Mit der Ambient Line schlägt Nubert ein neues Kapitel seiner Elektronikgeschichte auf. NachJahren einer eher funktional geprägten Designsprache präsentiert der Hersteller eine komplett neue Serie, die modernes Wohnambiente und anspruchsvolle HiFi-Technik miteinander verbinden soll. Den Auftakt bilden die Streaming-Vorstufe nuControl X-2 Ambient Line und die passende Endstufe nuPower A-2 Ambient Line. Wir durften das Gespann bereits direkt nach der Vorstellung auf der HIGH END Messe bei uns im Hörraum ausgiebig testen. Also Vorhang auf…

Nubert erfindet seine Elektronik neu

Der Name „Ambient Line“ beschreibt den Anspruch der neuen Serie bereits recht treffend. Erstmals rückt Nubert nicht nur die Technik, sondern auch die Wirkung im Wohnraum in den Mittelpunkt. Statt nüchterner Funktionalität setzt die Ambient Line auf einen hochwertigen Materialmix aus gebürstetem Aluminium und schwarzem Glas. Zusammen mit den klaren Linien und den dezenten Bedienelementen entsteht ein Erscheinungsbild, das klassische HiFi-Motive aufgreift, ohne nostalgisch zu wirken.

Damit richtet sich die Ambient Line von Nubert an Musikliebhaber, die höchste Klangqualität suchen, ihre HiFi-Anlage aber nicht mehr hinter einer Schranktür verstecken möchten. Den Anfang macht die Streaming-Vorstufe nuControl X-2 Ambient Line, die wir uns zunächst genauer ansehen.

Beim ersten Blick wird klar: Nubert geht mit der „Ambient Line“ designtechnisch neue Wege. Prägendes Element ist die Stufe in der gebürsteten Aluminium-Sockelzone kombiniert mit dem matt-aluminiumfarbenen Drehregler. Zusammen mit dem schwarz-eloxierten Gehäuse interpretiert es klassische HiFi-Elemente zeitgemäß. (Bild: Nubert)

Nubert nuControl X-2 Ambient Line

Die nuControl X-2 Ambient Line vereint Streamer, DAC, Vorverstärker, Phonostufe und Kopfhörerverstärker in einem Gerät. Sie tritt die Nachfolge der 2023 vorgestellten nuControl X an, die wir seinerzeit im Test mit 95 Prozent ausgezeichnet haben. Die neue Generation übernimmt das technische Konzept, erweitert es jedoch um das neue Ambient-Line-Design und zahlreiche Detailverbesserungen.

Sie kombiniert dabei digitale und analoge Signalverarbeitung auf einem interessanten Weg. Interessant deshalb, weil alle analogen Signale innerhalb der Vorstufe ausschließlich digital verarbeitet werden. Das erfolgt durchgängig mit 32-Bit. Selbst wenn wir DSP-Einstellungen oder Raumkorrekturen ausführen, bleibt alles auf der 32-Bit-Ebene. Wir betonen das an dieser Stelle, weil andere Raumkorrekturprogramme oft auf der Basis von 24-Bit arbeiten. Bei Nubert sind aber die 32-Bit über die gesamte Kette gewährleistet, bis sie schließlich in analoge Signale umgewandelt, um dann zur Endstufe geschickt zu werden.

Die Ambient Line zeigt: Nubert geht nicht nur beim Design neue Wege.

Das Herzstück der nuControl X-2 Vorstufe ist der Wandlerbaustein ESS 9038 PRO. Natürlich hätte Nubert sich auch für einen AKM-Chip wie den AK4499EX entscheiden können. Sie genießen den Ruf besonders musikalisch zu sein. Aber die Nubert-Entwickler griffen nicht ohne Grund zum ESS-Flaggschiff. Da die Vorstufe alle Signale rein digital verarbeitet, war der ESS-Chip die einzig logische Wahl. Er verspricht das mathematisch präziseste, neutralste Fundament zu liefern, auf dem die Signale fehlerfrei berechnet werden können.

