Exoplanet GJ 3378b hat rund doppelte Erdengröße
Die Analyse des Exoplaneten mit dem Hobby-Eberly-Teleskop im McDonald Observatory und dem NEID-Spektrometer am WIYN-Teleskop des Kitt Peak National Observatory zeigt, dass dieser etwa 1,3 Erdradien und 2,3 Erdmassen besitzt und sich in der habitablen Zone seines Sterns befindet, also in der Zone, in der ein Planet ausreichend Strahlung erhält, damit auf seiner Oberfläche flüssiges Wasser existieren kann.
„Diese Super-Erde erhält etwa 90 Prozent der Strahlung von ihrem Mutterstern, die die Erde von der Sonne bekommt, also liegt sie genau im optimalen Bereich“, so Robertson.
Besitzt der Exoplanet GJ 3378b eine Atmosphäre?
Wie die Forscher erklären, ist nicht nur die Umlaufbahn innerhalb der habitablen Zone entscheidend dafür, ob auf einem Planeten Leben existieren kann, sondern auch, ob dieser eine Atmosphäre besitzt und wie diese sich zusammensetzt. Der Exoplanet GJ 3378b befindet sich an der Grenze der sogenannten Cosmic Shoreline („kosmische Küstenlinie“), eine Grenze zwischen zwei Himmelskörpern, die unter anderem von der Gravitation, Planetenmasse und Sternenstrahlung abhängt, bei der ein Stern einem Planeten die Atmosphäre potenziell entreißen kann. Bei Beispiel für einen solchen Grenzfall ist der Mars, der früher möglicherweise eine erdähnliche Atmosphäre besaß, die später von der Sonne zerstört wurde.
„Wenn man die Erde auf die Größe eines Apfels verkleinern würde, wäre ihre Atmosphäre ungefähr so dick wie die Schale des Apfels. Das ist gerade genug, um die Art von Oberflächendruck aufrechtzuerhalten, bei der flüssiges Wasser existieren kann. Es reicht aus, damit es atembare Luft gibt, und es bietet vielleicht ein wenig Schutz vor der harschen Strahlungsumgebung des Weltraums“, erläutert Robertson.
Ob der Exoplanet GJ 3378b tatsächlich eine Atmosphäre besitzt, können die Wissenschaftler aktuell nicht untersuchen. Das Habitable Worlds Observatory (HWO), das die National Aeronautics and Space Administration (NASA) in den 2040er-Jahren starten möchte, kann aber analysieren, ob GJ 3378b eine Atmosphäre besitzt.
Wenn der Exoplanet GJ 3378b tatsächlich eine Atmosphäre besitzt, möchten die Astronomen weitere Analysen durchführen, etwa nach Biosignaturen, flüssigem Wasser und einer Atmosphäre, um zu untersuchen, ob der Exoplanet lebensfreundlich ist, eine Atmosphäre mit chemischen Stoffen, die einen biologischen Ursprung haben können, besitzt und ob auf ihm Leben existiert.
„Wenn ein Planet in der habitablen Zone eine geeignete Atmosphäre hat, können wir weiterführende Untersuchungen rechtfertigen, bei denen nach Biosignaturen, flüssigem Wasser oder anderen Lebenszeichen gesucht wird, die sowohl eine Atmosphäre als auch die richtige Erwärmung durch den Mutterstern voraussetzen“, erklärt Gogod James.
Quellen:
Studie im Fachmagazin The Astrophysical Journal, doi: 10.3847/1538-4357/ae732b
14. Juli 2026
– Robert Klatt