Strenger Vater, enge Verhältnisse

Als Kind stotterte sie – so fand Inga Rumpf ihre Stimme

Aktualisiert am 23.07.2026 – 07:43 UhrLesedauer: 2 Min.

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Inga Rumpf bei einem Frumpy-Auftritt im Jahr 1990 (Archivbild): Schon als Kind fand die Hamburgerin durch das Singen Selbstvertrauen. (Quelle: BRIGANI-ART/imago-images-bilder)

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Die spätere Rock-Ikone fand ihre Stimme nicht durchs Sprechen, sondern durchs Singen. So begann der außergewöhnliche Weg der Hamburger Musikerin.

Inga Rumpfs tiefe, raue Stimme ist seit Jahrzehnten ihr Markenzeichen. Dabei fiel der Sängerin aus Hamburg als Kind ausgerechnet das Sprechen schwer: Rumpf stotterte. Nach eigener Aussage fühlte sie sich durch ihren strengen Vater eingeschüchtert. Beim Singen habe sie jedoch einen geschützten Raum gefunden.

«Durch das Singen eroberte ich mein eigenes Universum, in dem mir keiner etwas anhaben konnte», sagte Rumpf einmal in einem Interview mit der Nachrichtenagentur «Spot on News». So habe sie Selbstvertrauen und den Mut gewonnen, auf die Bühne zu gehen und schließlich auch zu sprechen, ohne zu stottern.

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Inga Rumpf verdient mit vier Jahren ihre erste Gage

Rumpf wuchs in der Nachkriegszeit in Hamburg-St. Georg auf. Die Familie lebte zu viert in einer kleinen Wohnung, erzählte sie dem Musikmagazin «Jazz and Rock». Geld war knapp. Urlaub habe sie als Kind nicht gekannt, sagte Rumpf 2021 im Gespräch mit t-online. Stattdessen erledigte sie kleinere Aufträge für Geschäfte und half Nachbarn im Haushalt.

Ihre erste Gage verdiente Rumpf bereits mit vier Jahren. Bei einer Familienfeier stand sie auf einem Tisch, sang einige Lieder und bekam dafür fünf Mark. Anschließend klingelte sie gelegentlich bei Nachbarn und fragte, ob sie etwas vorsingen dürfe. Dafür erhielt sie mitunter einige Pfennige, wie sie t-online erzählte.

Inga Rumpf im Jahr 1982 (Archivbild): Schon früh erkannte sie, dass sie mit ihrer Stimme Anerkennung finden konnte.Vergrößern des BildesInga Rumpf im Jahr 1982 (Archivbild): Schon früh erkannte sie, dass sie mit ihrer Stimme Anerkennung finden konnte. (Quelle: teamwork/imago-images-bilder)

Eigentlich wollte sie zur See fahren

Dass Rumpf später Musikerin werden würde, stand zunächst nicht fest. Ihr Vater war Seemann. Als kleines Mädchen wollte sie deshalb Funkerin werden und selbst zur See fahren. Sie beherrschte früh das Morsealphabet, konnte Seemannsknoten binden und kannte die Bedeutung verschiedener Flaggen.

Im Alter von elf Jahren bekam sie schließlich ihre erste Gitarre. Für andere Kinder sei ein Spielzeugladen das Größte gewesen, für sie eine Musikalienhandlung, erinnerte sich Rumpf im Gespräch mit dem NDR. Anfang der 1960er-Jahre folgten erste Auftritte mit Bluesgruppen in einem Jugendheim auf St. Pauli.

Ihre Mutter besteht auf einer Ausbildung

Rumpfs Mutter betrachtete die musikalischen Pläne ihrer Tochter zunächst mit Skepsis. Für den Fall, dass es mit der Musik nicht klappen sollte, bestand sie auf einem sicheren Beruf. Rumpf absolvierte deshalb eine Ausbildung zur Schaufensterdekorateurin, obwohl sie bereits mit den City Preachers unterwegs war.