Zusätzlich verfügt die digitale Sektion über eine integrierte Upsampling-Funktion. Diese rechnet ankommende Digitalsignale mit niedrigerer nativer Auflösung – wie beispielsweise das Red-Book-Format von CDs (44,1 kHz / 16-Bit) – auf höhere Abtastraten und Bittiefen hoch. Ob sich das auch klanglich bemerkbar macht, klären wir später im Hörtest mit CD.

Die Upsampling-Stufe lässt sich frei wählen. Je nach Ausgangsmaterial – insbesondere bei CDs – kann dies für hörbar mehr Detailreichtum und Räumlichkeit sorgen. (Bild: Auerbach Verlag)

Anschlüsse

Die Anschlussvielfalt der nuControl X-2 Ambient Line lässt kaum Wünsche offen. Für digitale Quellen stehen je zwei optische und koaxiale Eingänge, eine AES/EBU-Schnittstelle sowie ein USB-B-Anschluss für den PC und ein USB-A-Port für Speichermedien zur Verfügung. Analoge Zuspieler finden über drei Cinch-Eingänge, zwei symmetrische XLR-Eingänge sowie einen Phono-Eingang für MM- und MC-Tonabnehmer Anschluss. Die Ausgabe an eine Endstufe erfolgt wahlweise symmetrisch über XLR oder klassisch per Cinch.

Praktisch ist zudem die Netzwerkausstattung. Neben dem LAN-Eingang besitzt die Vorstufe einen LAN-Ausgang, über den sich das Netzwerksignal direkt an weitere Geräte – etwa einen Fernseher oder eine Spielkonsole – weiterreichen lässt. Zusätzliche Netzwerk-Hardware wird dadurch in vielen Fällen überflüssig. Kabellos kommuniziert die nuControl X-2 Ambient Line per WLAN und Bluetooth, wobei Letzteres den hochwertigen Codec aptX HD unterstützt.

Einen echten Kritikpunkt sehen wir allerdings beim HDMI-Anschluss. Angesichts einer Vorstufe dieser Preisklasse überrascht es, dass Nubert auf eine native HDMI-eARC-Schnittstelle verzichtet. Zwar bieten die Schwaben mit einem HDMI/ARC-Adapter für 29 Euro eine unkomplizierte Nachrüstlösung an, die über einen separaten USB-Port angeschlossen wird. Funktional arbeitet diese zuverlässig – eleganter wäre eine fest integrierte HDMI-Lösung jedoch allemal.

Die nuControl X-2 bietet eine außergewöhnlich umfangreiche Anschlussvielfalt. Lediglich HDMI fehlt ab Werk, lässt sich jedoch unkompliziert per Adapter nachrüsten. (Bild: Auerbach Verlag)

Lautstärkeregelung

Auch die Lautstärkeregelung folgt konsequent dem Hybridkonzept der nuControl X-2 Ambient Line. Gesteuert wird sie zwar digital, die eigentliche Pegeländerung erfolgt jedoch analog. Dafür setzt Nubert auf den Lautstärkeregler-Chip Cirrus CS3318, der digitale Steuerelektronik mit einem hochpräzisen analogen Widerstandsnetzwerk kombiniert.

Die eigentliche Pegeländerung des Audiosignals geschieht dabei über Arrays aus winzigen Dünnfilm-Widerständen und analogen Schaltern (FETs). Das Musiksignal fließt also durch echte, physische Widerstände – genau wie bei einem klassischen, mechanischen Drehregler. Aber anstatt dass ein mechanischer Schleifkontakt über eine Kohlebahn kratzt, entscheidet eine digitale Logikschaltung im Chip, welche Widerstände zusammengeschaltet werden.

Wenn wir also am nuControl X-2 die Lautstärke ändern, schickt die Vorstufe einen digitalen Befehl an den Chip. Diesen Befehl übersetzt der Chip dahingehend, dass er beispielsweise Array A und D aktiviert, um den Pegel um genau 0,5 dB zu senken.

Kopfhörerausgänge

Auf der Front der nuControl X-2 Vorstufe befinden sich neben dem Einschalter zwei Kopfhörerausgänge: eine klassische 6,3-mm-Klinkenbuchse sowie ein symmetrischer 4,4-mm-Pentaconn-Anschluss für entsprechend ausgestattete HiFi-Kopfhörer. Ebenfalls an der Front sitzt ein USB-C-Anschluss, über den Speichermedien mit bis zu zwei Terabyte Kapazität eingebunden werden können.

