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Seit mehr als drei Jahrzehnten zieht Oasis‘ Noel Gallagher über Phil Collins her. Er nannte den Genesis-Frontmann den Antichrist und rief die Briten scherzhaft dazu auf, Labour zu wählen – als Mittel, um Collins aus England fernzuhalten. Nun, da Gallagher (59) und Collins (75) bei ihrer Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame im Herbst unweigerlich aufeinandertreffen werden, meldet sich Collins zu Wort. „Ich gebe ihm den Benefit of the Doubt und gehe davon aus, dass er mich nicht wirklich für den Antichrist hält“, sagte Collins kürzlich dem Magazin „Mojo“.

„Mojo“ berichtet, dass Gallagher Collins 1994 in einem Interview als „den Antichrist der Musik“ bezeichnet habe. Der Oasis-Gitarrist und -Songwriter erklärte, er sei zu diesem Schluss gekommen, nachdem er in den Achtzigern bei einem Genesis-Konzert war – „völlig weggetreten“, wie er es formulierte.

Collins sagte „Mojo“, er habe Gallaghers Geschichte durchgedacht und vermute, dass es eine Aufführung von „Mama“ gewesen sei – ein bedrohlicher Song vom selbstbetitelten Genesis-Album von 1983, bei dem Collins ein teuflisches Lachen von sich gibt und dabei eine Taschenlampe unter sein Gesicht hält –, der den Oasis-Gitarristen damals erschreckt haben müsse. „Ich glaube, ‚Mama‘ ist der Grund, warum Noel mich den Antichrist genannt hat“, sagte Collins.

Abgehackter Kopf im Kühlschrank

Die Antichrist-Aussagen sind dabei noch die harmloseste Variante: „Mojo“ grub weitere Fälle aus, in denen Gallagher Collins verunglimpfte – manchmal in Worten, die man wohl kaum als christlich bezeichnen kann. „Ich will den abgehackten Kopf von Phil Collins bis Ende dieses Jahrzehnts in meinem Kühlschrank haben. Und wenn nicht, bin ich ein Versager“, soll Gallagher einmal gesagt haben.

1997 erklärte Gallagher dem „Guardian“, die Leute sollten Collins praktisch aus dem Land herauswählen. „Wenn die Konservativen gewinnen, droht Phil Collins, hierher zurückzukommen und zu leben“, sagte er. „Und seien wir ehrlich: Das will keiner von uns.“ (Einer, der Collins gegen Gallagher verteidigte, war Rapper und Schauspieler Ice-T, der ROLLING STONE 2011 sagte: „Noel Gallagher soll die Klappe halten und sich mal abregen.“)

Collins schlug 2005 in einem Interview mit dem „Irish Examiner“ zurück und nannte Oasis unhöflich, schrecklich und talentlos. Sogar Collins‘ Tochter, die Schauspielerin Lily, mischte sich in die „Fehde“ ein und stellte Noels Bruder Liam beim Live Earth 2007 zur Rede. Das veranlasste Liam zu der Aussage, er hasse niemanden.

Mittagessen vor der Zeremonie

Doch was auch immer an Funken sprüht – oder an Versöhnung stattfindet – bei der Hall-of-Fame-Zeremonie am 14. November in Los Angeles: In der Öffentlichkeit wird es wohl nicht passieren. „Die Inductees wurden alle zu einem Mittagessen vor der Zeremonie eingeladen“, sagte Collins. „Was interessant wird, da ich Oasis dort sicher über den Weg laufe.“