Beruflicher Richtungswechsel für Luzia Tschirky. Die frühere SRF-Kriegsreporterin drückt erneut die Schulbank – mit einem Kind zu Hause.

Luzia TschirkyLuzia Tschirky, hier im Jahr 2017, orientiert sich beruflich neu. – SRF / Oscar Alessio

Das Wichtigste in Kürze

Luzia Tschirky studiert seit Herbst 2025 Rechtswissenschaften im Master an der Universität Bern.

Die frühere SRF-Korrespondentin schreibt, sie habe die «schwierigste Prüfung» bestanden.

Dennoch plagt sie ein schlechtes Gewissen gegenüber ihrer kleinen Tochter.

«Was machst du eigentlich jetzt?»

Es ist die Frage, die Luzia Tschirky immer wieder gestellt wird. Im Juni 2024 beendete die Sarganserin ihre langjährige Zusammenarbeit mit SRF. Für das Medienhaus berichtete sie zuletzt als Kriegsreporterin aus der Ukraine, ihre Arbeit dokumentierte anschliessend in einem Buch.

Nach ihrem TV-Abgang wechselte die 35-Jährige in die Selbstständigkeit, bietet über ihre Website Lesungen und Vorträge zu ihrem Fachwissen über den russischen Angriffskrieg an. Nun aber steht der Mutter einer kleinen Tochter ein beruflicher Richtungswechsel bevor.

Luzia TschirkyLuzia Tschirky im November 2023 während eines Vortrages über den Krieg in der Ukraine. – keystone

«Ich habe diese Woche erfahren, dass ich die schwierigste Prüfung bestanden habe», schreibt Tschirky auf Instagram. Seit letztem Herbst ist sie an der Universität Bern eingeschrieben – als Masterstudentin in Rechtswissenschaften.

Wenig Zeit für Kind und Mann

«Diese Hürde zu nehmen, war nur möglich dank meinem Umfeld und Durchhaltewillen meinerseits», so die Journalistin. Tschirky empfindet es als «riesiges Privileg», als Mutter einer kleinen Tochter studieren zu können. Besonders dankbar zeigt sie sich gegenüber ihrem Mann, der ihr den Rücken freihält.

Ex-SRF-Reporterin Luzia Tschirky erzählt auf Instagram von ihren Zukunftsplänen.Ex-SRF-Reporterin Luzia Tschirky erzählt auf Instagram von ihren Zukunftsplänen. – Instagram / @luziatschirkyDie 35-Jährige studiert seit letztem Herbst Rechtswissenschaften an der Universität Bern.Die 35-Jährige studiert seit letztem Herbst Rechtswissenschaften an der Universität Bern. – Instagram / @luziatschirkyDass sie ihr Studium mit ihrem Familienleben vereinbaren kann, beschreibt sie als «riesiges Privileg».Dass sie ihr Studium mit ihrem Familienleben vereinbaren kann, beschreibt sie als «riesiges Privileg». – Instagram / @luziatschirky

Dass aufgrund der intensiven Lernphase ihr Familienleben zu kurz kommt, bereitet ihr zwar ein schlechtes Gewissen. Für die 35-Jährige gehören diese Gedanken aber zum Elternsein dazu. Tschirky: «Ein schlechtes Gewissen, zu wenig präsent zu sein, gehört zum Elternsein wie ein Schatten.»

Studierst du?

1Ja.

2Nein.

3Schon abgeschlossen.

Durch ihre frühere Arbeit in einem Krisengebiet misst sie ihrem jetzigen Leben, zurück in der Schweiz, eine neue Bedeutung bei: «Russlands Krieg gegen die Ukraine hat mich geprägt. Ein Leben in Frieden? Ein Privileg. Eine Familie? Ein Privileg. Am Ende des Tages: Alles was zählt.»

Tschirky studierte bereits an der Uni

Zuletzt an einer Universität eingeschrieben war Luzia Tschirky bis 2015 in Zürich, wo sie ihr Bachelorstudium in Politikwissenschaften abschloss.

Mit dem Journalismus kam die Ostschweizerin bereits vor ihrer akademischen Laufbahn in Berührung. Als Jugendliche war sie als Delegierte der Europäischen Jugendpresse in Moskau sowie Vorstand von «Junge Journalisten Schweiz» tätig.

Luzia TschirkyLuzia Tschirky berichtete für SRF aus der Ukraine. – Screenshot SRF

Nach einem Abstecher ins Moskau-Büro des «Spiegel» und ihrer Arbeit bei einem ukrainischen Radiosender folgte der Wechsel zu SRF. Nach ersten Praktika und ihrer Tätigkeit als freie Mitarbeiterin absolvierte Tschirky den internen Journalismus-Stage, bevor sie 2019 als erste Frau die Korrespondenten-Stelle in Russland übernahm.