Im Hörtest überzeugt der integrierte Kopfhörerverstärker mit einem ausgewogenen und angenehm natürlichen Klangbild. Gängige HiFi-Kopfhörer treibt er souverän an und verbindet hohe Präzision mit einer entspannten Wiedergabe. In den Systemeinstellungen lässt sich zudem festlegen, ob beim Einstecken eines Kopfhörers die Lautsprecherausgänge automatisch stummgeschaltet werden.

Ganz ohne Kritik bleibt die Umsetzung allerdings nicht. So speichert die Vorstufe die Lautstärke für Lautsprecher und Kopfhörer nicht getrennt. Wer beispielsweise mit moderater Lautstärke über Kopfhörer hört und diesen anschließend abzieht, erlebt die Lautsprecher mit demselben Pegel – das kann durchaus überraschend laut werden.

Auch bei besonders leistungshungrigen Kopfhörern zeigt der integrierte Verstärker Grenzen. Der High-End-Kopfhörer Dan Clark Audio Noire X erreichte selbst bei maximalem Pegel lediglich eine gehobene Zimmerlautstärke. Für hochwertige Magnetostaten oder andere anspruchsvolle Modelle empfiehlt sich daher weiterhin ein separater Kopfhörerverstärker.

Zahlreiche digitale und analoge Eingänge machen die nuControl X-2 zur flexiblen Schaltzentrale jeder HiFi-Anlage. Gesteuert wird sie wahlweise per App, Fernbedienung oder Touchdisplay. (Bild: Auerbach Verlag)

Klang-Features

Zu den größten Stärken der nuControl X-2 Ambient Line zählt ihre umfangreiche Klangbearbeitung. Herzstück ist die hauseigene X-Room Calibration, mit der sich Lautsprecher präzise an die Raumakustik anpassen lassen. Die Einmessung erfolgt bequem über die Nubert-App. Auf iPhone und iPad nutzt das System das integrierte, kalibrierte Mikrofon, misst beide Lautsprecher nacheinander ein und erstellt für jeden Kanal eine individuelle Messkurve. Diese wird anschließend auf die Vorstufe übertragen, deren DSP das Klangbild entsprechend korrigiert.

Für Android-Geräte bietet Nubert das optionale Messsystem XRC Android Interface (39 Euro) an, da Android-Smartphones über kein einheitlich kalibriertes Mikrofon verfügen. In der nuControl X-2 kommt zudem bereits die Advanced-Version der X-Room Calibration zum Einsatz, die laut Hersteller nochmals präzisere Messergebnisse und eine optimierte Korrektur ermöglicht.

Ebenfalls beeindruckend fällt das integrierte Bassmanagement aus. Es richtet sich insbesondere an Anwender, die einen Subwoofer einsetzen. Anders als bei vielen Konkurrenzsystemen lässt sich nicht nur die Trennfrequenz, sondern auch die Flankensteilheit der Frequenzweiche exakt einstellen. Ist diese Abstimmung ideal, verschmelzen Lautsprecher und Subwoofer akustisch zu einer Einheit – der Übergang bleibt praktisch unhörbar. Gleichzeitig hilft das Bassmanagement dabei, störende Raummoden gezielt zu entschärfen. Dröhnt der Hörraum beispielsweise bei 45 Hertz, lässt sich genau dieser Frequenzbereich wirkungsvoll absenken.

Für noch weitergehende Eingriffe steht ein vollparametrischer 7-Band-Equalizer bereit. Im Gegensatz zu einfachen Klangreglern oder grafischen Equalizern lassen sich hier Arbeitsfrequenz, Pegel und Bandbreite (Q-Faktor) jedes einzelnen Filters frei bestimmen. Dadurch können sowohl schmale Problemfrequenzen als auch größere Frequenzbereiche äußerst präzise angepasst werden.

