Bei den Verhandlungen geht es unter anderem um das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Das iranische Regime bestreitet entsprechende Absichten, zeigt sich jedoch bereit, sein Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug fordert Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Über andere von den USA eingebrachte Themen will die Islamische Republik nicht sprechen – darunter eine Begrenzung ihres Raketenarsenals oder ein Ende der Unterstützung militanter Gruppen wie der Hisbollah im Libanon.
Der Iran versucht nach Darstellung von US-Außenminister Marco Rubio, Interkontinentalraketen zu entwickeln. Man habe beobachten können, wie der Iran die Reichweiten jener Raketen erhöht habe, über die das Land bereits verfügt, sagte Rubio vor Journalisten in der Hauptstadt des Inselstaats St. Kitts und Nevis, Basseterre. Es sei klar, dass sich der Iran auf dem Weg dazu befinde, eines Tages Waffen entwickeln zu können, die die USA erreichen könnten.
Der Iran besitze bereits Waffen, die große Teile Europas bedrohen könnten, sagte Rubio. Der Außenminister äußerte sich dabei verwundert darüber, dass Teheran trotz Sanktionen und enormer wirtschaftlicher Probleme weiter Geld finde, um in Raketen mit immer größerer Reichweite zu investieren. «Das ist eine untragbare Bedrohung», betonte Rubio, der auch Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater ist.
Die USA sehen laut Vizepräsident JD Vance Hinweise darauf, dass der Iran nach den US-Angriffen im Juni sein Atomprogramm wiederaufbaut. «Das Prinzip ist sehr einfach: Der Iran darf keine Atomwaffen haben», sagte Vance am Mittwoch vor Journalisten. Eine Stellungnahme des Iran lag zunächst nicht vor.
Vance äußerte sich einen Tag vor geplanten Gesprächen in Genf. Dort wollen die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner am Donnerstag mit einer iranischen Delegation vor dem Hintergrund einer massiven US-Militärpräsenz in der Region ausloten, ob eine Einigung möglich ist.