Auch der Wechsel von Paul van Hecke nach Nord-London fügt sich in dieses Bild ein. Zusammen mit Robertson, der ablösefrei aus Liverpool kommt, ist bei Tottenham so innerhalb weniger Wochen nahezu eine komplett neue Achse entstanden.

Nach der enttäuschenden Vorsaison, in der Tottenham lange gegen den Abstieg kämpfte, soll unter Coach Roberto De Zerbi der Neustart gelingen. Der Italiener drängt bewusst auf frühe Verpflichtungen, um seine Mannschaft bereits während der Vorbereitung vollständig einspielen zu können.

Auf der Insel sieht man diese Entwicklung keinesfalls kritisch. Sky-Experte Jamie Carragher begrüßte diesen Kurs gar ausdrücklich. «Mir gefällt, was die Spurs machen, und mir gefällt, was De Zerbi macht», sagte er.

Über Jahre habe Tottenham Transfergeschäfte häufig bis zum Ende der Transferperiode hinausgezögert. Nun gehe der Klub den entgegengesetzten Weg und verschaffe dem Trainer möglichst früh Planungssicherheit, so Carragher.

Sportlich erscheint diese Strategie nachvollziehbar. Finanziell könnte sie allerdings weitreichende Folgen haben. Denn jeder Transfer verändert den Markt ein Stück weit mit.

Der frühere Nationalspieler Gary Neville verwies deshalb nicht nur auf Tottenhams Ausgaben, sondern auch auf die Verkaufserlöse anderer Premier-League-Klubs. «Das zeigt mir, dass Tottenham ehrgeizig ist. Aber wisst ihr, was mir besonders aufgefallen ist? Newcastle. 130 Millionen Pfund für Isak. 69 Millionen Pfund für Gordon. 100 Millionen Pfund für Tonali.» Er meinte: die Einnahmen, die Newcastle in den vergangenen zwei Sommern mit den Abgang der Spieler generieren konnte.