Wer das Klangbild lieber schnell und unkompliziert verändern möchte, greift zur Nubert Klangwaage. Sie arbeitet nach dem Prinzip eines sogenannten Tilt-Filters und verändert nicht einzelne Frequenzbereiche, sondern kippt das gesamte Frequenzspektrum um einen festen Mittelpunkt. So lässt sich der Klang mit wenigen Handgriffen wahlweise etwas wärmer oder präsenter abstimmen, ohne seine grundsätzliche tonale Balance zu verlieren.

Abgerundet wird der Funktionsumfang durch eine adaptive Loudness-Funktion. Sie berücksichtigt eine bekannte Eigenheit des menschlichen Gehörs: Bei niedrigen Lautstärken nehmen wir tiefe Bässe und feine Höhen deutlich schwächer wahr als den Mitteltonbereich. Die Loudness gleicht diesen Effekt automatisch aus, indem sie Bässe und Höhen bei leisen Pegeln dezent anhebt und ihre Wirkung mit zunehmender Lautstärke kontinuierlich zurücknimmt. Gerade bei Zimmerlautstärke sorgt diese Funktion für ein hörbar volleres und natürlicheres Klangbild – ein Feature, das wir im Alltag unbedingt empfehlen würden.

Steuerung

Für die Bedienung der nuControl X-2 Ambient Line stehen drei Wege zur Verfügung: das Touchdisplay an der Gerätefront, die mitgelieferte Fernbedienung sowie die Nubert-App. Da sämtliche Menüs in deutscher Sprache gehalten und logisch aufgebaut sind, gelingt die direkte Bedienung bereits nach kurzer Eingewöhnung. Eine kleine Besonderheit sollte man allerdings kennen: Eingaben auf dem Touchdisplay werden erst durch einen zweiten Fingertipp oder alternativ über den Return-Button unterhalb des Displays bestätigt. Hat man dieses Bedienkonzept einmal verinnerlicht, geht die Navigation problemlos von der Hand.

Noch komfortabler gelingt die Steuerung über die Fernbedienung. Neben den Direktwahltasten für sämtliche Eingänge überzeugt sie vor allem mit durchdachten Sonderfunktionen. Besonders praktisch ist die SRC-Taste, über die sich das Upsampling direkt umschalten lässt. Ebenso hilfreich erweist sich die EQ-Bypass-Taste, mit der sich die Wirkung von Raumkorrektur, Klangwaage oder Equalizer unmittelbar mit dem unbearbeiteten Signal vergleichen lässt.

Auch die Nubert-App hinterlässt einen positiven Eindruck. Sie orientiert sich weitgehend an der Menüstruktur des Geräts und dürfte Nutzern anderer aktueller Nubert-Komponenten sofort vertraut vorkommen. Im Test fanden wir uns schnell zurecht und konnten sämtliche Funktionen komfortabel vom Smartphone aus bedienen.

Viele Funktionen sind direkt über die Fernbedienung erreichbar. Besonders praktisch: Mit der SRC-Taste lässt sich das Upsampling unmittelbar umschalten. (Bild: Auerbach Verlag)

Praxishinweise & Streamingdienste

Im Test sind uns zwei kleine Besonderheiten aufgefallen. Wer die nuPower A-2 per Trigger-Kabel mit der nuControl X-2 verbindet, sollte zunächst den Trigger-Ausgang der Vorstufe aktivieren. Ab Werk ist diese Funktion deaktiviert, sodass sich die Endstufe zunächst nicht automatisch mit ein- und ausschaltet. Nach der entsprechenden Einstellung arbeitet das Zusammenspiel jedoch zuverlässig.

Etwas Geduld verlangt die Vorstufe außerdem beim Einschalten. Aus dem normalen Standby vergehen rund 33 Sekunden, bis sie betriebsbereit ist. Wer das verkürzen möchte, kann im Menü den Auto Network Standby aktivieren. Dadurch startet die nuControl X-2 deutlich schneller, allerdings steigt der Energieverbrauch im Standby von etwa 0,5 auf rund 7 Watt.

Beim Streaming zeigt sich die nuControl X-2 Ambient Line insgesamt hervorragend ausgestattet. Einziger Wermutstropfen: Qobuz Connect wird derzeit nicht unterstützt, und laut Nubert ist eine entsprechende Integration aktuell auch nicht geplant. Qobuz-Nutzer können den Dienst jedoch direkt über die Benutzeroberfläche der Vorstufe verwenden.

