Der Angriff von Berlin, mit einer Toten und vielen Verletzten, schockiert besonders die LGBTQ-Community. In den vergangenen Jahren hatten es Islamisten immer wieder auf das Leben queerer Personen abgesehen.
Im Juni 2024 warnte auch das FBI in den USA vor Angriffen auf Prides und queere Orte. „Organisationen wie der IS könnten versuchen, die vermehrten Versammlungen im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Pride Month im Juni 2024 auszunutzen“, hieß es in einer Mitteilung. Darin hieß es auch, dass der IS gezielt zu Angriffen auf „weiche Ziele“ aufgerufen habe – dazu zählen die FBI-Experten eben auch queere Veranstaltungen.
12. Juni 2016 – Angriff mit 49 Toten und 53 Verletzten in Orlando
Der Anschlag von Orlando gilt als schwerster Angriff auf queeres Leben in den USA.
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Der bislang schwerste islamistisch motivierte Angriff auf einen queeren Ort war der Anschlag auf den Nachtclub „Pulse“ in Orlando am 12. Juni 2016. Omar Mateen erschoss 49 Menschen und verletzte weitere 53. Während der Tat schwor er dem sogenannten „Islamischen Staat“ die Treue. Der IS reklamierte den Anschlag später für sich, wenngleich die Ermittler keine Hinweise fanden, dass die Terrororganisation die Tat unmittelbar gesteuert hatte. „Pulse“ war ein bekannter LGBTQ-Nachtclub und veranstaltete in jener Nacht seine beliebte „Latin Night“.
Juli 2019 – Verhinderter Anschlag in London
Der Islamist Mohiussunnath Chowdhury plante einen Anschlag auf die Pride-Parade in London. Ermittlungen zufolge wollte er mit einem Fahrzeug in die Menschenmenge fahren und zusätzlich Schusswaffen sowie Messer einsetzen. Gegenüber verdeckten Ermittlern sprach er davon, „Tausende Homosexuelle“ töten zu wollen. Er wurde wenige Tage vor der Veranstaltung im Juli 2019 festgenommen und im Februar 2020 wegen Vorbereitung terroristischer Straftaten zu lebenslanger Haft verurteilt.
25. Juni 2022 – Angriff mit zwei Toten und 21 Verletzten in Oslo
Der Täter von Oslo stand bereits seit Jahren im Fokus der Sicherheitsbehörden.
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Am 25. Juni 2022 eröffnete der 42-jährige Zaniar Matapour vor der geplanten Oslo-Pride-Parade das Feuer auf Besucher der queeren Kneipenszene. Ziel des Angriffs war unter anderem der bekannte Treffpunkt der LGBTQ-Community, der „London Pub“. Zwei Menschen wurden getötet, 21 weitere verletzt. Der norwegische Inlandsgeheimdienst PST stufte die Tat als islamistischen Terroranschlag ein. Der Täter stand bereits seit Jahren im Fokus der Sicherheitsbehörden und hatte Kontakte zu islamistischen Kreisen in Norwegen.
Juni 2023 – Verhinderter Angriff in Wien
Wenige Stunden vor Beginn der Wiener Regenbogenparade im Juni 2023 nahmen österreichische Spezialeinheiten drei Verdächtige im Alter von 14, 17 und 20 Jahren fest. Die drei jungen Männer hatten sich online radikalisiert und sympathisierten mit dem „Islamischen Staat“. Nach Angaben des österreichischen Staatsschutzes planten sie einen Angriff auf die rund 300.000 Teilnehmer der Parade. Ermittler gehen davon aus, dass Messer und möglicherweise auch Fahrzeuge eingesetzt werden sollten. Bei Hausdurchsuchungen wurden Waffen und umfangreiches extremistisches Material sichergestellt.
Bemerkenswert ist, dass die Veranstalter erst nach der Parade informiert wurden. Die Behörden waren nach eigenen Angaben sicher, sämtliche Beteiligten identifiziert zu haben und sahen deshalb keinen Anlass, die Veranstaltung abzusagen.
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Die Schweizer Bundesanwaltschaft erhob im November 2024 Anklage gegen einen damals 15-Jährigen wegen Unterstützung beziehungsweise Beteiligung an einer terroristischen Organisation. Nach Angaben der Ermittler plante er einen Messerangriff auf den Zürich Pride. Der Jugendliche soll sich online radikalisiert und dem „Islamischen Staat Provinz Khorasan“ (ISPK) die Treue geschworen haben. Der Anschlag konnte im Vorfeld verhindert werden. Die Ermittlungen ergaben zudem, dass der Jugendliche Kontakte zu weiteren islamistischen Extremisten im Ausland unterhielt.