Förderung abseits der Forschung

Mit UPortunity schliesst die ETH Zürich eine Lücke in ihrem Förderangebot rund um das Unternehmertum. Während Forschende von Programmen wie den Pioneer Fellowships oder dem ETH-Spin-off-Label profitieren können, gab es bisher keine vergleichbare Unterstützung für Studienabgänger:innen, deren Geschäftsideen nicht auf ETH-Forschung beruhen.

«Es gibt unglaublich viele Talente und Ideen an der ETH. Mit dem neuen Programm können wir nun auch Personen unterstützen, die während ihres Studiums eine gute Idee entwickelt haben und diese nach Abschluss verwirklichen möchten», sagt Cornelia Walther, Leiterin des UPortunity-Programms.

Gerade im Student Project House entstehen jedes Jahr zahlreiche Projekte mit unternehmerischem Potenzial. Viele Studierende entwickeln dort erste Prototypen, testen Ideen und sammeln Erfahrungen. Der Schritt zur Firmengründung bleibt jedoch oft schwierig.

Für solche Jungunternehmer:innen führte die ETH Zürich im vergangenen Jahr das Start-up-Label ein. Mit UPortunity haben die anerkannten Start-ups nun auch Zugang zu einem Unterstützungsprogramm.

«Unsere strukturierte Unterstützung hilft dabei, Technologien schneller an den Markt zu bringen», sagt Walther. «Viele Start-ups würden ihren Weg auch ohne Förderung machen. Mit den richtigen Kontakten, Mentor:innen und finanzieller Unterstützung geht es jedoch deutlich schneller.»

Was ist wichtiger: die Technologie oder das Team?

Teilnehmen können Teams mit bis zu fünf Mitgliedern. Der Hauptantragsteller oder die Hauptantragstellerin muss entweder innerhalb der vergangenen zwei Jahre einen ETH-Abschluss erworben haben oder sich in der Schlussphase des Studiums befinden.

Voraussetzung ist eine überzeugende Geschäftsidee mit einem funktionsfähigen Prototypen. Gleichzeitig müssen die Projekte unabhängig von ETH-Forschung und geistigem Eigentum der Hochschule sein. Damit richtet sich UPortunity gezielt an Start-ups und nicht an klassische ETH-Spin-offs, die auf Forschungsergebnissen basieren.

Bei der Auswahl zählt jedoch nicht nur die Technologie. «Für uns sind die Personen mindestens genauso wichtig wie das Projekt selbst», betont Walther. Ein starkes Team könne oft entscheidender sein als eine besonders ausgefeilte technische Lösung. «Wenn die richtigen Menschen dahinterstehen, können sie auch aus einer weniger spektakulären Idee ein erfolgreiches Unternehmen machen.»

Ein Fellowship von drei Monaten und 5000 Franken Projektbudget

Zweimal pro Jahr startet eine neue Kohorte. Bis zu drei Mitglieder eines ausgewählten Teams erhalten während drei Monaten finanzielle Unterstützung und Betreuung im Rahmen eines Fellowships, zudem gibt es ein Projektbudget von 5000 Franken. Die Teams arbeiten im Coworking-Space Westhive in Zürich-West an ihrem Vorhaben – unabhängig davon, ob sie bereits gegründet haben oder auf dem Weg dazu sind. Nach dem intensiven dreimonatigen Programm können sie weitere neun Monate im Westhive bleiben und das Netzwerk und die Räume weiterhin kostenlos nutzen.