Im Labor der Lebensmittelkontrolle werden diverse Proben untersucht.
Bild: José R. Martinez
Der Anstieg ist bemerkenswert: Um die Bevölkerung zu schützen, hat die Solothurner Lebensmittelkontrolle 2024 drei Betriebe geschlossen . Eine Betriebsschliessung ist das letzte Mittel und wird nur ausgesprochen, «wenn die festgestellten Zustände die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten unmittelbar gefährden».
2025 hat die Lebensmittelkontrolle nun 15 Betriebe dichtgemacht. Fünfmal mehr. «In Teilen der Lebensmittelbranche ist eine qualitative Verschlechterung festzustellen», schreibt die Lebensmittelkontrolle in ihrem Jahresbericht.
Bei Restaurants, Imbissbetrieben, Metzgereien, Bäckereien, Detailhandelsgeschäften und weiteren: Insgesamt 1595 Kontrollen hat die Lebensmittelkontrolle letztes Jahr gemacht. Während bei einer grossen Mehrheit alles in Ordnung war, musste die Lebensmittelkontrolle doch in 153 Fällen – rund zehn Prozent – Prozessverbote aussprechen.
Prozessverbote werden erlassen, wenn einzelne Tätigkeiten oder Produktionsschritte aufgrund erheblicher Mängel nicht weitergeführt werden dürfen, bis die gesetzlichen Anforderungen wieder erfüllt sind. Und in 101 Fällen waren die Mängel so gravierend, dass Strafanzeige eingereicht wurde.
Risikofaktor Asia-Gemüse
Einen Kontrollschwerpunkt wurde letztes Jahr bei Importeuren von Asia-Gemüse gesetzt. Bei zehn Verkaufsstellen wurden insgesamt 38 Proben genommen. Das Ergebnis sei ernüchternd, so die Lebensmittelkontrolle: In einem Drittel der Fälle lagen die Pestizidrückstände über den gesetzlich zulässigen Höchstgehalten.
Auffällig waren insbesondere Basilikum, Bohnen, grüne Chilis, Kardamom, Nachtschatten (Nightshade), Okra, Stinkdistel und Wasserspinat. In sämtlichen Proben dieser Gemüse wurden mehrere Pestizide gleichzeitig nachgewiesen. Solche «Mehrfachbelastungen» seien besonders problematisch und würden auf Mängel entlang der Produktions-, Import- oder Vertriebskette hinweisen, so die Lebensmittelkontrolle.
Und weiter: «Die Ergebnisse der Schwerpunktkontrollen zeigen, dass importiertes Asia-Gemüse weiterhin zu den risikobehafteten Warengruppen gehört.»
Vorsicht beim Duschwasser
Im Fokus der Kontrolleure standen weiter Legionellen im Warmwasser. Die Legionellose ist eine Erkrankung der Atemwege. Die Infektion erfolgt durch das Einatmen feinster Wassertröpfchen, die beispielsweise beim Duschen entstehen. Legionellen vermehren sich bevorzugt bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad.
Bei der Kontrolle des Duschwassers einer Turnhalle wurden solche Legionellen gefunden. In dieser Turnhalle wurde, um Energie zu sparen, das Wasser nur bis 42 Grad erwärmt. Doch just bei diesen Temperaturen können sich Legionellen vermehren. Die Grenzwerte wurden vereinzelt um das 280-fache überschritten. Mit einer Vielzahl von Massnahmen konnte die Konzentration dann aber deutlich gesenkt werden.
Weiter hat die Lebensmittelkontrolle die Qualität von Trinkwasserversorgungen und öffentlichen Badeanlagen überwacht. Die grosse Mehrheit der Betriebe und der untersuchten Proben entsprach den gesetzlichen Anforderungen. Auch die Qualität der überwachten Badestellen in Seen und Flüssen (Aare, Emme, Burgäschisee) erwies sich insgesamt als gut.
Der Tele M1-Beitrag zum Thema: