Die Raumsonde Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat beeindruckende topografische Bilder zur Erde gesandt. Die hochauflösenden Aufnahmen zeigen einen Ausschnitt des Kaiser-Kraters auf dem Mars, dessen Boden von auffälligen, scheinbar metallischen Wellen bedeckt ist.
Diese geologischen Strukturen erheben sich teilweise mehr als hundert Meter über die umliegende karge Landschaft und erstrecken sich über mehrere Kilometer hinweg. Die Europäische Weltraumorganisation hat die Aufnahmen kürzlich auf ihrer Website veröffentlicht, um die dynamische Oberflächenbeschaffenheit unseres Nachbarplaneten umfassend zu dokumentieren.
Entstehung der metallischen Wellen auf dem Mars
Bei dem vermeintlich glänzenden Metall handelt es sich in Wirklichkeit um gigantische Sanddünen, die fast vollständig aus dunklem, basaltischem Material bestehen. Dieser besonders feine Sand ist außergewöhnlich reich an vulkanischen Mineralien wie Pyroxen und Olivin und hebt sich dadurch deutlich von der sonst rötlich-rostigen Umgebung der Mars-Oberfläche ab.
Der metallische Glanz auf den Aufnahmen entsteht durch eine sehr feine Schicht aus gefrorenem Kohlendioxid, das sich während des extrem kalten marsianischen Winters primär auf den nach Süden ausgerichteten Hängen absetzt. Der starke visuelle Kontrast zwischen dem dunklen Vulkansand, der das einfallende Sonnenlicht fast komplett absorbiert, und dem weißen „Trockeneis“, das das Licht stark reflektiert, erzeugt letztlich diese optische Täuschung in den Kameradaten.

Perspektivische Detailaufnahme der strukturierten Mars-Oberfläche mit metallisch schimmernden Dünen und einem zentralen Krater (Foto: ESA/DLR/FU Berlin).
Mars Express und das DLR in Köln
Aufgenommen wurden diese Bilder mit der High Resolution Stereo Camera, die in der Forschungswelt oft kurz als HRSC bezeichnet wird. Dieses Instrument wurde federführend vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Hauptsitz in Köln entwickelt und wird auch von dort aus betrieben.
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Die systematische Verarbeitung der rohen Kameradaten findet anschließend am DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin statt. Ein Team von Wissenschaftler:innen der Freien Universität Berlin nutzt diese aufbereiteten Datensätze dann weiter, um die topografischen Karten und detailreichen Bildprodukte zu erstellen.
Noachis Terra und die Klimageschichte des Roten Planeten
Der Kaiser-Krater befindet sich in der weitreichenden Region Noachis Terra im südlichen Hochland, einer der ältesten und am stärksten von Einschlägen geprägten Gegenden des Planeten. Mit einem Durchmesser von rund 180 Kilometern wirkt der tiefe Krater wie eine natürliche Sandfalle, die das Entweichen des vulkanischen Materials durch Windverwehungen verhindert, wie Space.com berichtet.
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Heutzutage ist die Atmosphäre auf dem Mars etwa hundertmal dünner als auf der Erde, was es den Winden erheblich erschwert, solch gewaltige Sandmassen überhaupt noch zu bewegen. Die bloße Existenz dieser riesigen Sicheldünen und Transversaldünen deutet für Geolog:innen stark darauf hin, dass die Mars-Atmosphäre vor Milliarden von Jahren noch deutlich dichter gewesen sein muss.
Hinweise auf früheres Wasser im Kaiser-Krater
Neben den auffälligen Sanddünen zeigen die Satellitenbilder auch freigelegte Schichten aus hellem Tongestein, das sich in dieser Form aller Wahrscheinlichkeit nach nur in der Präsenz von flüssigem Wasser gebildet haben kann. Zudem sind an den Kraterwänden kleine Rinnen erkennbar, die auf das Schmelzen von Eis oder austretendes Grundwasser in der fernen Vergangenheit hinweisen könnten.
Auch wenn diese Bilder zweifellos wertvolle Einblicke in die Vergangenheit des Planeten liefern, muss bei der Interpretation der Daten stets sorgfältig zwischen visueller Wirkung und geologischer Realität unterschieden werden. Die hochauflösenden Kameras moderner Sonden liefern der Wissenschaft zwar immer besseres Material, die endgültigen Beweise für klimatische Abläufe erfordern jedoch weiterhin direkte Gesteinsuntersuchungen durch Rover auf der Oberfläche.
Dieser Artikel wurde ursprünglich am 18.07.2026 veröffentlicht, interessiert jedoch immer noch sehr viele unserer Leser:innen. Deshalb haben wir ihn aktualisiert und hier nochmals zur Verfügung gestellt.
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