Dafür stehen zahlreiche weitere Streaming-Optionen bereit. Neben Spotify Connect, Tidal Connect, Deezer, Roon Ready und AirPlay unterstützt die Vorstufe auch den Internetradio- und Podcast-Dienst Airable. Darüber hinaus ist UPnP/DLNA integriert, sodass sich Musik komfortabel aus dem heimischen Netzwerk wiedergeben lässt. Lediglich auf Google Chromecast müssen Nutzer verzichten.

Bevor wir uns dem Klang widmen, werfen wir noch einen Blick auf den passenden Spielpartner der Vorstufe: die Endstufe nuPower A-2 Ambient Line.

Im Netzwerk-Standby startet die Vorstufe deutlich schneller als aus dem normalen Standby – allerdings auf Kosten eines etwas höheren Stromverbrauchs. (Bild: Auerbach Verlag)

Nubert nuPower A-2 Ambient Line

Technisch knüpft die nuPower A-2 an die bereits 2016 vorgestellte nuPower A an, die in unserem damaligen Test ebenfalls mit einer Referenzklasse-Auszeichnung (95,5 Prozent) überzeugte. Die neue Generation führt das bewährte Verstärkerkonzept fort, wurde in zahlreichen Details weiterentwickelt und orientiert sich optisch konsequent an der neuen Designsprache der Ambient Line.

Front aus Glas und Aluminium, klare Linien und hochwertige Materialien schaffen einen stimmigen Auftritt neben der nuControl X-2. Markantestes Erkennungsmerkmal sind jedoch die beiden beleuchteten analogen VU-Meter. Sie verleihen der Endstufe nicht nur klassischen HiFi-Charme, sondern machen auch deutlich, welchen Weg Nubert hier einschlägt: Im Gegensatz zur digital geprägten Vorstufe arbeitet die nuPower A-2 als konsequent analog aufgebaute Class-AB-Endstufe in symmetrischer Doppel-Monoblock-Konfiguration.

Nubert rückt auch die Wirkung im Wohnraum in den Mittelpunkt.

Für die nötigen Leistungsreserven sorgt ein großzügig dimensionierter, geschirmter Ringkerntransformator, der auch bei niedrigen Impedanzen eine hohe Stromlieferfähigkeit gewährleistet. Im Stereobetrieb stehen 2 × 400 Watt an 4 Ohm beziehungsweise 2 × 220 Watt an 8 Ohm zur Verfügung – mehr als genug für praktisch jeden Lautsprecher.

Wer noch höhere Leistungsreserven benötigt, kann die Endstufe über einen Schalter auf der Rückseite in den Monobetrieb versetzen. In dieser Konfiguration liefert die nuPower A-2 beeindruckende 1.200 Watt Dauerleistung beziehungsweise 1.500 Watt Musikleistung an 4 Ohm.

Die beleuchteten VU-Meter greifen klassische HiFi-Ästhetik auf und verleihen der Endstufe ihren unverwechselbaren Charakter. (Bild: Auerbach Verlag)

Features

Die Möglichkeit, die nuPower A-2 wahlweise als Stereo- oder Mono-Endstufe zu betreiben, haben wir bereits erwähnt. Doch auch darüber hinaus zeigt sich Nubert erfreulich flexibel. So stehen sowohl Cinch- als auch symmetrische XLR-Eingänge zur Verfügung. Damit lässt sich die Endstufe problemlos mit unterschiedlichsten Vorverstärkern kombinieren.

Ebenso vielseitig präsentieren sich die Lautsprecherausgänge. Die nuPower A-2 kann zwei Lautsprecherpaare (A/B) ansteuern und eignet sich damit beispielsweise für zwei Hörzonen oder unterschiedliche Lautsprechersysteme. Dabei gilt: Wird nur Lautsprecherpaar A oder B betrieben, dürfen die angeschlossenen Lautsprecher eine Impedanz von bis zu 2 Ohm aufweisen. Im gleichzeitigen Betrieb beider Paare sollte dagegen jedes Lautsprecherpaar mindestens 4 Ohm Impedanz besitzen, um die Endstufe nicht zu überlasten.

