr als die Hälfte der Verbindungen. 110 Verbindungen waren jedoch drei Minuten oder mehr zu spät in Singen. «Dieser Pünktlichkeitswert von rund 56 Prozent ist nach Schweizer Massstäben verheerend, der SBB-Schnitt liegt bei 94 Prozent», heisst es weiter. Da helfen auch die sechs Minuten Aufenthalt in Singen nichts – die Infrastruktur des Bahnhofs ist bereits stark ausgelastet, zudem muss ein Fahrtrichtungswechsel vollzogen werden.
SBB wird bald entscheiden
Wie reagiert die SBB nun auf die jüngsten Erkenntnisse? Wird die Direktverbindung zwischen Zürich und Stuttgart bald komplett gekappt und der Umstieg in Singen obligatorisch? Eine SBB-Sprecherin wollte sich gegenüber dem «Südkurier» noch nicht konkret dazu äussern. Sie stellte jedoch in Aussicht, dass Ende Februar eine Entscheidung getroffen und kommuniziert werde. Mindestens bis dahin müssen sich Reisende auf weitere potenzielle Verspätungen einstellen.