Exakt vor einem Jahr, in der MEB-Ausgabe 7/2025, durfte ich die erste „Solution Box“ von AMMO by Mig Jimenez ausprobieren, die hierzulande exklusiv von NOCH vertrieben wird. Offenbar stellte sich dieses Konzept der (vermeintlichen) Komplettlösung für Modellbaufragen als so erfolgreich dar, dass nun zum Thema Landschaftsbau eine weitere „Solution Box“ erschienen ist.

Das neue Set „Railway Scenery“ (Art.-Nr. 4601203) ist hinsichtlich der inhaltlichen Zusammenstellung sogar noch etwas abwechslungsreicher.

Landschaftsbau Set in einer dekorativen Präsentschachtel verpackt

Auch das Landschaftsbau-Set ist in einer Präsentschachtel verpackt.

Offene Box mit verschiedenen Farben, Pulvern, Klebern und Pasten zur Alterung von Modellen

Ihr Inhalt ähnelt gleichfalls der Alterungs-Box. Neben Farben und Pulvern sind diesmal auch Kleber und Pasten enthalten.

Für eine schöne Landschaft bildet die Box nur die Basis

Neben den bereits bekannten und bewährten Acrylfarben aus der „Rail Center“-Produktlinie von AMMO in fünf passenden Farbtönen und einem erdigen „Enamel Wash“ auf Verdünnerbasis sind diesmal auch Klebstoffe, Streumaterial, Spachtelmasse, Korkund Hartschaumplatte und sogar ein kleines Päckchen Grasfasern enthalten.

Doch um es gleich vorwegzunehmen: Auch dieses Material reicht kaum aus, um damit wirklich ein kleines Diorama und so gesehen etwas mehr als die im ebenfalls beigelegten „Solution Book“ empfohlene, geradezu winzige Test-Fläche zu gestalten. Die neuen Landschaftsbau-Mittel an sich sind jedoch – bis auf die von NOCH stammenden, grellgrünen Grasfasern – durchweg hochwertig. Ergänzt man das in der Box enthaltene Material, dessen Anwendung in den nebenstehenden Bauschritten beschrieben ist, selbst noch mit ein wenig Modell-Grünzeug, kann es tatsächlich die Grundlage für ein kleines Stückchen schöner Miniaturlandschaft bilden.

Die Ziffer Eins in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund.

1

Die Grundlage des Dioramas bildet eine Holzrahmenplatte mit den Dimensionen 50 x 30 x 3 cm, die vom Künstlerbedarf Boesner stammt – ebenso wie die Auflage aus 10 cm starkem XPS-Schaumstoff.

Die Ziffer Zwei auf hellem Hintergrund.

2

Auf einem Stück Zeichenkarton gleicher Größe wird die Anordnung sämtlicher Gestaltungselemente vorab festgelegt. Der Plan macht sich auch während des Baus zum Abgleichen der Maße bezahlt.

Die Ziffer Drei auf hellem Hintergrund.

3

Mithilfe der 1 mm starken Korkplatte aus der „Solution Box“ werden die Gleistrassen gestaltet. Der Rest – etwa die Gebäudesockel – entsteht aus Hartfaserplatten. Geklebt wird alles mit dem „Ultra Glue“.

Die Ziffer Vier auf hellem Hintergrund

4

Als Gleismaterial wurde auf das übliche TT-Angebot von Tillig zurückgegriffen (auf dem Hauptgleis Stahl-, auf dem Stumpfgleis Holzschwellen). Es wird mit der „Slow Dry“-Cyanacrylatlösung aufgeklebt.

Die Ziffer Fünf in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

5

Dann sollten die Gleise rostfarben vor-grundiert werden, wozu auch das mitgelieferte Anleitungsbuch rät. Eine Spraydose ist der Box jedoch nicht beigefügt, sie muss also noch dazugekauft werden.

Die Ziffer Sechs auf neutralem Hintergrund

6

Für die eigentliche Farbgestaltung liegt der „Solution Box“ dann wieder ausreichend Material bei. Das Stahlschwellengleis erhält einen lasierenden Überzug mit den „Rail Center“-Acrylfarben.

Die Ziffer Sieben in schwarzer Schrift auf hellem Hintergrund

7

Im Granier-Verfahren werden die Schwellen betont. Dazu wird das „Rail Center“-Farbpigment mit der pastösen „Dio Drybrush Paint“ und den Acrylfarben vermischt und per Flachpinsel aufgetragen.

Die Ziffer Acht in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

8

Während beim Stahlschwellengleis großflächig vorgegangen werden kann, erhalten die Holzschwellen des Stumpfgleises noch eine Nachbearbeitung mit einer eher dunklen Graubraun-Mischung.

Die Ziffer Neun in einfacher Darstellung

9

Auch der Straßenkörper auf der Rückseite des Dioramas entsteht aus einer passend zugesägten und befeilten Hartfaserplatte, auf die der in der Box enthaltene Kork einlagig aufgeklebt wird.

Die Zahl Zehn in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

10

Der Bahnsteig wiederum wird aus einer 6 mm starken XPS-Platte und einem passend abgelängten und bearbeiteten Balsaholzstreifen erstellt (beides Boesner). Geklebt wird diesmal alles mit „Slow Dry“.