Die doppelt ausgeführten Lautsprecherklemmen ermöglichen darüber hinaus auch Bi-Wiring, sofern die angeschlossenen Lautsprecher dafür ausgelegt sind.

Ein weiteres praktisches Detail ist der rückseitige Gain-Schalter. Er erlaubt die Wahl zwischen 23 und 29 dB Verstärkung und erleichtert so die optimale Anpassung an unterschiedliche Vorstufen. Ebenfalls an Bord ist ein 12-Volt-Trigger-Eingang (Mini-XLR), über den sich die Endstufe automatisch gemeinsam mit der angeschlossenen Vorstufe ein- und ausschalten lässt.

Zwei Lautsprecher-Paare können wir an der nuPower A-2 Ambient Line anschließen. Zudem sind zwei Vorstufen – eine via Cinch und die andere via XLR – mit der Endstufe kombinierbar. (Bild: Auerbach Verlag)

Bedienung

Die Bedienung der A-2 ist grundsätzlich unkompliziert. Im Alltag beschränkt sie sich meist auf die Wahl des Eingangs (Cinch oder XLR), anschließend verrichtet die Endstufe unauffällig ihren Dienst.

Etwas Eingewöhnung verlangt allerdings das Bedienkonzept an der Front. Über den Enter-Button und das rechte Einstellrad werden je nach Menüpunkt Eingang, Lautsprecherpaar (A/B) oder Displayhelligkeit ausgewählt. Die Menüführung erschließt sich nicht auf Anhieb und wirkt zunächst etwas ungewohnt. Nach kurzer Einarbeitung geht die Bedienung jedoch problemlos von der Hand.

Nicht irritieren lassen sollte man sich von den Anzeigen „Clip L“, „Clip R“ und „Protected“ auf der Front. Dabei handelt es sich nicht um anwählbare Funktionen, sondern um Status- beziehungsweise Schutzanzeigen, die automatisch arbeiten.

Insgesamt hätten wir uns eine etwas intuitivere Bedienlogik gewünscht. Nach kurzer Eingewöhnung spielt dieser Kritikpunkt im Alltag allerdings kaum noch eine Rolle.

Klangtest: Phono

Für den Hörtest kombinieren wir die Vor-Endstufen-Kombination mit unseren Monitor Gold Referenzlautsprechern. Als Plattenspieler dient ein Technics-Laufwerk mit MM-Tonabnehmer. Als Testmaterial wählen wir das Album „Valagascar“ des Thomas Torstrup Quartetts. Die Mischung aus fein aufgelöstem Jazz, natürlichen Instrumenten und großen Dynamikunterschieden eignet sich hervorragend, um die Qualitäten der integrierten Phonostufe zu beurteilen.

Die Wiedergabe wirkt angenehm warm und organisch, ohne an Präzision einzubüßen.

Schon die ersten Takte von „Legende – Part I“ überzeugen. Trompete, Klavier, Kontrabass und Schlagzeug entfalten sich mit beeindruckender Natürlichkeit und einer ausgesprochen feinen Detailzeichnung. Bemerkenswert ist dabei vor allem der Klangcharakter: Obwohl die Vorstufe sämtliche analogen Signale intern digital verarbeitet, wirkt die Wiedergabe angenehm warm und organisch, ohne an Präzision einzubüßen.

Auch in leisen Passagen bleibt die Darstellung ausgesprochen authentisch. Selbst das feine Grundrauschen der Schallplatte bleibt erhalten und trägt zum typischen Vinylcharakter der Aufnahme bei. Insgesamt hinterlässt die Kombination aus nuControl X-2 und nuPower A-2 gerade bei der Schallplattenwiedergabe einen hervorragenden Eindruck und zählt in dieser Disziplin gewiss zu den überzeugendsten Lösungen, die wir in jüngster Zeit in unserem Hörraum testen konnten.

Soundtest: CD

Da wir uns aktuell im Hörraum schwerpunktmäßig der Compact Disc widmen, darf natürlich auch eine Hörsession mit ausgewählten CDs nicht fehlen. Als Laufwerk dient der Mission 778CDT, dessen ausführlichen Test Sie ebenfalls demnächst hier auf Likehifi.de finden.

