Bevor erneut Restriktionen drohen

©IMAGO
Karim Adeyemi (24) möchte Borussia Dortmund verlassen, um – überraschenderweise – zum FC Barcelona zu wechseln. Während sich die Vereine noch mitten in den Verhandlungen befinden, dürfte sich der Deal selbst bei einer raschen Einigung noch um mehr als eine Woche verzögern, heißt es aus Spanien. Der Grund: Bürokratische Hürden. Vor allem geht es um die Finanzierung der geplanten großen Transferoffensive der Katalanen.
Nach übereinstimmenden Medienberichten beschafft sich Barça eine Liquiditätsspritze über 210 Millionen Euro. Dabei soll es sich um eine Anleiheemission namens „Senior Media Notes“ handeln, die durch die Fernsehrechte der kommenden Spielzeiten abgedeckt ist. Heißt: Fließen die TV-Gelder, gehen diese an die Gläubiger. Zwar fallen Finanzierungskosten und Zinsen an, doch ermöglicht dieser Schritt dem verschuldeten Barcelona, Liquidität für einen Angriff auf dem Transfermarkt zu schaffen.
Den Berichten zufolge soll die Summe in zwei Chargen fließen: Die ersten 105 Mio. Euro im Juli, die andere Hälfte erst im November. Die Ablöse für den bereits verpflichteten Anthony Gordon (25, Newcastle) muss damit aber nicht mehr abgedeckt werden. Zwar soll nicht die gesamte Summe in Ablösen investiert werden, sondern auch zur Deckung der Gehaltskosten und anderer Betriebsausgaben dienen, dennoch könnte Barça so bei den Transferausgaben an der 300-Mio.-Euro-Marke kratzen. Diese übertrafen die Katalanen bislang erst zweimal: 2017/18 und 2019/20.
Der FC Barcelona richtet den Blick damit offenbar auch in die Zukunft. Die sportliche Führung soll nämlich davon ausgehen, im nächsten Jahr wieder Probleme mit den Financial Fairplay zu bekommen und Einschränkungen bei den Registrierungen von Spielern hinnehmen zu müssen. Schon in den vergangenen Jahren war Barça nicht mehr unter die Eins-zu-eins-Regelung gefallen. Diese besagt, dass ein Verein jede eingenommene Summe auch in selber Höhe reinvestieren darf. Ist ein Klub jedoch hoch verschuldet und kann den finanziellen Rahmen nicht einhalten, dürfen nur 25 Prozent wieder ausgegeben werden. Das führte bei den Katalanen vermehrt zu ablösefreien Deals, Leihen oder ungewöhnlichen Einnahmenquellen abseits des Rasens.
Community
Über den FC Barcelona mitdiskutieren
Hier lang!
Zum Problem werden für Barça auch Verzögerungen bei den Bauarbeiten am Camp Nou, das den Berichten zufolge nicht so wie ursprünglich geplant genutzt werden kann. Die Kapazität des Stadions wird auf 105.000 Plätze erweitert, nach dem zwischenzeitlichen Umzug ins Olympiastadion standen zuletzt immerhin wieder über 62.000 Plätze zur Verfügung. Allerdings müssen die Katalanen wahrscheinlich im nächsten Jahr aufgrund von Arbeiten an der Überdachung ein weiteres Mal ausweichen und könnten erst Anfang 2028 zurückkehren. Die geringeren Spieltagseinnahmen sorgen entsprechend für einen Engpass.
Adeyemi nur der Anfang: FC Barcelona will Transferoffensive starten
Dabei möchte der FC Barcelona auf dem Transfermarkt einen Angriff starten, um um alle Titel – insbesondere in der Champions League – mitspielen zu können. Seit dem letzten Triumph 2015 schafften es die Katalanen nur zweimal ins Halbfinale der Königsklasse. Um das zu ändern, möchte Trainer Hansi Flick eine Offensivwucht um Juwel Lamine Yamal (18) aufbauen, die der von Titelverteidiger PSG um Weltfußballer Ousmane Dembélé (29) ähnelt – und dafür braucht es deutlich mehr finanziellen Spielraum.
Nach dem Gordon-Deal sind die Bemühungen um Adeyemi dabei nicht das große Problem. Zwar hat der BVB ein erstes Angebot über 20 Mio. Euro plus Boni abgelehnt, aufgrund des auslaufenden Vertrags sind die Dortmunder aber gesprächsbereit. Es wird damit gerechnet, dass die Schwarz-Gelben ihm ab einer Summe von 30 Mio. Euro, die Adeyemi auch vor vier Jahren bei seiner Verpflichtung von Red Bull Salzburg gekostet hat, plus Boni und Weiterverkaufsbeteiligung keine Steine in den Weg legen dürften. Eventuell könnte auch ein Barça-Spieler im Gegenzug nach Dortmund kommen, gehandelt werden die Namen von Roony Bardghji (20), Héctor Fort (19) und Marc Casadó (22).
Gerücht
Rechtsaußen
Bor. Dortmund
79 %
FC Barcelona
Bundesliga
LaLiga
Einen Großteil der sich anbahnenden Millionen will Barcelona in die Verpflichtung von Julián Alvarez (26) investieren, der Atlético Madrid verlassen will. Die Colchoneros stellen sich bislang aber quer und verspotteten den LaLiga-Rivalen jüngst sogar öffentlich für das aggressive Werben um ihren argentinischen Stürmer. Atlético verwies bislang immer auf die Ausstiegsklausel, die bei 500 Mio. Euro liegt.
Ein erstes Angebot von Barça soll erst nach der Weltmeisterschaft erfolgen. Ob die Madrilenen bei einer dreistelligen Millionensumme weiterhin gegen den Willen des Spielers einen Transfer blocken würden, ist offen. Darüber hinaus arbeitet Barça in der Defensive an einem Verbleib des zuletzt von Al-Hilal ausgeliehenen João Cancelo (32), bei dem noch bestimmte steuerliche Fragen geklärt werden müssen. Weitere Zugänge dürften folgen.
Gerücht
Mittelstürmer
Atlético Madrid
61 %
FC Barcelona
LaLiga
LaLiga
Hinweis:
Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Transfermarkt als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf.
Füge Transfermarkt hier als bevorzugte Quelle hinzu.