Er ließ alles hinter sich und reiste um die Welt. Er las keine Zeitung, ließ den Laptop daheim. Es war eine Reise, die seine ganz persönliche Katharsis wurde. «Ich wollte mich vom Rest der Welt trennen. Der ganze Druck war verschwunden und es war so wichtig für mich, emotional und physisch wieder auf die Beine zu kommen. Es hatte die Jahre zuvor eine immerzu andauernde Müdigkeit eingesetzt. Ich brauchte diese Zeit, um mich selbst wieder zu erkennen», sagte er SO FOOT .
Er kehrte nie wieder in das Business zurück, das ihn groß gemacht hatte und dann fallen ließ. «Fußball ist ein Geschäft. Es geht um Leistung und finanzielle Werte der Spieler und nicht um ihre Persönlichkeit», sagte er. Heute arbeitet er als Immobilienmakler, hat ein Büro, eine Familie. Das Leben ist langsamer geworden. Nebenbei betreibt er eine Fußballschule für Waisen in Dakar. Der Grund: «Im Senegal geht es den Leuten noch viel schlechter, als es uns in Sarcelles ging, obwohl auch wir es nicht immer leicht hatten.»
Er trägt Verantwortung. Für seine Kunden, seine Familie, die Kinder in Dakar. Er wird gebraucht. Und hat längst aufgegeben, immer nach dem höher liegenden Ast zu greifen. Der Traum, den er als Kind hatte, in der NBA mit Michael Jordan zu dunken und das Gefühl zu haben, fliegen zu können, hat er aufgegeben. Denn er musste lernen, dass es im Leben zwei Richtungen gibt.
Manchmal aber nimmt er sich eine Auszeit und sucht den kurzen Nervenkick. Dann springt er aus Flugzeugen und kann tatsächlich für einen Moment fliegen oder stürzt sich in Schlauchbooten Wildwasser-Flüsse hinunter. Dann ist es wieder kurz da, dieses Gefühl, das ihn immer begleitete und dessen plötzliches Ausbleiben die wahre Tragik seiner Karriere darstellt. Dann schließt er die Augen und spürt das Kratzen am Limit wieder. Immer höher, immer weiter, immer schneller.