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Eine neue Compilation versammelt Aufnahmen, die David Bowie 1965 machte – noch vor seinem Durchbruch, gemeinsam mit dem bereits damals gefeierten Produzenten Shel Talmy. Talmy hatte sich einige Jahre zuvor mit Hits für die Kinks („You Really Got Me“, „Tired of Waiting for You“), die Who („I Can’t Explain“) und Chad and Jeremy („A Summer Song“) einen Namen gemacht. Es lag also nahe, dass Bowie – der damals noch unter seinem bürgerlichen Namen Davie Jones auftrat – seine Bands (mal als The Lower Third, mal als The Mannish Boys bekannt) mit Talmy ins Studio brachte.

Die Compilation „The Shel Talmy Recordings“, die am 18. September erscheint, bündelt alles, was Bowie nachweislich mit dem Produzenten aufgenommen hat – Sessions, bei denen gelegentlich Jimmy Page an der Gitarre und Nicky Hopkins am Klavier zu hören sind.

Neue Collection

Die Sammlung enthält 10 Songs, die bislang nie offiziell veröffentlicht wurden – darunter „I Want Your Love“, das heute erscheint. Der Track ist ein aufschlussreicher Höreindruck, weil ihm noch jede Spur der eigenwilligen Kunstfertigkeit fehlt, die Bowie bis Ende des Jahrzehnts entwickeln sollte. Es ist eine taumelnde R&B-Nummer mit aufgerauhtem Gitarrengewitter und einem treibenden Schlagzeug – und endet in einer Who-artigen Gitarren-Apokalypse. Bowie schmettert den Song, als würde er Van Morrison (circa Them) dabei imitieren, wie dieser Mick Jagger nachahmt (zumindest so, wie die Stones auf Songs wie „Tell Me“ klangen). Bowie wollte offensichtlich einen Hit landen – aber seine eigene Stimme hatte er noch nicht gefunden.

„Die Aufnahmen hier sollten nicht an den Maßstäben seiner späteren Karriere gemessen werden, sondern daran, was zu diesem genauen Zeitpunkt in Großbritannien passierte“, schrieb Musikhistoriker Alec Palao in den Liner Notes. „In diesem Sinne sprechen sie ebenso laut von der Aufbruchsstimmung Londons und seiner Musikszene in diesem entscheidenden Jahr 1965 wie vom bevorstehenden Start seines hellsten zukünftigen Stars.“ Davie Jones legte seinen Namen ab und wurde im September 1965 zu David Bowie.

Talmy glaubte an Bowie

„Ich war absolut überzeugt, dass er es schaffen würde“, sagte Talmy, der 2024 starb, in einem Interview von 2017. „Das Einzige, was schade war: Er und ich waren dem Markt ungefähr sechs Jahre voraus.“

Die Compilation enthält außerdem „You’ve Got a Habit of Leaving“ und „Baby Loves That Way“ – zwei Singles, auf die Bowie später in seiner Karriere zurückkam und die er für sein posthum veröffentlichtes Album „Toy“ neu einspielte.

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„The Shel Talmy Recordings“ – Tracklist:

1. „You’ve Got a Habit of Leaving“ (2026 Remaster)^
2. „I Want Your Love“ *^
3. „Cupid“ *^
4. „I Pity the Fool“ (2026 Remaster)+
5. „Baby Loves That Way“ (2026 Remaster)^
6. „Keep Up With the Jones“ (Instrumental) *^
7. „Leave Her to Me“ *^
8. „I’ll Follow You“ ^
9. „You Gotta Tell Her“ (2026 Remaster)*^
10. „Take My Tip“ (2026 Remaster)+
11. „Certain Woman“ *^
12. „Today“ (Demo) *-
13. „I Want My Baby Back“ (Demo) (2026 Remaster)-
14. „I Live in Dreams“ (Demo) *-
15. „Bars of the County Jail“ (Demo)-
16. „That’s Where My Heart Is“ (Demo) (2026 Remaster)-
17. „I Do Believe I Love You“ (Demo) *-
18. „You’ve Got a Habit of Leaving“ (Alternative overdub/vocal) (2026 Remaster)^
19. „I Pity the Fool“ (Alternative vocal take) (2026 Remaster)+
20. „Baby Loves That Way“ (Alternative vocal take) *^
21. „Take My Tip“ (Alternative vocal take) (2026 Remaster)+

*Bislang unveröffentlicht
^ Davie Jones & The Lower Third
+ The Manish Boys
– Davie Jones