Millionenverlust
NDR rutscht tief ins Minus – Stellen und Programme werden gestrichen
14.07.2026 – 08:00 UhrLesedauer: 2 Min.
NDR-Logo (Archivfoto): Offenbar steckt der Sender in einer angespannten Finanzlage. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)
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Nach einem Überschuss von 147 Millionen Euro im Jahr 2023 hat der NDR 2024 ein Defizit von 18,1 Millionen Euro eingefahren. Der Sender reagiert mit weiteren Sparmaßnahmen.
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) steht finanziell massiv unter Druck. Wie aus dem neuen Bericht an die Landesparlamente der NDR-Staatsvertragsländer hervorgeht, schloss der Sender das Geschäftsjahr 2024 mit einem Defizit von 18,1 Millionen Euro ab. Im Jahr zuvor hatte noch ein Überschuss von 147,1 Millionen Euro in den Büchern gestanden.
Grund für den Einbruch sind deutlich gestiegene Ausgaben. Die Aufwendungen erhöhten sich binnen eines Jahres um 174,9 Millionen Euro auf 1,293 Milliarden Euro. Besonders stark stiegen die Personalkosten – unter anderem wegen des Tarifabschlusses Ende 2024 sowie höherer Aufwendungen für die Altersversorgung. Allein die Personalaufwendungen kletterten von 381,3 auf 487 Millionen Euro.
NDR geht stärker auf Sparkurs
Gleichzeitig gingen die Beitragserträge um 36 Millionen Euro zurück. Der NDR begründet dies unter anderem damit, dass positive Einmaleffekte aus einem früheren Meldedatenabgleich im Jahr 2024 weggefallen sind.
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Die angespannte Finanzlage hat Konsequenzen: Der NDR verschärft seinen Sparkurs. Die Zahl der Planstellen soll weiterhin jährlich um 0,5 Prozent sinken. Mit dem Wirtschaftsplan 2026 wurden erneut Stellen abgebaut, neue kamen nicht hinzu. Frei werdende Stellen in Produktion und Verwaltung werden weiterhin nicht nachbesetzt.
Diese Programm fallen weg
Auch das Programmangebot wird kleiner. Ab Januar 2027 stellt der NDR die digital verbreiteten Hörfunkprogramme NDR Blue, NDR Schlager und NDR Info Spezial ein. Zudem wird der von ARD-aktuell verantwortete lineare Nachrichtensender tagesschau24 Ende 2026 eingestellt. Hintergrund ist der Reformstaatsvertrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Trotz der angespannten Finanzlage verweist der NDR auf Erfolge bei der Reichweite. Das NDR Fernsehen erreichte 2025 mit einem Marktanteil von 8,4 Prozent in Norddeutschland den höchsten Wert seit 21 Jahren. Auch die «Tagesschau» erzielte nach Angaben des Senders die höchsten Marktanteile seit Beginn der modernen Quotenmessung.
