Das Erscheinen eines Albums von Madonna ist grundsätzlich etwas Schönes, denn wo wären wir ohne sie; wie würde die Gegenwart klingen, wenn es sie nicht gäbe. Nun potenziert sich dieses Ereignis sogar noch, denn Confessions II“ ist nicht einfach bloß eine neue Platte der 67-Jährigen, sondern die reine Freude. Man möchte sie bitte ganz oft hören im Sommer, wenn man mit Freunden zusammenkommt, mit Menschen. Denn darum geht es in diesen Liedern: Dass es für Menschen nichts Besseres gibt, als miteinander zu sein, zu tanzen und die beste Version seiner selbst zu werden.
„Confessions II“ knüpft an Madonnas letzten Mega-Erfolg an: „Confessions On A Dancefloor“, dessen Hit-Single „Hung Up“ mit dem tollen Abba-Sample ihr 2005 ein enormes Comeback bescherte. Gemeinsam mit den Produzenten Stuart Price mischt sie die 16 neuen Stücke nun ineinander, es gibt wie in einem DJ-Set keine Pausen. Die Dramaturgie erinnert ebenfalls an einen Abend im Club: Tempo machen, bisschen langsamer werden, damit die Leute kurz mal zur Ruhe kommen, wieder ordentlich loslegen und schließlich mit fein eingewebter Melancholie ausfaden und heimgehen.
Madonna beschwört die frühen 1980er-Jahre, als sie in New York in der „Danceteria“ gefeiert hat. „Bring me Champagne, so i can get on the Dancefloor“, singt sie. Sie glaubt daran, dass an diesem Ort jeder sein kann, wer und was er oder sie sein will. Und sie erwähnt alte Gefährten wie Basquiat, David Byrne und Keith Haring.
Die Disco, der „Temple of Sweat“, ist für sie das Portal zu einer besseren Welt. Sie singt dort mit Sabrina Carpenter im Duett, zitiert Lou Reeds „Walk On The Wild Side“ und „Good Life“ von Inner City.
Und das Schönste ist, dass sie nach einigen musikalischen Experimenten zwar wieder wie Classic Madonna klingt, aber nicht wehmütig oder rückwärtsgewandt. Die Beats sind frisch, der Sound ist up to date, und ihre Stimme hat so eine Wärme. Eine Platte voller Zuneigung.