Zu unseren Referenzaufnahmen gehört seit vielen Jahren „Moanin’“ von Art Blakey. Schon das markante Klavierintro, gefolgt vom Wechselspiel zwischen Saxofon und Trompete, zeigt eindrucksvoll, wie souverän die Nubert-Kombination mit Dynamik, Klangfarben und Räumlichkeit umgeht. Die Wiedergabe wirkt ausgewogen, präzise und musikalisch – genau so, wie wir es von einer hochwertigen CD-Wiedergabe erwarten.

Feine Details treten deutlicher hervor, Nachhallfahnen lassen sich leichter verfolgen.

Besonders spannend wird es beim Aktivieren des integrierten Upsamplings. Über die SRC-Taste der Fernbedienung stellen wir die Signalverarbeitung auf 32 Bit / 768 kHz um. Das Klangbild wirkt anschließend etwas offener und luftiger, feine Details treten deutlicher hervor und Nachhallfahnen lassen sich noch leichter verfolgen. Insgesamt entsteht der Eindruck einer leicht verfeinerten Wiedergabe des Jazz-Klassikers.

Noch interessanter fällt der Wechsel auf DSD512 aus. Im Vergleich zur PCM-Hochrechnung wirkt die Wiedergabe etwas geschmeidiger und natürlicher. Die zuvor gewonnene zusätzliche Präsenz tritt leicht in den Hintergrund und macht einer angenehm organischen Klangcharakteristik Platz. Das Ergebnis erinnert tatsächlich eher an eine hochwertige analoge Quelle, ohne dabei an Präzision oder Detailreichtum einzubüßen.

Nubert setzt bei der Ambient Line auf einen hochwertigen Materialmix aus gebürstetem Aluminium und schwarzem Glas. Durch klare Linien und die dezenten Bedienelemente entsteht ein Erscheinungsbild, das klassische HiFi-Stilelemente aufgreift, ohne altbacken zu wirken. (Bild: Auerbach Verlag)

Streaming-Klang

Auch beim Streaming über Qobuz oder Tidal überzeugt die Kombination aus nuControl X-2 und nuPower A-2 auf ganzer Linie. Die Vorstufe verarbeitet das zugespielte Material mit hoher Präzision und arbeitet selbst feine Details sauber heraus. Die Endstufe setzt das Signal mit beeindruckender Kontrolle und Dynamik um. Nichts zerrt, nichts rauscht, nichts drängt sich unangenehm in den Vordergrund. Stattdessen präsentiert sich das Klangbild klar, ausgewogen und präzise, ohne jemals analytisch oder steril zu wirken.

Natürlich experimentieren wir auch beim Streaming mit den verschiedenen Upsampling-Modi. Dabei zeigt sich, dass der Zugewinn stark vom Ausgangsmaterial abhängt. Hochauflösende 24-Bit-/192-kHz-Aufnahmen profitieren kaum von einer weiteren Hochrechnung. Bei geringer aufgelöstem Material hingegen wirkt die Wiedergabe über 32 Bit / 768 kHz hörbar offener und detailreicher. Auch der DSD512-Modus verleiht dem Klang erneut einen angenehm natürlichen, fast schon analogen Charakter.

Die neue Ambient Line zeigt damit eindrucksvoll, dass Nubert nicht nur beim Design neue Wege geht. Auch klanglich gelingt den Schwaben mit der Kombination aus nuControl X-2 und nuPower A-2 ein großer Wurf. ■ Text: Thomas Kirsche, Benjamin Mächler

Preis und Verfügbarkeit

Die Nubert nuControl X-2 Ambient Line Streaming-Vorstufe gibt es zum Preis von 4.490 Euro direkt bei Nubert zu kaufen. Die Nubert nuPower A-2 Ambient Line Endstufe gibt es zum Preis von 3.690 Euro ebenfalls direkt bei Nubert im Direktvertrieb zu kaufen. Farbausführung: Schwarz-Silber.

