Der politische Druck steigt mit dem Ölpreis

Das Timing dürfte kein Zufall sein. Kaum ein Wahlversprechen hat Trump häufiger wiederholt als jenes, dass Benzinpreise unter seiner Führung drastisch sinken würden. Doch dann kam sein Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus. Die Preise stiegen seither gewaltig und mit ihnen jene für Lebensmittel und viele andere Produkte und Dienstleistungen. Als Trump die jüngsten Angriffe auf den Iran verkündete, schossen die Ölpreise, die sich gerade erholten, wieder in die Höhe.

Für sehr viele Amerikaner ist der Preis an der Zapfsäule der unmittelbare Gradmesser dafür, ob ihr Präsident wirtschaftlich liefert oder nicht. Mit Blick auf die Zwischenwahlen in diesem November dürfte das Weiße Haus also sehr genau wissen, welche politische Sprengkraft jeder zusätzliche Cent besitzt. Als Trump neulich auch noch öffentlich sagte: «Ich liebe die Inflation», verzweifelten die republikanischen Politiker.

Was steckt hinter dem Billig-Benzin?

Das Rätsel um das «Freedom Fuel Network» ist groß. Das Weiße Haus beteuert, es handele sich um ein privates Unternehmen, das keinerlei staatliche Zuschüsse erhalte. Gleichzeitig verweigert die Regierung aber nahezu jede Auskunft darüber, wer eigentlich hinter dem Netzwerk steckt. Selbst der Name des Unternehmens wird nicht genannt. Auf Anfragen von Medien reagierte die angebliche Firma bislang nicht.

Nach t-online-Recherchen ist das Unternehmen im Handelsregister des Bundesstaats Delaware als «Freedom Fuel Network LLC» seit dem 23. Juni 2026 eingetragen. Und zumindest diese Daten geben Hinweise darauf, dass tatsächlich der US-Präsident hinter Trump-Tankstellen steckt. Denn als Rechtsvertreterin ist mit der «Corporation Trust Company» eine Firma eingetragen, die bereits für viele mit Trump verbundene Unternehmen, darunter die Trump Media & Technology Group Corp und Trump Entertainmenr Resorts Funding, INC», tätig ist.

Mysteriöses Freedom Fuel Network: Der Eintrag im Handelsregister des US-Bundesstaates Delaware spricht für eine Geschäftsbeziehung zu Donald Trump.Vergrößern des BildesMysteriöses Freedom Fuel Network: Der Eintrag im Handelsregister des US-Bundesstaates Delaware spricht für eine Geschäftsbeziehung zu Donald Trump. (Quelle: Department of State: Division of Corporations)

Taylor Rogers, eine Stellvertreterin von Trumps Presssprecherin Karoline Leavitt, teilte ein Foto von einer der neuen Tankstellen und huldigte dazu ihrem Chef: «Dank der starken Führung durch Präsident Trump sehen wir Entlastung bei den Spritpreisen.» Es gebe eine «echte Einsparung» von 50 Cent pro Gallone. Andere Tankstellen sollten das Richtige tun und folgen, schrieb Taylor Rogers und postete den Link zur Webseite mit den Worten: «Finden Sie eine FREEDOM FUEL-Tankstelle in Ihrer Nähe.»

Vergrößern des Bildes (Quelle: X-Profil von Taylor Rogers)

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