ZürichVerletzte nach Explosion von mehreren hundert Kilo Sprengstoff in Illnau-Effretikon

Ein geplanter Sprengvorgang in Illnau ist am Mittwoch eskaliert. Eine unkontrollierte Explosion löste eine Druckwelle aus, die im Umkreis erhebliche Schäden anrichtete. Zwei Personen wurden leicht verletzt.

Die Druckwelle der Explosion hinterliess grosse Schäden.Die Druckwelle der Explosion hinterliess grosse Schäden.

Bild: Claudio Thoma

Plötzlich knallte es am Mittwochnachmittag in Illnau-Effretikon. Was dahinterstecke, war zunächst unklar. Nun klärt die Kantonspolizei Zürich auf. Laut einer Mitteilung begann eine private Sprengfirma kurz nach Mittag mit der Vernichtung von mehreren hundert Kilogramm Sprengmittel auf dem Gelände der Anlage Tätsch. Statt wie geplant kontrolliert abzubrennen, gab es eine Explosion. Die Wucht der Detonation riss einen Krater von mehreren Metern Durchmesser in den Boden. Die Druckwelle beschädigte nicht nur Gebäude und Unterstände auf dem Gelände selbst, sondern war auch kilometerweit spürbar.

Zwei Mitarbeiter der Sprengfirma erlitten leichte Verletzungen und wurden vor Ort medizinisch versorgt. Die Kantonspolizei Zürich bestätigte, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestehe. Doch Augenzeugen berichteten gegenüber «TeleZüri» von einem Loch im Dach eines Hauses direkt neben der Anlage und einem komplett eingestürzten Garagentor. Eine Spaziergängerin schilderte dem «Blick» ihre Eindrücke: «Es gab einen Riesenknall, alles hat vibriert.» Auch Fensterscheiben in der Nähe des Explosionsherds gingen zu Bruch.

Polizisten der Kantonspolizei Zürich untersuchen den Explosionskrater nach der Expolsion.Polizisten der Kantonspolizei Zürich untersuchen den Explosionskrater nach der Expolsion.

Bild: Claudio Thoma

Einsatzkräfte im Grossaufgebot

Die Kantonspolizei Zürich leitete eine Grossausgebot ein. Neben den eigenen Kräften waren Spezialisten des Forensischen Instituts Zürich, der Rettungsdienst Regio 144, die Stadtpolizeien von Illnau-Effretikon und Uster, die Kommunalpolizei Region Pfäffikon, ein GVZ-Inspektor, ein Baustatiker, der Unterhaltsbetrieb der Stadt Illnau-Effretikon sowie das örtliche Elektrizitätswerk im Einsatz. Die genaue Unfallursache wird nun in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich untersucht.

Im Weiler Luckhausen bei Illnau-Effretikon soll sich am Mittwoch eine Explosion ereignet haben.

Quelle: TeleZüri / Daniel Fernandez / CH Media Video Unit / Linus Bauer

Laut Florian Frei, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, sei das genaue Schadensausmass bisher nicht abzuschätzen. Die Verantwortlichen werden derzeit befragt.

Aufruf an die Bevölkerung

Die Kantonspolizei Zürich bittet alle Betroffenen, Schäden, die im Zusammenhang mit der Explosion entstanden sind, unter der Telefonnummer 058 648 48 48 zu melden. Ob und wann die Anlage Tätsch ihren Betrieb wieder aufnehmen kann, steht derzeit noch nicht fest. (zen)

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