Auffällig gelb, mit grossen Käselöchern beklebt und kaum zu übersehen: Das «Käsemobil» der Raclette Racers ist bereit für eines der grössten Abenteuer im Leben von Chantale und Riccardo Böhrer.

Das Altstätter Duo ist derzeit beim Pothole Rodeo Balkan unterwegs und durchquert mit seinem selbst ausgebauten Opel Combo Südosteuropa.

Die Abenteuer-Rallye führt während zwölf Tagen durch zwölf Länder und über knapp 4500 Kilometer. Das Pothole Rodeo beginnt in der Südsteiermark und verläuft über Slowenien und Ungarn nach Rumänien.

Danach warten unter anderem Bulgarien, Griechenland, Nordmazedonien, Albanien, Kosovo, Montenegro, Bosnien und Kroatien. Gefahren wird über Bundes- und Landstrassen, Bergpässe, Schotterpisten und Strassen mit zahlreichen Schlaglöchern. Dabei zählt nicht die Geschwindigkeit: Ziel ist es, gemeinsam anzukommen.

Vom Lieferwagen zum rollenden Zuhause

Für Chantale und Riccardo ist es bereits die zweite Rallye. Aus einem schlichten gelben Opel Combo schufen sie in monatelanger Arbeit eine mobile Abenteuerbasis. Das Fahrzeug erhielt nicht nur seine auffällige Käseoptik, sondern auch einen Schlafplatz, Stauraum, Vorhänge, eine Rückfahrkamera und ein eigenes Energiesystem.

Hinzu kamen eine Markise, eine Dachbox, ein Ersatzrad auf dem Dach sowie begehbare Holzplatten auf dem Dachträger. Im Innern fanden eine Kühlbox, ein Campingtisch, eine kleine Kaffeebar und ein Käse-Maskottchen ihren festen Platz. Vieles planten und bauten die beiden selbst, teilweise auf dem Parkplatz und häufig bis spät in die Nacht.

Selbst der Einbau des Betts blieb nicht ohne Zwischenfall. Nach dem ersten erfolgreichen Probeliegen schlossen die beiden sämtliche Türen und stellten fest, dass sie aus dem hinteren Teil des Lieferwagens nicht mehr herauskamen. Chantale musste nach vorne in den Fahrerraum kriechen, um an den Schlüssel zu gelangen.

Pannenserie kurz vor der Abfahrt

Wenige Tage vor dem Start drohte das Abenteuer jedoch zu scheitern. Nach einer zunächst erfolgreichen Probefahrt bemerkten Chantale und Riccardo, dass die Zusatzbatterie während der Fahrt nicht geladen wurde.

Die Fehlersuche ergab einen defekten Alternator. Beim Ausbau entdeckten sie zudem Kühlwasser im Motorraum und schliesslich eine gerissene Ansaugbrücke.

Kaum war das Ersatzteil eingetroffen und der Motor wieder zusammengebaut, brach bei der Montage das Zahnrad der Hochdruckpumpe. Das Käsemobil musste erneut zerlegt werden, während die Zeit bis zur Abreise immer knapper wurde. Erst am 8. Juli konnten die Raclette Racers erleichtert melden: Das Käsemobil läuft.

Dass der Opel Combo überhaupt offiziell auf die Strasse durfte, hatte bereits im April für Nervenkitzel gesorgt. Für die Motorfahrzeugkontrolle musste der gesamte Ausbau wieder entfernt werden. Am 9. April folgte die erlösende Nachricht: Das Fahrzeug hatte die Prüfung bestanden.

Zwischen Wildcampen und rumänischen Wasserfällen

Am 12. Juli traf das Duo auf dem Startgelände in Österreich ein. Dort holten Chantale und Riccardo die Unterlagen, das Roadbook und ihre Startnummer ab. Zwischen ungewöhnlichen Fahrzeugen, bekannten Gesichtern und zahlreichen anderen Rallyeteams stieg die Vorfreude auf die Fahrt durch den Balkan. Einen Tag später rollte das Feld über die Startlinie.

Inzwischen haben die Raclette Racers Rumänien erreicht. Auf dem Weg durch das Land passierten sie Dörfer, Kirchen, riesige Storchennester und Kühe am Strassenrand. Einer der bisherigen Höhepunkte war der Bigăr-Wasserfall mit seinen moosbewachsenen Felsen und dem klaren Wasser. Die Nacht verbrachten sie anschliessend beim Wildcampen mitten in der Natur.

Zuvor hatte das Käsemobil bereits erste Offroad-Wege bewältigt. Für eine Abkühlung und eine improvisierte Dusche nutzten Chantale und Riccardo Böhrer die Donau. Nun führt die Reise weiter in Richtung der rumänischen Berge, wo mit der Transfogarascher Hochstrasse eine der spektakulärsten Etappen des Pothole Rodeo wartet.

Die Erlebnisse der beiden Altstätter können laufend im Reisetagebuch auf FindPenguins und auf dem Instagram-Kanal «Raclette Racer» mitverfolgt werden. Dort berichten Chantale und Riccardo über Etappen, Pannen, Übernachtungsplätze und den Alltag in ihrem rollenden Käsemobil.