Insbesondere id Software, das Studio hinter der „Doom“-Reihe, wurde von den angekündigten Sparmaßnahmen der Xbox-Sparte schwer getroffen. Eine Entwicklung, zu der sich Shooter-Pionier und Studio-Mitgründer John Carmack überraschend pragmatisch äußerte.
In dieser Woche kündigte Microsoft eine umfangreiche strategische Neuausrichtung der Xbox-Sparte an, der Tausende Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Während die Maßnahmen zur sofortigen Streichung von 1.600 Stellen führen, werden weitere 1.600 Xbox-Mitarbeiter im Laufe des Geschäftsjahres 2026/2027 entlassen.
Besonders hart traf es id Software. Denn nachdem zunächst Insiderberichte die Runde machten, in denen es hieß, dass die „Doom“-Macher die Hälfte ihrer Belegschaft verloren, sorgte eine in Texas eingereichte „WARN Notice“ – eine gesetzlich vorgeschriebene Vorankündigung für Massenentlassungen – kurze Zeit später für Klarheit.
Dieser ließ sich entnehmen, dass id Software von ursprünglich 185 Beschäftigten (Stand Dezember 2025) 136 Mitarbeiter verlor. Ein für die „Doom“-Macher schmerzhafter Einschnitt, zu dem sich Shooter-Legende und Studio-Mitgründer John Carmack in einem auf Social Media veröffentlichten Statement überraschend pragmatisch äußerte.
Carmacks Statement zu den Entlassungen
„Ich habe versucht, etwas Sinnvolles zu den Entlassungen bei id Software zu sagen. Meine Aussage, dass ‚Microsoft wahrscheinlich ein guter Verwalter der Marke sein wird‘, altert nicht gerade gut, und das wird die Stimmung beim Wiedersehen der Gründer auf der QuakeCon nächsten Monat sicherlich dämpfen“, fasste Carmack seine Eindrücke zusammen.
„Ich bin traurig. Aber ich kann keine Wut oder Empörung darüber aufbringen. Zwar habe ich keinen Einblick in die Bücher, aber ich vermute, dass id Software aus Microsofts Perspektive ein kleineres Nebengeschäft war. Ich glaube den Berichten, dass die Einnahmen aus Minecraft mehrere andere Studios getragen haben.“

Als Problem dürfte sich für id Software die Tatsache erwiesen haben, dass Titel wie „Doom: The Dark Ages“ bei den Spielern zwar gut ankamen, sich aber offenbar schlechter verkauften als von Microsoft erwartet. „Spiele konkurrieren mit jeder anderen Option, wie man seine Freizeit und sein Geld verbringen kann. Das ist einfach ein brutaler Wettbewerb“, so Carmack weiter.
Auch wenn laut der Designer-Legende nicht auszuschließen sei, dass Führungskräfte inkompetent handeln, sollte nicht davon ausgegangen werden, dass dies der Standard ist. Da es keinen offensichtlichen Weg gab, die Einnahmen der id-Spiele zu verdoppeln, lässt sich das Handeln der Geschäftsführung eher auf wirtschaftliche Sachzwänge als auf bloße Unfähigkeit zurückführen.
Wie geht es mit id Software weiter?
„Wäre mit einer anderen Preisstrategie mehr möglich gewesen? Ließen sich für Fans noch mehr Kaufanreize schaffen? Wäre eine kosteneffizientere Vermarktung denkbar, um gezielter die Spieler zu erreichen, die das Potenzial hätten, die Titel zu lieben? Und ließe sich das Spieldesign so anpassen, dass ein breiteres Publikum angesprochen wird, ohne die bestehende Basis zu verschrecken?“, schrieb Carmack abschließend.
„Hätten sie die Spiele kostengünstiger, schneller oder billiger produzieren können? Ich weiß es wirklich nicht. Das Spiel ist aber noch nicht vorbei. Ich hoffe, dass das Studio noch ie Kurve kriegt.“

Wie es für id Software in den kommenden Jahren weitergeht, ist aktuell unklar. Aufgrund der zahlreichen Entlassungen gehen Experten davon aus, dass die Spieler auf absehbare Zeit nicht mit neuen Spielen der „Doom“-Macher rechnen sollten.
Viel wahrscheinlicher sei, dass id Software erst einmal zu einem Support-Studio für andere Projekte degradiert wird. Microsoft äußerte sich zu dem Thema noch nicht.
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