Datenblatt Nubert nuControl X-2 Ambient Line

AllgemeinGeräteklasseVorverstärkerHerstellerNubertModellnuControl X-2 Ambient LinePreis (UVP)4.490 Euro PreiskategorieLuxusklasseMaße (B/H/T)43,0 x 12,5 x 36,5 cmGewicht8,8 kgInformationenwww.nubert.deTechnische Daten*ArbeitsweisedigitalPhono-VorstufeMM und MCStreamingfähigjaStromverbrauchStand-by: 0,5 Watt
Betrieb: 42 WattEingänge2 × optisch, 2 x koaxial, 2 x USB-A,
1 × AES/EBU, 1 × USB-B, 1 × USB-C,
3 x RCA, 2 x XLR, 1 x PhonoAusgänge1 x XLR, 2 x RCA, 2 x Sub, 1 x optisch,
1 x koaxial

Datenblatt Nubert nuPower A-2 Ambient Line

AllgemeinGeräteklasseEndverstärker/EndstufeHerstellerNubertModellnuPower A-2 Ambient LinePreis (UVP)3.690 EuroPreiskategorieMittelklasseMaße (B/H/T)43 x 12,5 x 36,5 cmGewicht14,3 kgInformationenwww.nubert.deTechnische Daten*KanäleStereoLeistung pro Kanal2x 400 W (4 Ohm),
1x 1200 W (4 Ohm)SchaltungClass ABFrequenzbereich10 Hz – 80 kHzStromverbrauchStand-by: 0,5 Watt
Betrieb: 60 Watt (Leerlauf)Eingänge1 x XLR-Paar, 1 x Cinch Paar,
1 x 12 V Mini-XLRAusgänge2 x Paar-Lautsprecher (A, B)

*Herstellerangaben

Webseite: www.nubert.de/ambient-line

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Fazit

Nubert nuControl X-2 Ambient Line

Die nuControl X-2 Ambient Line überzeugt als außergewöhnlich vielseitige Streaming-Vorstufe, die modernste Digitaltechnik mit einer überraschend natürlichen und ausgewogenen Wiedergabe verbindet. Umfangreiche Funktionen wie die X-Room-Calibration, das flexible Bassmanagement und die zahlreichen Anschlussmöglichkeiten machen sie zum leistungsfähigen Herzstück für moderne High-End-Systeme. Der fehlende native HDMI-Anschluss bleibt einer der wenigen Kritikpunkte. Wer maximale Flexibilität, präzise Signalverarbeitung und hohe Wohnraumtauglichkeit sucht, findet in der nuControl X-2 eine der derzeit interessantesten Vorstufen ihrer Klasse.

Nubert nuPower A-2 Ambient Line

Die nuPower A-2 Ambient Line überzeugt als kraftvolle Class-AB-Endstufe mit enormen Leistungsreserven und hoher Laststabilität. Selbst anspruchsvolle Lautsprecher treibt sie souverän an und verbindet Dynamik mit einer natürlichen, kontrollierten Wiedergabe. Die hochwertige Doppel-Monoblock-Konstruktion, der Mono-Betrieb und die flexiblen Anschlussmöglichkeiten unterstreichen ihren High-End-Anspruch. Lediglich das Bedienkonzept an der Front verlangt etwas Eingewöhnung. Im Zusammenspiel mit der nuControl X-2 liefert diese Endstufe einen dynamischen, detailreichen und absolut präzisen Klang, der keine Wünsche offenlässt.

Nubert nuControl X-2 Ambient Line

96

Nubert nuPower A-2 Ambient Line

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Vorteile

sehr natürliche und präzise Wiedergabe // umfangreiche Klangkorrektur-Optionen // hohe Anschlussvielfalt (nuControl X-2 Ambient Line)

enorme Leistungsreserven // kraftvolle und zugleich natürliche Wiedergabe // umschaltbarer Gain-Faktor (nuPower A-2 Ambient Line)

Nachteile

kein nativer HDMI-Anschluss // keine getrennte Lautstärkespeicherung für Kopfhörer und Lautsprecher (nuControl X-2 Ambient Line)

gewöhnungsbedürftiges Bedienkonzept (nuPower A-2 Ambient Line)

Bildquellen:

Nubert Titel: Auerbach Verlag