Die Zahl Elf in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

11

Die eigentliche Bahnsteigoberfläche bildet ein peinlich genau zugeschnittenes Stück Trockenschmirgelpapier passender Körnung. So spart man sich das oft sehr mühsame Einsanden derartiger Flächen.

Die Zahl 12 in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund.

12

Der „Schleifpapierbahnsteig“ erhält natürlich noch eine vorbildgerechte Farbgebung. Auch hierbei kommen die enorm deckkräftigen „Rail Center“-Acrylfarben in stark verdünnter Form zum Einsatz.

Die Zahl 13 in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

13

Die XPS-Schaumstoffplatten von Boesner lassen sich hervorragend und ohne Kraft mit dem Teppichmesser zuschneiden. Da sie später noch verspachtelt werden, ist ihre geringe Härte kein großes Problem.

Die Zahl 14 in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

14

Anschließend werden alle Schnittflächen mit dem Schleifpad eben gezogen. Die fertig vorbereiteten Gebäudesockel wurden übrigens bereits zwischen Schritt 10 und 11 präzise auf das Diorama geklebt.

Die Zahl 15 in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

15

Um auch einmal die 1 cm starke Hartschaum-Tafel der „Solution Box“ auszuprobieren, wurde mit ihr ein Felsen gestaltet: Das „4K Sculpt Tech“ lässt sich bestens schnitzen, ist aber etwas spröde.

Die Zahl 16 in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund.

16

Ebenfalls aus „4K Sculpt Tech“ entstand noch eine kleine Stützmauer. Die relative Grobporigkeit dieses Materials ermöglicht allerdings keine so feinen Strukturen, wie sie etwa mit Gips möglich sind.

Die Zahl 17 in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

17

Das gesamte Diorama erhält – mit Ausnahme der bereits eingefärbten Teile – nun einen Überzug mit Feinspachtel und Tiefgrund. Das muss nicht unbedingt sein, verbessert das Resultat aber erheblich.

Die Zahl 18 in schwarzer Schrift auf hellem Hintergrund

18

Nun erfolgt die Einfärbung der restlichen Landschaft. Der selbstgeschnitzte Felsen erhält beispielsweise mehrere dünne, leicht changierende Farbaufträge aus „Rail Center“-Acrylfarbmischungen.

Die Zahl 19 in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

19

Eine Mischung aus Farbe und Spachtel stellt der „Vignettes Acrylic Mud“ dar. Diese finale Schicht bildet eine realistisch wirkende Erdoberfläche, auf die direkt Streumaterial aufgebracht werden kann.

Die Zahl 20 in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

20

Auch für den Straßenbelag kommen passend gemischte „Rail Center“-Acrylfarben zum Einsatz, die mit feinem Steinmehl versetzt wurden. Nach dem Auftrocknen wird der Belag noch leicht angeschliffen.

Die Zahl 21 in schwarzer Schrift auf hellem Hintergrund

21

Der in der Box enthaltende „Cork Rock“-Schotter besteht aus kleinen, grau eingefärbten Korksplittern und wirkt durchaus realistisch. Geklebt wird er nach dem Befeuchten mit verdünntem „Ultra Glue“.

Die Zahl 22 in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

22

Nachdem sich das Schotterbett verfestigt hat, wird es nochmals mit einer Mischung aus „Dio Drybrush Paint“ und dem „Rail Center“-Farbpigment graniert. Vorsicht; weniger ist hier eindeutig mehr!

Die Zahl 23 in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

23

Den Abschluss aller Farbbehandlungen bildet eine Schicht aus „Enamel Wash“. Der Schmutz-Effekt beeindruckt, trocknet jedoch seidenglänzend auf, weshalb mit Mattlack übersprayt werden muss.

Die Zahl 24 in schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund

24

Wenn die der Box beiliegende, farblich nicht überzeugend wirkende Grasfasermischung mit einigen kurzen Fasern in naturnäheren Farbtönen ergänzt wurde, kann endlich statisch begrast werden.

Grün schattierte Modellbäume die mit Shader Lack farblich passend abgetönt wurden

Für den grünen „Shader“-Lack aus der Box fand sich mit dem farblichen Abtönen der Bäume noch eine sinnvolle Verwendung.

Modellbahnbahnhof Hagenau im Stil des Bahnhofs Großhartmannsdorf auf einer kompakten Modellanlage

Im Zentrum des kompakten Schaustücks steht der Auhagen-Bausatz Art-Nr. 13245 „Hagenau“, dessen Vorbild sich im osterzgebirgischen Großhartmannsdorf findet.

Modellbahndiorama mit Gleisen und Gebäuden gestaltet nur mit dem Basis Material des Bausatzes

Fazit: Eine gute Basis für den Landschaftsbau mit hochwertigen Materialien – mehr aber auch nicht. A. Bergner

Modellauto im TT-Maßstab auf einer detaillierten Straßenseite einer Fotokulisse

Die kleine Fotokulisse bietet auch eine Straßenseite, um neue Modellautos im TT-Maßstab in Szene setzen zu können, die leider immer noch viel zu rar gesät sind!

(Foto: Alexander Bergner)

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