Sony hat physische Medien eingestampft und wird ab 2028 keine Discs mehr herstellen. Der japanische Videospielgigant erklärt das vor allem damit, dass 85 Prozent der Käufe sowieso digital passieren. Das geht zumindest aus einem Bericht im Mai 2026 hervor. Diese Zahl stimmt zwar tatsächlich auch, aber es gibt da etwas sehr wichtiges, was Sony euch verschweigt. Vermutlich absichtlich, denn die Zahl ist aktuell sehr irreführend, wenn man einen wichtigen Punkt auslässt.
Sonys Ablenkungsmanöver der “85% digitalen Käufe” erklärt
Doch wie kommen diese “85 Prozent” zustande? Nun, das ist eigentlich relativ einfach zu erklären. Viele Spiele, erscheinen bereits schon länger nicht mehr in physischer Form. Selbst wenn diese im Laden stehen, findet ihr teilweise nur noch Download-Codes in den Verpackungen. Diese gelten nicht als “physischer Datenträger”, sondern eben als Download, da es keine Disc zum einlegen gibt. Zudem erscheinen viele Spiele selbst nicht einmal mehr als Code. Sie sind einfach nur als digitaler Download verfügbar. Wo keine physischen Discs vorhanden sind, können auch keine physischen Medien gekauft werden. Wenn ihr das Spiel spielen wollt, müsst ihr digital kaufen und das sind mittlerweile ein sehr grosser Teil der erscheinenden Games. “GTA 6” dürfte hier eines der prominentesten Beispiele sein. Aber auch viele Indies und andere Games erscheinen nicht mehr physisch.
Und dann kommen wir zu dem Punkt den Sony offensichtlich verschweigt. Denn dort wo physische Medien durchaus verfügbar sind, dominieren sie meist die Verkaufszahlen. Alle Spider-Man Games beispielsweise wurden mit einem Anteil von über 60 Prozent in physischer Form gekauft. Ratchet and Clank Rift Apart als auch Astro Bot wurden ebenfalls mit über 60 Prozent in Disc Form deutlich mehr verkauft, als reiner digitaler Download. Demon’s Souls soll sogar bei satten 70 Prozent liegen. Um nur ein paar sehr prominente Beispiele zu nennen:
Astro Bot liegt bei circa 50 Prozent physischen Verkäufen Ghost of Tsushima kommt auf 51 Prozent physische Verkäufe Ghost of Tsushima DC ist mit 70 Prozent physisch deutlich vor digital Sackboy ebenfalls mit über 75 Prozent physischen Disc-Verkäufen Demon’s Souls bis zu 70 Prozent physische Verkäufe Ratchet and Clank Rift Apart mit über 60 Prozent physische Verkäufe Returnal mit deutlich über 60 Prozent physischen Disc-Verkäufen Marvels Spider-Man mit 66 Prozent physische Disc-Verkäufe Marvels Spider-Man: Miles Morales mit 66 Prozent physische Verkäufe Marvels Spider-Man 2 über 60 Prozent physische Verkäufe Uncharted 4 hat sogar 83 Prozent physische Verkäufe!
Digital Foundry hat mal einige der Zahlen rausgesucht und in einem Video dazu vorgetragen. Sie stammen aus einem Leak der Firma Insomniac, die die meisten der oben genannten Spiele entwickelt hat. Mehr dazu findet ihr übrigens in diesem internen Sony-Data-Leak. Wenn also die Option auf eine physische Disc besteht, dann ist diese absolut konkurrenzfähig zu digitalen Inhalten, teilweise sogar immer noch vorne. Der Trend für digitale Käufe ist also mehr als nur erzwungen.

Werde ich auf der PlayStation 6 nicht mehr spielen können: Mein gekauftes Demon’s Souls auf einer physischen Disc. (Bild: PocketPC / Laser)
Man erkennt in der Liste zudem klar, dass vor allem Single-Player-Spiele ohne permanente Online-Anbindung zumeist noch physisch gekauft werden. Zumindest wenn diese als Disc-Version vorhanden sind. Das zieht sich durch die Bank weg durch fast alle physische Medien der Plattform. Allerdings erscheinen eben im Verhältnis nicht mehr so viele Spiele auf Discs, was eben dazu führt, dass die digitalen Downloads eben deutlich führen. Aber das spiegelt halt nicht die Tatsachen über die Verkäufe physischer Medien wieder. Sony versucht hier bewusst die Zahl in einem guten Licht stehen zu lassen. Dabei haben die Spielenden oftmals schon keine Wahl mehr.
Und selbst wenn die digitalen Medien die Physischen deutlich ausstechen dürften, dann verprellt man hier dennoch einen grossen Teil der Spielenden, die einen absolut nicht geringen Teil ausmachen. Selbst wenn wir von einem echten 80:20 Verhältnis sprechen würden, ist das immerhin ein Fünftel der Kundschaft, die Sony anscheinend für maximale Kontrolle und Profit bereit ist, in dieser Form zu Opfern.